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Teaserbild: Von Mumbai (Meeresspiegel) zum Basecamp des Mount Everest (5364Meter)

Von Mumbai (Meeresspiegel) zum Basecamp des Mount Everest (5364Meter)

Von Mumbai (Meeresspiegel) zum Basecamp des Mount Everest (5364Meter)

Inspiriert durch den Sea-to-Summit Gründer Tim Macartney-Snape wollte ich versuchen, auf dem Landweg von Mumbai zum Basecamp des Mount Everest zu gelangen. Die zehnwöchigen Semesterferien boten mir genügend Zeit, auch die arabische Halbinsel näher zu erkunden, um dann per Bus, Zug und natürlich auch zu Fuß durch den indischen Subkontinent meinen Traum zu verwirklichen.

Warum Nepal

Der Weg ist bekanntlich das Ziel und um die Vorfreude auf den Himalaya zu steigern sowie die vielen Geschichten und Klischees, die über Indien erzählt werden, mit eigenen Augen zu sehen, entschloss ich mich, einen günstigen Gabelflug auf www.opodo.de zu buchen. Es wurde ein unvergessliche Reise mit zahlreichen prägenden Begegnungen und Erfahrungen, die mir drei unterschiedliche Welten (Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Nepal) in einer Vielfalt zeigten, die ich bis dahin noch nicht kannte.

Indischer Kumpel in UdaipurReisterassen in NepalChaos auf den Straßen von Indien

Warum auf dem Landweg von INDIEN nach NEPAL?

Nachdem ich im Fastenmonat Ramadan mit dem Mietwagen von Dubai über Al Ain, Buraimi/Oman, Abu Dhabi und zurück nach Dubai durch große Teile der Rub Al Khali– Wüste gefahren war und Sehenswürdigkeiten wie den Kamelmarkt in Al Ain, die Sheikh Zayed Grand Mosque in Abu Dhabi, den Burj Arab und das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa, in Dubai besichtigt hatte, wartete ich voller Spannung auf meinen Flug nach Mumbai.
Die „Maximum City“ erwartete mich als stinkender Moloch mit der höchsten Slumpopulation weltweit. Ich war fasziniert vom bunten Treiben und beschloss, zunächst fünf Tage die vielen Eindrücke der Megastadt auf mich wirken zu lassen. Danach führte mich der Weg weiter ins schöne Udaipur, wo ich mir mit einer australischen Reisegefährtin via Moped die schönen Seen in der Gegend anschaute. Über Pushkar, Jaipur, Agra mit dem Taj Mahal und zum Abschluss Varanasi am Ganges erlebte ich pulsierende indische Metropolen und exotische Gerichte und Gerüche.
Die Fahrt nach Nepal war relativ abenteuerlich, der Verkehr kam im nordindischen Teil in manchen Gebieten fast zum erliegen. Nachdem die indisch-nepalesische Grenze passiert war, erwartete den Besucher eine friedliche Welt mit grünen Reisterassen, ersten weißen Gipfeln und viel Ruhe. In Nepal gibt es drei große Trekkinggebiete, die man ohne spezielle Genehmigung sowie ohne Guide oder Träger besichtigen kann. Das Annapurna-, Langtang- und das Khumbu- Himalaya unterscheiden sich dabei nicht nur durch die vielen unterschiedlichen ethnischen Gruppen, sondern auch durch naturräumliche Unterschiede und so ist jedes einzelne Gebiet allein schon eine Reise wert.
Mein Hauptfokus soll nun auf dem Solu-Khumbu Gebiet liegen, das für mich rein landschaftlich als schönstes Gebiet gilt. Durch eine tägliche Busverbindung gelangt man von Kathmandu nach Jiri, einer recht heruntergekommenen kleinen Siedlung, die ihre Blütezeit wohl vor dem Bau des Flughafens 1964 in Lukla hatte. Die 7-tägige Strecke nach Lukla gehörte für mich zu den ganz großen Highlights. In der Vorsaison (bis Ende September) hat man die Pfade fast für sich allein.
Der Weg ist zwar nicht ausgewiesen, aber die freundlichen Nepalesen bzw. Sherpas helfen den vereinzelten Trekkern, die richtige Fährte zu finden. Eines der schönsten Dörfer auf halber Strecke ist Junbesi, wo man schon mal einen Extratag einlegen kann, um die wunderbaren buddhistischen Klöster zu besichtigen, von denen sich gleich mehrere in der Gegend befinden. An der Grenze zum Khumbu-Gebiet läuft man entlang des malerischen Flusses Dudh Kosi, bis 1500 Meter Höhe gibt es Bananenbäume und andere tropische Pflanzen zu bestaunen. Die erste Woche gehört allerdings auch aufgrund des ständigen Auf- und Abstiegs mit zu den anstrengenderen Passagen des folgenden Everest Basecamp Treks.
Ab Lukla spürt man die Auswirkungen des Massentourismus. Die ersten Dörfer wie Lukla und vor allem Phakding sollte man wenn möglich meiden und sich noch ein Stück weiter (fast) bis zur Grenze des anschließenden Sagarmatha Nationalparks kämpfen. Im kleinen Dorf Bengkar gibt es eine gemütliche kleine Lodge, die sich gegenüber einem Wasserfall befindet. Das kleine Dorf liegt auf etwa 2700 Metern und der nächste Tag nach Namche Bazaar gehört wahrscheinlich mit zu den schwierigsten, da man einen Höhenunterschied von knapp 800 Metern überwinden muss. Namche Bazaar ist die kleine Haupstadt des Khumbu-Gebiets und hier kann man sich wegen der Höhe akklimatisieren und einen extra Tag einlegen. Als geeignete Unterkunft bietet sich die Lodge direkt neben dem Kloster an, die sehr sauber gehalten wird und zum ausruhen einlädt. Ein schöner Ausblick bietet sich am Everest View Hotel, etwa 1,5 Stunden oberhalb von Namche Bazaar. Von dort ergibt sich ein überwältigendes Panorama auf Everest, Lhotse und die Ama Dablam.
Für die folgenden Tage wünscht man sich meistens vier Augen, um die ganzen Naturwunder entlang des ausgelaufenen Trekkingweges zu entdecken. Ein weiterer Akklimatisationstag bietet sich am Kloster Tengboche an, das von allen Klöstern wohl die schönste Aussicht bietet. Unbedingt der Zeremonie beiwohnen, aber wenn möglich ohne Blitz fotografieren! Der Weg führt von dort weiter nach Dingboche und der Everest verschwindet (zunächst) aus dem Sichtfeld, dafür steht man bald unter einer der steilsten Bergwände unseres Planeten.

Die Ama Dablam (ca. 6800m)Blick auf die Lhotse Südwand und den Makalu vom Chukhung Tse (5857 Meter) Ein einsame Trekker vor dem Pumori (7166 Meter) Im Khumbugebiet werden Lasten bis 120kg getragen...Das höchste Gebäude der Welt, DubaiMönche im Kloster Tengboche mit Everest und Lhotse

Als absoluten Insider-Tipp möchte ich hier jedem, der einen oder zwei Tage mehr Zeit hat, das kleine Dorf Chukhung empfehlen. Selbst für Khumbu-Standards übertreffen die Blicke hier eigentlich fast alles. Die Schlüsselstelle meiner Tour war die Besteigung des Chukhung Ri und von dort der weitere Aufstieg zum Chukhung Tse (5857 Meter). Man befindet sich in einem alpinen Amphitheater mit Blick auf Ama Dablam, Makalu, Island Peak und der Lhotse- Südwand. Hier oben scheint die Zeit still zu stehen (möglicherweise auch wegen der Höhe). Von der Lhotse Südwand, der steilsten Wand im Himalaya, gehen ständig Lawinen ab, die man aus sicherer Entfernung, aber trotzdem nur in etwa ein Kilometer Luftlinie begutachten kann.
Das Tal von Chukhung hat den Vorteil, dass es nicht direkt auf der E.B.C. (Everest Basecamp) Hauptroute liegt und ist deshalb für jeden, der gerne auch mal abseits vom Trubel sein möchte, ein wunderbarer Abstecher. Zurück auf dem E.B.C von Chukhung in Richtung Lobuje kann es schon mal voller werden. Falls es keine Betten mehr gibt, kann man im Notfall mit den Trägern im Gemeinschaftsraum nächtigen. Gerade zur Hauptsaison starten viele Trekker sehr zeitig, um sich ein Bett für den Abend zu sichern und machen dann Ausflüge zur Akklimatisation. Nach Lobuje ist Gorak Shep der letzte Ort vor dem E.B.C. Die Preise für Verpflegung, die mit zunehmender Höhe steigen, sind hier, wie zu erwarten, am teuersten. Das Dorf bestehend aus 3 Häusern liegt auf ca. 5200 Metern Höhe, ab 5000 Meter schlafen die meisten Menschen wegen der trockenen Luft etwas unruhig. Von hier kann man mehrere Ausflüge machen. Der Trek entlang des riesigen Khumbugletschers zum E.B.C ist sicherlich sehr schön, den Everest sieht man am Basecamp, das sich am Ende des Gletschers befindet, jedoch nicht. Trotzdem lässt sich das bunte Treiben der einzelnen Expeditionen gut beobachten.
Der wohl bekannteste Blick auf den Everest eröffnet sich von einem „Aussichtshügel“, der Kala Patthar genannt wird. Auf 5500 Metern Höhe hat man hier eine spektakuläre Aussicht auf den höchsten Berg der Erde, auch der Pumori, ein wunderschöner 7000er ist zum greifen nahe. Man muss das ganze Spektakel jedoch mit relativ vielen Leuten teilen. Darum! „Morgenstund hat Gold im Mund“. Ein zeitiger Aufbruch vor Sonnenaufgang ermöglicht gute Sicht, da nach den ersten Sonnenstrahlen schnell Wolken über die Bergspitzen ziehen.
Wer nicht den gleichen Weg nach Lukla oder Jiri zurückgehen möchte, kann nun über den Cho La Pass zu den heiligen Seen nach Gokyo absteigen. Der Pass sollte nur bei gutem Wetter überquert werden, der Aufstieg über einen Gletscher ist auch ohne Steigeisen möglich – die Sherpas laufen zum Teil in Sandalen rüber… Dabei ist der Abstieg recht exponiert, man sollte sich dafür ein wenig Zeit nehmen. Die Seen von Gokyo krönen den Abschluss eines Khumbu-Besuchs. Deutlich weniger Leute sind hier unterwegs und bei guter Aussicht kann man hier auch noch mal den Everest und einen weiteren 8000er, den Cho Oyu, erblicken. Noch beeindruckender ist der Cholatse, dessen Eisspitze hervorsticht. Im Dorf von Goyko sollte man mindestens 2 Tage verweilen, um Ausflüge zum Gokyo Ri (5500 Meter) und zu weiteren Seen nahe des Cho Oyu Basecamps zu machen. Das Licht an den Seen wechselt ständig und ist eine Inspiration für Fotographen. Auf dem Rückweg nach Lukla wird die Luft zunehmend etwas dickerer. Manchmal kann es auf dem Flughafen wetterbedingt zu tagelangen Verspätungen kommen, also bitte pünktlich kommen.

Fazit: Zeit ist der Schlüssel zum Genuss – besonders im Khumbugebiet kann man dem zunehmenden Touristenstrom entgehen. Auch wenn Khumbu immer populärer wird, gibt es noch immer wunderbare Sachen zu entdecken, die dieses Gebiet zu einem der vielfältigsten Nepals bzw. der Welt machen.

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