Tagestour am Linn of Dee

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Reiseberichte Europa Schottland Kai | 26. November 2012

Tagestour am Linn of Dee

Auf unserer Schottlandrundreise im Herbst 2012 hat sich eine Wanderung im Cairngorms National Park im Osten des Landes besonders hervor getan: Eine Tagestour am Linn of Dee.

Warum Schottland

Schottland ist ein faszinierendes Land mit einer spannenden Geschichte, freundlichen Menschen und einer atemberaubenden Landschaft. Zudem ist es relativ gut zu erreichen und nicht besonders groß. Man braucht nur ein-zwei Stunden aus den urbanen Regionen um Edinburgh und Stirling nach Norden zu fahren und schon ist man in den Highlands. In unserem Fall im Cairngorm National Park, genauer gesagt Braemar.

Blick in das Glen DeeChest of DeeBlick auf den Macdui

Was Sie schon immer über SCHOTTLAND wissen wollten…

Braemar:
Breamar ist ein kleines Dorf mit etwa 400 Einwohnern im Aberdeenshire in den Highlands, 90 Kilometer westlich von Aberdeen. Bekannt ist die Region vor allem durch das Balmoral Castle, den Sommersitz der Queen. Wir übernachteten im gemütlichen Cranford B&B Guesthouse. Das ausgiebige und sehr leckere Frühstück war eine gute Grundlage für den Tag.

Die Wanderung:
Ein paar Kilometer westlich von Braemar ist der Startpunkt für die Wanderung: Der Linn of Dee Car Park – hier hat sich der Fluss Dee tief in das Gestein geschnitten, ein so genanntes Linn. Der erste Teil der 26 km langen Wanderung führt entlang des Flusses. Dieser schlängelt sich immer tiefer in das Glen Dee, eine typisch schottische Tallandschaft der Highlands. Der Weg ist hier gut ausgebaut und man trifft auch auf Mountain Biker, die hier unterwegs sind. Nach anderthalb Stunden wird das Gelände etwas hügeliger, der Weg schmaler und man erreicht die Chest of Dee. Hier trifft man auf glasklare Bassins und rauschende Wasserfälle. Der Weg führt weiter in das Tal und steigt langsam an. Bald darauf sieht man schon die Corrour Bothy. Der Weg dorthin ist stellenweise nur noch ein Trampelpfad und bei Regen kann es recht matschig werden.

Der Fluss DeeLinn of DeeNochmal der Fluss Dee

Auf der Hälfte der Strecke liegt dann die Corrour Bothy. In der Hütte, die 1877 als Unterschlupf für Hirschjäger errichtet wurde, kann man eine kurze Pause einlegen und trifft unter Umständen auch auf Wanderer anderer Routen. Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf den Ben Macdui. Auf dem Rückweg geht man auf einem schmalen Weg die Hänge des Carn a’ Mhaim hinauf, der einzige größere Anstieg der Tour. Danach geht es bergab in ein weiteres Tal, das Glen Luibeg.
Die letzte kleine Herausforderung der Wanderung ist die Überquerung des Luibeg Burn. Hier muss man über einige Steine durch den Fluss balancieren. Danach geht es in auf gut ausgebauten Wegen durch waldigere Gebiete und ein Moor bei Derry Lodge. Hier haben uns dann auch die Midges überfallen, die kleinen Mücken, die so typisch für die schottischen Highlands sind. Ein Tipp für alle, die keine Lust haben ihr Pause unter Midges zu verbringen: Bevor man vom Carn a‘Mhaim hinabsteigt, kann man viel entspannter eine Pause einlegen, da dort nicht so viele Midges unterwegs sind und es auch windiger ist als im Tal. Die letzten Kilometer führen dann entlang eines Kiefernwaldes wieder Richtung Parkplatz. Alles in allem eine schöne Wanderung durch eine typische Highlandlandschaft – Schottland pur!

Weiterschmökern:


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Short Cuts Schottland

Anreise:
Nach Schottland kommt man am besten mit dem Flugzeug. Es gibt viele Verbindungen nach Glasgow und Edinburgh. Nach Braemar kommt man am besten mit dem Auto. Es gibt aber auch eine Busverbindung aus Aberdeen.

Einreise:
Zur Einreise aus Deutschland genügt ein Reisepass oder Personalausweis.

Finanzen:
Die offizielle Währung des Vereinigten Königreiches ist das Pfund Sterling, wobei die schottischen Banken teilweise eigene Pfundnoten herausgeben. Diese haben jedoch den gleichen Wert wie die englischen Banknoten.

Reisezeit:
Die beste Reisezeit ist Frühjahr und Herbst. Wer es etwas wärmer mag, kann auch im Sommer in die Highlands, muss dann allerdings mit erhöhtem Midgeaufkommen rechnen.

Sprache:
In Schottland spricht man Englisch, behaupten zumindest die Schotten. Manchmal muss man schon genau hinhören, wenn man den schottischen Akzent nicht gewohnt ist, aber man kommt schon gut zurecht. Besonders im Norden ist auch das Gälische verbreitet, so sind z.B. dort die meisten Ortsschilder zweisprachig.

wwwo beginnen

Eine erste Anlaufstelle für alle Schottlandreisenden: visitscotland

Informationen über die Region Braemar: braemarscotland

Informationen über die Cairngorm Mountains: discoverroyaldeesid

Unser B&B während unseres Aufenthalts in Braemar: cranfordbraemar

Ein Gälisch-Wörterbuch braucht man zwar eigentlich nicht, aber es ist ganz interessant, wenn man weiß, was es mit den Burns, Invers und Bens auf sich hat: lexilogos

Schottland

Nicht vergessen

  • Besondere Ausrüstung benötigt man für die Wanderung nicht. Ein paar gute Wanderstiefel sollten es aber schon sein, da der Weg an einigen Stellen recht matschig werden kann.
     
  • Was man in Schottland aber immer dabei haben sollte, ist eine vernünftige Regenausstattung. Neben einer Regenjacke (mein Tipp: die Berghaus Paclite Extreme - sehr gute Atmungsaktivität und sehr leicht und kompakt) sollte man auch über eine Regenhose nachdenken.
     
  • Ein Tipp für alle, denen das Aus- und Anziehen einer Regenhose zu umständlich ist: Rainlegs. Diese Regenhose schützt hauptsächlich die Oberschenkel und Knie und damit die Bereiche, die das meiste Wasser abbekommen und lässt gleichzeitig genügend Luft an die Beine. Und wenn der Regen aufhört kann man die Rainlegs aufwickeln und wie einen Gürtel tragen ohne sie abzunehmen.
     
  • Wenn man zwischen Mai und September in Schottland unterwegs ist, kann man öfters auf Midges treffen. Da es während unserer Wanderung selten windstill war, hatten wir nicht so viele Probleme mit ihnen aber ein Mückenabwehrmittel sollte man schon in der Hinterhand haben. Bei uns hat sich Smidge bewährt. Ein schottisches Anti-Midge-Produkt.
     
  • Noch ein allgemeiner Ausrüstungstipp für Wanderungen und besonders für die schnell wechselnden Wetterbedingungen in Schottland: Das universelle Buff-Tuch. Egal ob als Schall, Mütze, Sturmhaube oder Zopfband - man hat es schnell zur Hand und kann es vielfältig einsetzen.

Literatur

Einen kurzen Überblick über die Wanderung gibt der Lonely Planet Walking Guide "Walking in Scotland" von Sandra Bardwell von 2007.

Eine gute Karte, die wir auf der Wanderung dabei hatten, ist die Landranger Map 43 "Breamar and Blair Atholl" (1:50.000) von 2008.