Lykischer Wanderweg “Lykia Yolu”

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Reiseberichte Europa Türkei Katja | 28. September 2012

Lykischer Wanderweg "Lykia Yolu"

In der Türkei gibt es neben Kaffee und Hotelburgen auch fantastische Fernwanderwege. Der bekannteste dürfte der „Lykische Weg“ an der Südwestküste des Landes sein. Er führt über mehr als 500 km von Fethiye nach Antalya, bietet dabei einen einzigartigen Wechsel von Bergen, Küste und Kulturstätten.

Warum Türkei

Und da man bekanntermaßen das schnöde Herbstwetter Leipzigs nicht immer gut ertragen kann, haben wir uns Ende Oktober für 10 Tage auf den Weg gemacht.

Felsengräber bei MyraBlick zum OlymposTheater Xanthos

Was Sie schon immer über die TÜRKEI wissen wollten…

Der Start:
Auf ging’s also mit dem Flieger nach Antalya, von dort gleich weiter mit dem Bus ganz nach Westen, nach Fetiye. Wir hatten dort ein günstiges Hostel vorbestellt, so wurde uns netterweise auch um ein Uhr nachts noch geöffnet, wir konnten schlafen und am nächsten Morgen gleich los. Mit dem Dolmus (türkische Sammeltaxis) zum Startpunkt des Weges, der mit gelben Schildern und roten Markierungen ausgeschildert ist.

Orientierung:
Für ein wenig Verwirrung sorgte bei uns noch die Tatsache, dass rote Pfeilspitzen (in etwa so was: >) nicht meinten, in Richtung der Spitze zu gehen, sondern eine Kurve, ein Abbiegen in Richtung des unteren Zeichenendes bedeuten. Und ja, der Weg ist größtenteils gut markiert, aber eben nicht immer. Dann hilft in vielen Fällen ein Blick ins Buch (unerlässlich: Kate Glow: The Lycian Way). Hier wird Etappe für Etappe beschrieben, wo es langgeht, teilweise anhand von Auffälligkeiten in der Natur oder eben der Bebauung. Die Karte im Buch ist auch gut, hilft aber nicht an jeder Kreuzung. Wenn also wirklich kein Zeichen an der Kreuzung zu finden ist, half uns nur die Trennung, bis einer von uns den Weg gefunden hatte und den anderen rufen konnte. Das hat – trotz der Tatsache, dass sich natürlich auch in der Türkei ordentlich was ändert, Straßen, Wege, Gebäude neu entstehen und Landschaften sich verändern – nie zu wirklichen Problemen geführt.

MyraDer Morgen danach - Ölü DenizLagerfeuer am Hirtenrastplatz bei Ölü Deniz

Die Tour:
Wir sind also von Fethiye aus los und wurden schon bald im „Geisterdorf Karakoy“ mit der türkisch-griechischen Geschichte konfrontiert. In den folgenden Tagen gab es einen Mix aus Bilderbuchstränden, manchmal gut besucht, manchmal fast verlassen, schroffen Bergmassiven, die zu erklimmen waren, Olivenhainen, Dörfern mit netten Menschen und nicht so netten Hunden und jede Menge Kulturerbe: die Feuer von Chimaira nahe Olympos zählten für uns ebenso zu den kulturellen Highlights wie die Felsengräber von Myra, oder der Strand und die Ausgrabungsstätte von Phaselis.
Den gesamten Weg kann man wohl in 4-5 Wochen schaffen, soviel Zeit hatten wir aber nicht. Wir haben uns auf den ersten Teil konzentriert und im zweiten Abschnitt einige Strecken mit dem Dolmus überbrückt. Und wenn man den gerade verpasst hatte (und er halt nur einmal am Tag fuhr), funktionierte auch Trampen ganz gut.
Das eigentliche Erlebnis waren für uns aber die Wanderungen in einer sagenhaften Landschaft. Die lykische Küste ist recht steil, so dass man teilweise lange An- und Abstiege in Kauf nehmen muss, man wird aber mit Ausblicken erster Klasse entlohnt, kleinen türkisblauen Buchten und beinahe unberührter Natur.
In der Türkei ist Wildcampen erlaubt, so dass wir unterwegs – bis auf eine Ausnahme in Olympos, wo es Baumhäuser und kleine Pensionen gibt – im Zelt geschlafen haben. Alte Hirtenrastplätze und Olivenhaine bieten sich hierfür super an. Es funktioniert wohl auch, die Routen so zu planen, dass man abends immer an einer Unterkunft ankommt. Das spart Gepäck und die manchmal etwas länger dauernde Suche nach einem Schlafplatz (der steinige Untergrund kann für sensible Rücken ein Hindernis sein). Da aber in der Karte Wasserstellen eingezeichnet sind und man auch fast jeden Tag an einem Dorf vorbeikommt, muss man nicht die Verpflegung für die ganze Zeit auf dem Rücken tragen.

Fazit:
Unserer Meinung nach einer der schönsten Fernwanderwege überhaupt, durch Routenoptionen und Abstecher für Sportwanderer ebenso geeignet wie für Genussmenschen. Gut ausgeschildert und im Gegensatz zu manch europäischen Fernwanderwegen kein bisschen überlaufen.

Weiterschmökern:


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2 Kommentare

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    Fran | 28. September 2012, 14:39

    Die Bilder sind wirklich schön :) Da würde man am liebsten seine Wandersachen packen und losstiefeln :)

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    Frieder Wolff | 16. Februar 2014, 19:03

    Ich stimme völlig überein, die Landschaft ist grandios, der Weg wunderschön und ich bin ihn tatsächlich in fünf Wochen fast komplett gelaufen. Das war eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens, und wenn auch viel schief gegangen ist, ich würd es wieder tun. Freunde, die meine Einträge auf Facebook gelesen haben, haben mich überredet, aus der Reise ein Buch zu machen (Frieder Wolff: Die Maus, die im Türstock krabbelt). Ich habe übrigens bereits nach wenigen Tagen meine Campingausrüstung zurück in die BRD geschickt, da sie für mich alleine zu schwer war, und bin billig und herzlich in all den kleinen, skurrilen Pensionen auf dem Weg aufgenommen werden. Der Weg ist auf jeden Fall super empfehlenswert :-)

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Short Cuts Türkei

Beste Reisezeit:
September bis Anfang November und März bis Mai sind ohnehin die besten Zeiten, im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt (wir sind bis in die ersten Novembertage hinein unterwegs gewesen und konnten noch baden gehen).

Hin- und Wegkommen:
Am günstigsten nach Antalya, denn das ist ein beliebtes deutsches Pauschaltouristenziel. Flieger gehen das ganze Jahr über, werden ab Anfang November bis März aber seltener. Innerhalb der Türkei gibt es Dolmusse, Sammeltaxis, die einen günstig vom Flughafen in die Stadt bzw. zum Busbahnhof bringen. Langstreckenbusse fahren von dort aus regelmäßig von Ankara nach Fethiye, dafür 4-8 Stunden (je nach Route) einplanen.

Sprache:
Viele Leute in der Westtürkei sprechen auch Deutsch, Tourismus und Arbeitsmigration machen es möglich. Englisch bringt einen auch oft weiter, aber ein türkisches „Tescheküler“ als Dankeschön und weitere kleine Phrasen machen sich natürlich immer gut.

wwwo beginnen

lycianway Updates zum Literaturtipp gibt es auf ihrer Website 

lykischerpfad
 Eine nette Beschreibung auf Deutsch mit weiterführenden Hinweisen

opodo Es fliegen viele deutsche Fluglinien nach Antalya, am besten via Suchmaschinen alles durchforsten

Türkei

Nicht vergessen

  • Zur Ausstattung gehört am besten ein Ultraleichtzelt, denn man merkt selbst dann noch spätestens beim Absetzen des Rucksacks, dass man einige Kilos mitschleppt.
     
  • Wer seinem Magen nicht traut, nimmt am Besten auch Micropur Tabletten zur Wasserentkeimung mit, ist aber eigentlich nicht nötig.
     
  • Und Schlappen nicht vergessen, sind leicht und am Abend bzw. bei Zwischenstopps viel besser als die schweren Wanderstiefel, die man den ganzen Tag schon anhatte.

Literatur

Die Markierung wurde 1999 auf Initiative von Kate Glow angelegt, ihr Buch „The Lycian Way“ ist essentiell und hinreichend für die Wanderung. Wanderkarte ist inklusive. (wir haben unser Buch nach etwa der Hälfte der Strecke verloren und den Weg auch mit der Kopie einer Karte noch gefunden).