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Teaserbild: Das grüne Paradies

Das grüne Paradies

Das grüne Paradies

Nach unserer ersten Südamerika-Reise 2007/08 stand für uns fest – wir wollen unbedingt ein zweites Mal nach Bolivien reisen! Dieses Mal, im Frühjahr 2012 wollten wir jedoch die andere Seite dieses wunderschönen Reiselands kennenlernen – das Tiefland, mit seinem immergrünen tropischen Regenwald! In der Wiederauswilderungsstation der zwei Chemnitzer vom „Projekt Regenzeit“ leisteten wir freiwillige Arbeit und lernten sowohl die dortige Bevölkerung als auch den Urwald und seine tierischen Bewohner kennen und lieben…

Warum Bolivien

Bolivien hat viele Gesichter – das karge Hochland mit seinen schneebedeckten Gipfeln der „Cordillera Blanca“, die Salzwüste, schöne Städte wie Sucre oder Tarija aber auch wunderschönen tropischen Regenwald mit einer ungeheuer großen Vielfalt an Arten. Vor allem dieses grüne Paradies wollte ich als Biologin unbedingt kennenlernen! Außerdem ist Bolivien als Reiseland noch recht ursprünglich. Man kann dort Abenteuer finden, die anderswo mittlerweile undenkbar wären. So hat man beispielsweise noch die Möglichkeit auf eigene Faust eine Dschungeltour zu planen. Zudem ist Bolivien sehr preisgünstig, was das Reisen gerade für Studenten sehr angenehm macht. Natürlich muss man hier und da auf so manchen Komfort verzichten, doch daran gewöhnt man sich sehr schnell. Und die wunderschöne Landschaft entschädigt für fast alles!

TarantelDas Grüne Paradies!Rio Beni

Was Sie schon immer über BOLIVIEN wissen wollten…

Ist die gefährlichste Straße der Welt wirklich so schlimm?
Um das schöne Dschungelstädtchen „Rurrenabaque“ von La Paz aus zu erreichen, gibt es nur 2 Möglichkeiten – entweder einen 40minütigen Flug über die Anden mit einer wenig vertrauenserweckenden 2-Propellermaschiene, oder ca. 20 Std. Bus fahren. Da Bus fahren erheblich billiger ist, entscheiden sich viele Backpacker (so auch wir) für die Klapperkiste auf 4 Rädern. Im Reiseführer wurden wir bereits vorgewarnt – während der Regenzeit sei diese Strecke (La Paz – Rurre), ein wahrer Höllentrip! Und der Reiseführer sollte Recht behalten… Die Straße ist total schmal, sehr schlammig, überall gibt es Erdrutsche und es geht extrem steil abwärts. An manchen Stellen sogar bis zu 1km! – das alles natürlich ohne Leitplanke… Dazu kommt dann auch noch Gegenverkehr – und eh man sich versieht, trennen einen nur noch wenige Zentimeter vom freien Fall! Das sorgte bei uns für 22 Stunden pures Adrenalin! Selbst die busfahrroutinierten Bolivianer lässt diese Strecke nicht kalt und eine deutsche Touristin hat während der Fahrt vor lauter Angst sogar geweint… Letzten Endes wurde aber alles gut – wir erreichten unser Ziel gesund und munter – aber für schwache Nerven ist das wirklich nichts! Da sollte man das Flugzeug vorziehen – denn das bedeutet nur 40 Minuten Nervenkitzel.

Worauf sollte man bei einer Dschungeltour achten?
Es gibt in Rurrenabaque extrem viele Anbieter für Dschungel- oder Pampatouren. Das Angebot reicht von totalen Billig-Angeboten bis hin zu recht luxuriösen Lodge-Touren. Viele der Touristen, zumeist junge Leute mit knappem Reisebudget, wollen natürlich Geld sparen und wählen eines der Billigangebote. Hierbei sollte man sich aber unbedingt bewusst sein, dass man sich damit auch gegen nachhaltigen und ökologisch vertretbaren Tourismus entscheidet. Die Tiere werden gefüttert, angelockt und sogar angefasst. Auch ist bekannt geworden, dass viele dieser Agenturen Jagdtourismus betreiben. Wem also etwas an nachhaltigem Ökotourismus in diesem einzigartigen Lebensraum gelegen ist, der sollte etwas mehr Geld für eine solche Tour einplanen und sich vorher und vor allem vor Ort genau über die Anbieter informieren.

Straße La Paz -  RurreRurre von obenunterwegs

Sieht man viele Tiere auf einer Dschungel- oder Pampatour?
Angeboten werden sowohl Dschungel- als auch Pampatouren. Viele der Touristen sind sich meist unsicher, wofür sie sich entscheiden sollen. Hier sei gesagt: im Dschungel ist es definitiv viel schwerer Tiere zu sehen als in der Pampa, denn die Tiere können sich sehr gut verstecken. Man sieht mitunter viele Spuren und hört auch viele Tiere wie beispielsweise Brüllaffen, Tukane, Frösche. Aber zu Gesicht bekommt man leider nur die Wenigsten. Bei Pampatouren hingegen ist die Möglichkeit Kaimane, Vögel, Wasserschweine oder sogar Anakondas vor die Linse zu bekommen viel größer, da die Landschaft offen ist. Vor allem in der Trockenzeit ist die Wahrscheinlichkeit noch höher, da sich die Tiere an den wenigen verbliebenen Wasserstellen sammeln.

Gibt es viele eklige Krankheiten im Regenwald?
In der Tat – man sollte sich im Dschungel eher vor den ganz kleinen Tierchen fürchten als vor den großen. Denn es bedarf schon eines äußerst großen Zufalls, beispielsweise von einem scheuen Jaguar attackiert zu werden. Vielmehr liegt die große Gefahr bei Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber, die meist durch Mückenstiche übertragen werden. Bei unserer Arbeit auf der Auswilderungsstation wurden wir jedoch Zeugen einer ganz anderen fiesen „Insektenattacke“: Eine kleine Schmetterlingslarve hatte es sich nämlich seit einigen Wochen im Fuß des Projektleiters bequem gemacht. Der Arzt im Krankenhaus versuchte bereits vergeblich, den kleinen Mitbewohner zu entfernen, jedoch ohne Erfolg. Etwas berauscht vom Singani (ein hochprozentiger Schnaps) wurde schließlich nicht lang gezögert und zur ursprünglichen Methode übergegangen. Zunächst wurde die Wunde mit Tabak verschlossen, um die Luftzufuhr nach innen zu unterbinden. Das gefiel dem kleinen Mistding natürlich nicht – es starb… – und die tote Larve ließ sich schließlich mit etwas Geduld und viel Kraft aus dem Fuß quetschen. In etwa wie die Entfernung eines dicken Pickels… Das klingt natürlich alles recht eklig, ist aber im Grunde halb so wild.

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