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Teaserbild: Testbericht Rejka Olanka Light

Testbericht Rejka Olanka Light

Durch Zufall ist Tobias bei der Suche nach einem geeigneten Winterzelt für eine Kungsleden-Tour im  März 2013 bei uns auf das Angebot des tapir-Testteams gestoßen und hat das Rejka Olanka Light dann für 6 Nächte der knapp 2 Wochen, die er unterwegs war, ausgiebig getestet. Lest selbst, wie sich das freistehende Kuppelzelt bewährt hat und ob es seinem Vorbild, dem Staika von Hilleberg, das Wasser reichen kann.

 

Materialien, Konstruktion und Detaillösungen

Das Olanka Light ist die kostengünstigere Version des Hilleberg Staika – oder könnte es sein. Die Ausmaße, der Schnitt, die knapp 9l Packmaß und 3,8 kg Gewicht ähneln ihm zumindest sehr. Viel kann ich zu dem Vergleich der beiden Zelte leider nicht beitragen, da ich nur mit dem Olanka Erfahrung sammeln konnte. Für das Mehr jedoch, das man bei Hilleberg zahlt, bekommt man wenigstens eine Internetpräsenz mit nützlichen Tipps und Tricks rund ums Zelten und zu dem Zelt der Wahl geboten. Etwas, das bei Rejka eher fehlt. Das scheint zwar etwas Generelles der beiden Firmen zu sein und hier vielleicht fehl am Platz, aber ich komme darauf gleich zurück.

Ausgeschrieben ist das Olanka Light auf der tapir-Homepage und auch bei anderen Outdoorseiten als 4-Jahreszeiten-Zelt. Rejka selbst führt es aber nicht in der Professional-Serie, wo das andere 4-Jahreszeitenzelt der Marke, das Akjer, zu finden ist, sondern unter der Rubrik „Trekking light“. Macht aber nichts, denn die integrierten Snow-Flaps waren für uns Hinweis genug auf die von den Entwicklern erdachte Nutzung. Die harten Fakten lassen daran auch nicht zweifeln: Das Außenzelt schützt mit beidseits silikonbeschichtetem Ripstop-Nylon mit einem typischerweise sehr guten Abperlverhalten und einer dazu passenden, getesteten  Wassersäule von 3.000mm vor Nässe von oben. Der Boden des Innenzeltes besteht aus polyutheranbeschichtetem 210T Nylon mit einer Wassersäule von maximal 10.000mm. Drei 9,5 mm dicke, solide Stangen aus eloxiertem 7001 TG-Aluminium, die sich dreimal kreuzen, tragen die Zeltkonstruktion in Geodätmanier. So hat man in wenigen Minuten ein  freistehendes 2- Personen-Zelt mit 2 separaten Apsiden. Der Fußpunkt einer jeden Stange kann nochmal nachgespannt und mit Heringen fixiert werden. Die Sturmbefestigung erfolgt Rejka-typisch in Triangelform mit weiteren Abspannleinen an den Gestängeverläufen bzw. einer zusätzlichen an einer Zeltseite. Wir hatten zwar nicht viel Wind und nur wenig Schneefall, aber auf Youtube gibt es einen recht eindrucksvollen Sturmtest des Zeltes, der zeigt, dass man es bis zu einer Windgeschwindigkeit von 60 km/h, also ca. 7 Beaufort, gut nutzen könne.

Jede Apsis kann durch einen der beiden Eingänge erreicht werden, und wiederum von jeder Apsis gelangt man in das Innenzelt. Für uns sehr komfortabel, denn für beide war das Gepäck mühelos erreichbar und der Weg nach draußen wurde durch nichts als die eigene Trägheit versperrt. Bei den Eingängen des Außenzeltes hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht: Bekannt sind mir ja 2-Wege-Reißverschlüsse, aber die 4 Zipper, die man dort findet, gewähren maximale Öffnung bei erhaltener Snow-Flap-Funktion. Zusätzlich kann der Eingang, je nach Nutzung, in einer eigens dafür erdachten, nützlichen Tasche verstaut werden und ist so vor Fußtritten und ähnlichem geschützt. Die Reißverschlüsse sind von außen nochmal abgedeckt und schützen effektiv vor eindringendem Wasser.  Einzig ein wirksamer Insektenschutz fehlt hier.  Dieser wiederum ist aber als Moskitonetz in den Eingang des Innenzeltes eingesetzt, hier aber leider nicht separat nutzbar. Das Innenzelt ist vom Material her ausreichend stabil (190T Ripstopnylon) und bietet genügend Platz für 2 überdurchschnittlich lange Insassen in dicken Daunenschlafsäcken und dem üblichen Kram, den man eben mit ins Innenzelt nimmt. Die Eingänge können wieder in Taschen verstaut werden, am Dach sind Schlaufen zum Aufhängen von Utensilien angebracht und jeder hat eine eigene, ganz persönliche Tasche am Kopfende. Trotzdem erfolgte das An- und Ausziehen bei uns gestaffelt und auch wenn man im Zelt sitzen kann und die steilen Wände viel Kopfbeweglichkeit zulassen, kam es nachts immer wieder zu Kontakt zwischen Schlafsack und Zeltwand. Kondenswasser wäre in diesem Falle ein echtes Problem, wenn nicht die zahlreichen Belüftungsmöglichkeiten wären. Ich kann sie hier nur beschreiben und nur wenig über die Praxis sagen,  denn ein Belüftungsproblem hatten wir nicht: Das Außenzelt hat raffbare, und nach oben zu befestigende Snow-Flaps, die bei geschlossenem Eingang mit den drei Lüftern am Zeltdach genügend Frischluftzirkulation ermöglichen sollen. Bei den Lüftern sorgt eine entsprechende Vorrichtung, bestehend aus einer kleinen Stange und einem vernähten Klettverschluss zuverlässig dafür, dass sie sich nicht von selbst wieder verschließen. Ein Moskitonetzeinsatz verhindert hier das Eindringen von Insekten. Das Innenzelt hat zu Belüftungszwecken den Mesh-Einsatz im Eingang und zusätzlich noch zwei in der Decke, die per Reißverschluss auch ganz geöffnet werden können.

Im Lieferumfang enthalten sind noch eine Regenhutze, deren Wert wir nach unserer Tour nicht einschätzen können (lässt sich aber leicht und schnell montieren und nachspannen), eine Reparaturhülse für das Gestänge, die wir glücklicherweise nicht benötigten, und die Standardheringe, die nicht wintertauglich sind. Für den Gebrauch von Frühling bis Herbst bietet es sich an, die passende Zeltunterlage bei Rejka zu bestellen.

 

Das Olanka Light im Praxistest

Vorhin habe ich das Problem mit der etwas dürftigen Internetpräsenz erwähnt und wahrscheinlich empfinde ich das hauptsächlich so, weil ich die von Hilleberg so überzeugend finde. Aber es hat auch einen praktischen Grund: Die Aufbauanleitung, wie bei den Rejkazelten so üblich, ist in und an den Packsack genäht. Gleich beim ersten, wirklich vorsichtigen Verpacken des Zeltes in den Packsack ist diese Anleitung abgerissen. Das war eine kleine Ernüchterung in Sachen Verarbeitung oder aber gewollt, denn die Anleitung taugt nichts. Das kann in aller Entschiedenheit so gesagt werden, denn erstens ist sie sehr umständlich formuliert und zweitens per Copy & Paste-Verfahren von einem anderen Zelt übernommen worden und damit falsch. Wer also bei drei gleich langen Stangen versucht, die längere zu finden, sollte diese Zeit besser nutzen, um die Beschreibung aus dem Packsack zu lösen. Hier hätte ich mir eine ausführliche Anleitung gewünscht, gern auch im Internet. Der Packsack an sich nimmt mit seinen fast 9l zwar etwas an Volumen ein, lässt sich aber gut verstauen. Einzig der Verschluss ist nicht gut gelungen, lässt er sich doch nicht wasserdicht verschließen (was auf dem Foto zu sehen ist, war das höchste der Gefühle).

Die Freude und Spannung beim ersten Aufbau (noch im Garten) war also etwas getrübt und damit war es noch nicht ganz vorbei: Die Abspannleinen waren alle fein säuberlich aufgerollt. Entrollt offenbarten sie aber alle einen Knoten, der das Nachspannen verhinderte und es war erforderlich, jede einzelne Abspannleine zu lösen und zu entknoten. Ein weiteres Problem zeigte sich bei den Reißverschlüssen. Diese waren nämlich zwecks besserer Handhabung mit geknoteten Bändchen versehen, welche sich aber entweder schon gelöst hatten oder bei den ersten Benutzungen lösten. Das sind alles keine großen Schwierigkeiten, aber etwas mühsam war es doch und es lässt einen vorübergehend grübeln, ob man nicht gerade die Katze im (Pack)Sack gekauft oder zumindest geliehen hat.

Auf dem Kungsleden unterwegs hatten wir dann aber erst einmal keine Schwierigkeiten. Der Aufbau gestaltete sich, je nach Fingerfertigkeit, auch mit Handschuhen als machbar und vor allem schnell, der Platz war wie beschrieben nicht überdimensioniert, aber vollkommen ausreichend und mit den Apsiden auf beiden Seiten ergab sich ein noch größeres Raumgefühl und über den „light“-Aspekt lässt sich vielleicht streiten, aber für 2 Personen war das Gewicht schon (er)tragbar. Statt der Heringe haben wir leichte, 30cm lange Alustangen aus dem Gartenbedarf genommen. Die haben kein relevantes Gewicht und eignen sich zum Fixieren des Zeltes. Die Abspannleinen haben wir an unseren Ski und Stöcken (quer im Boden verankert) befestigt. Wäre der letzte Tag nicht gewesen, ich hätte dem Zelt das Prädikat vollkommen wintertauglich gegeben! Dann hat sich leider herausgestellt, dass die Reißverschlüsse des Innenzeltes das gefrierende Kondenswasser nicht so gut vertragen. Auf beiden Seiten liefen sie nur schwergängig und etwas frustriert haben wir bei einem auch kapituliert und ihn erst wieder im Warmen benutzen bzw. reparieren können.

 

Fazit

Das Rejka Olanka Light scheint also in seiner Handhabung, der angenommenen Robustheit des Materials und der Stabilität als Winterzelt geeignet und ist mit seinen 399€ noch dazu äußerst preiswert. Es weist aber ein paar Schwächen auf, die zwar größtenteils mit ein bisschen Zeit und Mühe behoben werden können, im Fall der Reißverschlüsse im Innenzelt aber unter Umständen den Eingang versperren oder die Nutzung erschweren und den Vorteil zweier Eingängen und schnell zugänglicher Apsiden verspielen.

 

 

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