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Teaserbild: Über Flamingos stolpern

Über Flamingos stolpern

Über Flamingos stolpern

Während meines Studienaufenthaltes in der Hauptstadt Cagliari habe ich mehrere kleinere Touren über die Insel unternommen. Das Programm umfasste unter anderem Städtebesichtigungen (die 3 Städte mit Jugendherbergen), Klettertouren an der Ostküste, Badespaß auf San Pietro und Wanderungen in den Gebirgen von Sette Fratelli und Gennargentu.

Warum Sardinien

Sardinien ist, abgesehen vom touristischen Jet-Set-Gebiet an der Costa Smeralda im Nordosten, noch sehr ursprünglich. Beeindruckt hat mich die Insel vor allem durch seine Natur (unglaubliche Steinformationen, Macchia, alles!) und durch viele Gespräche und Geplauder mit sehr netten Menschen (allerdings sollte man Italienisch sprechen können).

Bosa am Temo (Nordsardinien)Kletterspaß in Altstadt von Cagliari

Was Sie schon immer über SARDINIEN wissen wollten…

Was kann man dort machen, außer faul am Strand rumhängen?
Die Insel hat für Sportbegeisterte sehr viel zu bieten. Surfen am Strand von Piscinas, Klettern u. a. bei Iglesias und, im Nordosten, Paddeln, Reiten und Wandern. Schwierig gestaltet sich häufig die Anfahrt, ein Auto ist also von sehr großem Vorteil. Campingplätze gibt es ausreichend, die Refugios in den Bergen waren während unserer Wanderungen im Frühjahr aber geschlossen. Bei Wanderungen ins Gebirge empfiehlt sich ein Kompass, da die Wege nicht ausreichend beschildert sind und auch Wanderführer, -karten manchmal nicht weiter halfen. Es soll sehr gute Tauchreviere geben, dazu kann ich allerdings nichts Näheres sagen. Die Strände sind meiner Meinung nach oft schöner als in der Karibik und das Wasser glasklar.

Welche Ausflüge sind empfehlenswert?
Über Ostern war ich mit einigen „Kletterkollegen“ am Golfo di Orosei, in Cala Gonone. Dort gibt es mehrere Klettermöglichkeiten. Man kann von hier aus aber auch Ausflüge nach Tiscali (Überreste eines prähistorischen Dorfes in einer riesigen Höhle) und in die beeindruckende Schlucht von Su Gorruppu machen. Genächtigt haben wir in einem Refugio, das Enzo, einem Urgestein des Kletterns, gehört. Es wurde neu auf einer alten Olivenplantage gebaut, bietet nur wenige Betten, dafür viel Platz für Zelte und ist richtig urig eingerichtet (Hängematten, Kamine, künstliche Kletterwand direkt am Haus). Es ist ein idealer Treffpunkt, um mit verschiedenen Leuten Erfahrungen und Tipps auszutauschen. Leider liegt es etwas außerhalb, aber wer in Sardinien klettern will, braucht eh ein Auto. Wer rudimentäre Auskünfte bzw. Kontaktadressen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Wenn man eher ein Genussmensch ist, lohnt es sich, eine Schlemmerreise nach Sardinien zu machen. Die Insel verfügt über einen immensen Reichtum an einheimischen Nahrungsmitteln wie leckerstes Obst und Gemüse, Reis, Kaffee, Käse (Pecorino, Dolce Sardo und einen Wurmkäse, der allerdings auf dem Index steht etc.), Mirto (typischer Likör), Dolci (torrone) etc.

Ziegen im Frühjahr bei ChiaBosa am Temo (Nordsardinien)Kletterspaß in

Was sind Murales?
Das Dorf Orgosolo in der Provinz Nuoro ist für seine Wandmalereien bzw. Graffitis (Murales) bekannt geworden. Als billiges und obendrein wirksames Kommunikationsmittel wurden so ab der Mitte der 70er Jahre des 20.Jahrhunderts politische und gesellschaftliche Meinungen und Ereignisse künstlerisch auf den Häuserwänden umgesetzt. Der Betrachter erfährt auf diese Weise etwas über Widerstandsbewegungen, ökologische und ökonomische Probleme, berühmte sardische Persönlichkeiten, aber auch einheimische Mythen und Volksglauben.

 

Wilder Westen
In der jüngeren Geschichte galt es als einfachste und sicherste Art viel Geld zu verdienen, indem man das Gör eines reichen sardischen Großindustriellen kidnappte. Mit diesem verschanzten sich die Banditen im undurchdringbaren Inneren Sardiniens und warteten seelenruhig auf die Lire. In dem Gewirr von tiefen Wäldern und unzähligen Höhlen konnte selbst die Polizei nichts ausrichten. Bis heute sollen kleinere Organisationen und Bünde das Leben im Inselinneren lenken (z.B. durch die berühmte Vendetta = Rache). Ihren Ruf als Gangster haben die Nuoresen jedenfalls weg. PS: Für Touristen besteht aber keine Gefahr, außer vielleicht, ihr überfahrt das Lieblingsschwein des Capo.

Tipps
– Live-Konzerte /„I Ratapignata“, sardischer Reggae/ Ska) an verschiedenen Bars am herrlichen Stadtstrand „Poetto“ von Cagliari oder in den Clubs (Poster auf der Straße beachten)
– keine Angst vor schlechtem Wetter, es gibt viele sehr exzellente Ausstellungen jeglicher Art (hauptsächlich in Cagliari und Sassari)
– Beobachten seltener Tiere: in und um Sardinien kann man mit etwas Glück noch Mönchsrobben, Delphine und kleine Landschildkröten beobachten; über Flamingos stolpert man hingegen fast (an den Stagni gegenüber vom Poetto bei Cagliari)
– Besuch der „Grotta di Nettuno“ beim Capo Caccia (Alghero), mehr kann man sich in der Nähe aber nicht anschauen, nach dem Motto: Bus, Grotte, Bus

Wie bewegt man sich am besten fort?
Auto: meiner Meinung nach die effektivste Fortbewegungsform, wenn man möglichst viel von der Insel sehen will (viele Auto-Vermieter akzeptieren nur Kreditkarte!)
Bus/ Zug: relativ gute und preiswerte Verbindungen zwischen den größeren Städten vorhanden, in kleinere Orte oft nur 1 mal pro Tag. Also viel Zeit und Geduld mitbringen. Achtung: häufige Streiks. Bus auch an Haltestellen mit Handzeichen anhalten.
Fahrrad: würde ich nicht empfehlen, Radtourismus weitgehend unbekannt; habe Tourenradler nur auf den Autobahnen gesehen
Per pedes: Die Entfernungen sind fast immer größer als man denkt; Trampen ist Glückssache, in solchen Situationen kommt meist auch keiner vorbei, er einen mitnimmt

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