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Teaserbild: Fuji Besteigung ? Weisheit bei Sonnenaufgang

Fuji Besteigung ? Weisheit bei Sonnenaufgang

März bis September 2002 hab ich in Tokio gearbeitet und zwischendurch und danach das halbe Land bereist. Die Hauptstadt ist als Ausgangspunkt für kleinere und spannende Unternehmungen rundherum gut geeignet. z.B. der Fuji und die vulkanisch aktive Umgebung. Längere Touren gingen nach Kyoto, Niigata, Sado, den tropischen Inseln um Okinawa und in den subarktischen Norden nach Hokkaido, wo man vorzüglich (und einsam!) wandern kann. Auf dem Fuji war ich in der Zeit zwei Mal.

Warum FUJI

Es ist der höchste (3776 m), heiligste und wegen seiner perfekt symmetrischen Form wohl auch schönste Berg Japans. Der Aufstieg ist einfach, aber dennoch eine Herausforderung – in jedem Fall unvergesslich. Von Tokio kann man in minimal 1,5 (besser 2) Tagen eine Besteigung durchführen; sehr erholsam, mal kurz der Betonwüste und den Tempelbesichtigungen zu entfliehen. Es ist eine für Japan recht preiswerte Unternehmung und bietet in der Umgebung Wandermöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und natürlich einen prima Blick auf den Vulkanriesen.

Am Schrein an der 5. Station empfiehlt sich vor dem Aufstieg noch ein Gebet um die Fujigottheit (vor allem wetter-) freundlich zu stimmen.Erstklassige Sonnenaufgänge sind auf dem Fuji garantiert. Beim Anflug auf Tokio sieht man ihn rechts aus dem Wolkenmeer herausstehen.Wenn man das Gipfeltor sieht, ist es fast vollbracht. ...oder man hat ein Gehirnödem ;)

Was Sie schon immer über den FUJI wissen wollten…

Wie einfach oder schwierig ist es auf den Fuji zu steigen?
Ein japanisches Sprichwort lautet: Einmal auf den Fuji zu steigen ist weise – wer es zweimal tut, ist ein Dummkopf. So ziemlich jeder vom Kleinkind bis zum 100jährigen versucht den Aufstieg. Dennoch ist es, wie das Sprichwort besagt, ein nicht zu unterschätzender Berg. Der Weg ist leicht erkennbar und wenn nicht vereist auch leicht begehbar. Doch mit der Höhe von fast 3800m hat man gute Chancen, Symptome der Höhenkrankheit zu bekommen, zumal man Stunden vorher von Meereshöhe startet. Zudem macht Wetter und Temperaturen (Minusgrade, starker Wind, Wolken, Regen) die Besteigung nicht leichter, genauso wie der Aufstieg über Nacht. Die Kombination all dessen erklärt wohl, warum man oben gelegentlich den Göttern begegnen soll…

Welchen Gefahren bin ich beim Aufstieg ausgesetzt?
Jährlich sterben Menschen vor allem an Herzinfarkten und durch herunterrollende Steinlawinen, seltener an der akuten Höhenkrankheit. Bei starkem Wind empfiehlt es sich, auf den Kraterrundgang zu verzichten, jährlich werden auch ein paar Leute vom Rand herunter oder in den Krater hineingeweht. Aber immerhin überleben fast alle Aufsteiger, und zwar gesund und freudestrahlend! Während der Saison ist immer Personal für erste Hilfe bei den Hütten.

Im Frühjahr ist Japan im Ausnahmezustand oder auch im Kirschblütenrausch. Allerorts trifft man sich nachts zum „Hanami“ mit Sake und Sushi unterm Kirschbaum um eine Woche lang die vergängliche Schönheit der Blüte zu feiern.Am Schrein an der 5. Station empfiehlt sich vor dem Aufstieg noch ein Gebet um die Fujigottheit (vor allem wetter-) freundlich zu stimmen.Erstklassige Sonnenaufgänge sind auf dem Fuji garantiert. Beim Anflug auf Tokio sieht man ihn rechts aus dem Wolkenmeer herausstehen.

Was kann man in den Wäldern rund um den Fuji alles entdecken?
Im Fuji-Nationalpark, am Fuße des Vulkans, hat sich durch die Ausbrüche der letzten Jahrtausende eine reichhaltige und einzigartige Flora und Fauna entwickelt, die man durch Wanderungen von einer der Basisstationen hautnah erleben kann. Hartnäckig hält sich das Gerücht, das die Tokioter die Wälder rund um den Berg bevorzugt zum Suizid nutzen. Und in der Tat: Einmal im Jahr durchstreifen Polizisten das Terrain um die Leichen einzusammeln und zu identifizieren. Suizid wird von der Japanischen Gesellschaft anders bewertet als bei uns, bisweilen wird er sogar Ehrenrettung erwartet, z.B. bei hochrangigen Politikern, Geschäftsmännern oder Medienberühmtheiten. Da dem Fuji als heiliger Berg ein besonderer spiritueller Status zukommt, wird dieser Ort häufig für den Freitod gewählt.

 

Wie plane ich den Aufstieg am Besten?
Zunächst empfehle ich die Kawaguchi-ko Hauptroute zu nehmen, da die Transportmöglichkeit dort am Besten sind und die Route am einfachsten ist. Alle Alternativrouten dauern länger, sind dafür aber auch einsamer.
Kurz vor der Saison (Ende Juni) ist die allerbeste Aufstiegszeit. Die spannendste Version einer Fujibesteigung beginnt man in der Nacht so gegen zehn Uhr. Die Logik ist bei Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen. Dieses Erlebnis über den Wolken im Land der aufgehenden Sonne ist sehr eindrucksvoll. Aber natürlich ist auch eine Besteigung am Tage möglich und lohnenswert. Etwa 5 h ohne Pausen von der 5.Station (2305m) einplanen (vorher nach Sonnenaufgangszeiten fragen).

Was mache ich oben und wie komme ich wieder runter?
Es fühlt sich oben wesentlich kälter an als die wahrscheinlich angezeigten –10°C … wenn man also noch fit ist, kann man nach Sonnenaufgang: im einstündigen Marsch einmal um den Krater laufen, eine Postkarte vom höchsten Punkt Japans schreiben und zur Post bringen, seine Eltern anrufen (vom höchsten und teuersten Telefon in Japan), viele Photos machen und neben Tee & Nudelsuppe sogar Souvenirs einkaufen. Runterwärts gibt’s neben der gekommenen Aufstiegsroute noch den sogenannten Sunbashiriguchi-Weg, der im unteren Teil aus lockerem Vulkansand besteht: man kann in 3 m Sprüngen den halben Berg hinunterrennen ohne seine Knie zu zerstören. Der Weg ist interessant, dauert aber insgesamt länger (vorher über Rücktransport von dort informieren). Ski oder Snowboard nach unten geht bis Mitte Juni ebenso.

Was mache ich, nachdem ich wieder unten bin?
Während des eisigen Aufstieges formiert sich sicherlich die Wunschfantasie, alsbald in einem Onsen zu entspannen (heißes Vulkanwasserbad) – sehr zu empfehlen! Unten in Kawaguchiko gibt es mehrere; ein einfacheres gleich gegenüber vom Bahnhof mit Blick auf den Berg, während man bis zur Nase im heißen Sud sitzt. Im Restaurant gegenüber der Touristeninformation serviert man leckere Rieseneintöpfe zum Auffüllen der Energiereserven. Die Umgebung rund um den Vulkan bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten (z.B. eine vulkanisch geformte Eishöhle) und auch einfachere Wandermöglichkeiten auf den Bergen rundherum. Man kann dort locker noch 2 interessante Tage zubringen. Den unweit des Berges gebauten riesigen Vergnügungspark mit Achterbahn und allem drum und dran kann man sich antun, wenn man auf dem Fuji noch nicht genug Adrenalinschübe hatte. Besonders interessant ist die nordöstlich gelegene Hakone Region. Dort gibt es neben einem aktiven Vulkan, berühmten Schreinen, einer recht interessanten Kunstausstellung auch einige exklusive Onsen in allen vorstellbaren Wasserfarben und -gerüchen. Oder wer den Fuji vom Meer aus sehen will – in 1-2 Stunden ist man an den Stränden von Enoshima oder Kamakura mit jeder Menge berühmter japanischer Tempelwahrzeichen gleich um die Ecke.

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