Solarladegeräte für die mobile Energieversorgung – ein kleiner Einkaufsratgeber

Immer mehr Menschen nutzen im privaten und beruflichen Alltag mobile Geräte, die auch abseits von Stromversorgung im Urlaub oder z.B. auf Fotoreisen funktionieren sollen. Solarladegeräte und Akkulösungen werden immer ausgefeilter und ermöglichen uns unsere „digitale Freiheit“ auch abseits der Zivilisation. Nur ist nicht jeder ein Technikfreak und hat Lust, sich im Fachjargon über Ausgangsleistungen, Stromstärken und Kapazitäten zu belesen.

Ich möchte daher versuchen, anhand unserer Solarladegeräte die gängigsten Anwendungsbereiche zu erklären.

Vorab: Wir haben uns für Ladelösungen der Firma Goal Zero entschieden, weil diese einerseits hochwertige monokristalline Solarzellen verbaut, die gegenüber flexiblen Faltlösungen einen besseren Wirkungsgrad haben, sprich: mehr Stromausbeute auf gleicher Fläche. Zudem arbeitet GoalZero mit Standard-USB-Anschlüssen an Solarpanels und Akkupacks, so dass leidiger Adapterkauderwelsch wegfällt. Ich kann einfach meine gewohnten USB-Ladekabel (oder die Goal Zero Medusa) benutzen.

Warum rede ich bei Solarladegeräten immer von Akkupacks? Weil es sinnvoll ist, die Sonnenenergie in einem Akku zwischenzuspeichern, damit der Strom dann verfügbar ist, wenn ich ihn brauche (z.B. abends, wenn mein Gerät leer ist – da nutzt mein Solarpanel allein nicht viel). Zudem kommen viele Geräte nicht damit zurecht, direkt vom Solarpanel geladen zu werden, da es hier u.U. keinen konstanten Ladestrom gibt (z.B. wenn Wolken vorbeiziehen). Je nachdem, für welche Geräte ich eine Stromversorgung benötige, gibt es verschieden dimensionierte Solarpanels und Akkupacks.

Die häufigste Anwendung ist mittlerweile die Versorgung von Smartphones und anderen Kleingeräten. Diese werden via USB geladen, es genügt also ein Akkupack, der einen 5V-USB-Ausgang hat. Dies sind die kleinen und leichten Lösungen, welche sich problemlos auch auf Rucksacktouren mitnehmen lassen.

Eine sehr kleine, kompakte und 320 Gramm leichte Lösung für den gelegentlichen Einsatz ist das Switch 8 Solar Kit. ‘Gelegentlich’, weil das 3,5-Watt-Panel den Akku (Kapazität: 8Wh bzw. 1600mAh bei 5V) in etwa 8 Stunden lädt, was doch relativ lang ist. Allerdings kann der Akkupack ja auch bereits zu Hause via USB geladen werden, insofern ein schönes, kleines Backup für kurze Touren. Die Kapazität reicht für das einmalige Aufladen eines Smartphones.

Die vielseitigste Lösung für das Aufladen von Kleingeräten ist das Guide 10 Plus Solar Recharging Kit. Mit 523 g ist das Kit definitiv auch trekkingtauglich.

Das 7 Watt Solarpanel Nomad 7 lädt den Guide 10 Plus Akkupack (Kapazität: 11Wh bzw. 2200mAh bei 5V) – je nach Sonnenintensität – in etwa 3 bis 6 Stunden auf. Der Akkupack besteht aus vier R6-Akkus, die auch für batteriebetriebene Geräte wie z.B. GPS-Geräte genutzt werden können. Ein weiterer Vorteil: Sind die Akkus irgendwann verschlissen, können sie problemlos durch neue ersetzt werden. Dabei wichtig: Immer vier gleiche Akkus vom Typ Ni-MH verwenden! Der Akkupack lädt dann über den USB-Ausgang (5V/1A) kleine Endgeräte wie Smartphones, MP3-Player, Digitalkameras und Tablets (diese nur zum Teil, da die Kapazität des Akkus geringer ist als die eines Tablets). Ein Smartphone kann mit dem Guide 10 Plus etwa 1-2 mal aufgeladen werden. Bei Bedarf lassen sich auch mehrere Nomad 7-Solarpanels in Reihe schalten, um die Ladezeiten zu verkürzen. Natürlich können auch Geräte direkt vom Solarpanel geladen werden, nur gibt es keine Garantie, dass es bei allen funktioniert. Der Selbstversuch zeigte: Mein Samsung Galaxy S4 Mini lässt sich problemlos vom Solarpanel laden, beim Sony Xperia Tablet Z funktioniert das direkte Laden nur sehr eingeschränkt – sobald sich eine Wolke zeigt, passiert nichts mehr. Kleines Extra des Guide 10-Akkupacks ist eine eingebaute Notfall-Taschenlampe. Nomad 7-Solarpanel und Guide 10 Plus-Akkupack sind bei Bedarf natürlich auch einzeln erhältlich.

Sollen Geräte versorgt werden, die höhere Akkukapazitäten haben und eine höhere Spannung als die 5V beim USB-Ausgang für das Laden benötigen, schaffen die Akkupacks Sherpa 50 und Yeti 150 Abhilfe.

Der Sherpa 50 ist noch verhältnismäßig kompakt, mit 544 Gramm jedoch kein Leichtgewicht mehr. Allerdings können mit dem Sherpa 50 neben USB-Geräten auch Tablets, Laptops und 12V-Geräte geladen werden. Der USB-Ausgang hat mit 1,5A auch eine höhere Spannung, so dass das Laden von Tablets schneller vonstatten geht. Ein Laptop Port (passende Kabel für die gängigsten Laptop-Hersteller sind separat erhältlich) versorgt bei 19V Laptops mit Strom, die Akkukapazität von 58Wh reicht hier für etwa 1 Ladung. Ein Smartphone kann ca. 7 mal aufgeladen werden. Besonders spannend beim Sherpa 50 ist die Möglichkeit, durch einen optionalen Inverter aus diesem kompakten Akku 220V-Strom wie aus der Steckdose zu generieren. Das ist besonders interessant z.B. für Fotografen, für deren Kamera-Akkus es keinerlei Möglichkeit zur Ladung via USB gibt, weil sie nur mit den originalen Netzladegeräten korrespondieren. Wichtig ist hier nur zu wissen: Mehr als 100Watt gibt der Inverter nicht aus, also nichts für den Fön, Kochplatten oder ähnliches.

Aufladbar ist der Sherpa natürlich, wie alle Akkus, zu Hause am Stromnetz oder unterwegs mit dem passenden Solarpanel Nomad 13 mit 13 Watt Leistung. Dieses ist natürlich auch kompatibel zu den kleineren Akkupacks Switch 8 und Guide 10 Plus.

Die komfortabelste, allerdings schwerste Lösung zur Stromversorgung ist der Yeti 150, der von Hause aus mit 220V-Wechselstrom-Steckdose, 12V-KFZ und 2 USB-Ausgängen daherkommt und so diverse Geräte ohne viel Zubehör aufladen kann. Die Kapazität von 168Wh reicht aus, um ein Smartphone ca. 15 mal, ein Tablet ca. 6 mal und einen Laptop ca. 2 mal aufzuladen. Eine perfekte Lösung also für größere Gruppen oder professionelle Fotografen. Aufladbar ist der Yeti 150 natürlich zu Hause am Stromnetz (Ladezeit ca, 6 Stunden) und unterwegs mit dem Escape 30 Solarpanel in praktischer Kofferform (Ladezeit 11 – 22 Stunden). Alle kleineren Solarpanels sind weniger empfehlenswert, da die Ladezeiten damit deutlich größer wären.

Praktisches Zubehör

Falls Sie Akkus von Spiegelreflexkameras, Digicams o.ä. laden möchten, für die es serienmäßig keine USB-Ladegeräte gibt, ist das PIXO C-USB-Ladegerät eine hervorragende Lösung. Die Ladekontakte des Ladegerätes können frei verschiebbar an die Kontakte des zu ladenden Akkus angepasst werden, dann wird dieser in das Ladegerät geklemmt und kann über USB am Solarpanel oder Akkupack aufgeladen werden. Es gibt nur einige wenige Einschränkungen für bestimmte Akkus von Canon, Kyocera und Leica, die Sie in der Produktbeschreibung finden.

Die GoalZero Medusa ergänzt jede mobile Ladelösung, denn hier sind in einem Adapter die 10 gängigsten USB-Ladekabel zusammengefasst, so dass Sie ihren Kabelsalat eigentlich zuhause lassen können.

Die Lighthouse 250 ist eine Campinglaterne, die über einen integrierten Akku verfügt, der via USB vom Solarpanel (oder per Kurbel) geladen werden kann. Der Clou: Die Lampe hat auch einen USB-Ausgang, so dass ich auch USB-Geräte aus dem lampeninternen Akku aufladen kann. So ist die Lighthouse 250 quasi ein zusätzlicher Akkupack zu bestehenden Ladelösungen.

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Kommentare

  1. avatar
    1
    JochenV | 9. September 2016, 13:45

    Mobile Solar Kit. In meinen Augen eine sehr gute Erfindung. Hier ist sicherlich auch noch viel Potential, so daß wir vielleicht alle dahin kommen einen kleinen Teil zum Umweltschutz dazu zu tun

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