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Teaserbild: Nerviges Seilkrangeln

Nerviges Seilkrangeln

Samstag morgen am Spielberg. Der See glitzert, die Wände erstrahlen im ersten Morgenlicht und es kribbelt in den Fingern. Der Klettertag könnte so schön werden; wenn, ja wenn da nicht das alte Problem mit dem Seil wäre. Immer diese ganze Krangelei beim Sichern im Vorstieg (Seilausgabe). Und beim Abziehen vollführt das Seil noch schnell einen indischen Seiltrick, in dem es sich mittendrin zu einer Acht verknotet. Im Zirkus gäbe es dafür eine volle Punktzahl – beim Klettern nervt es einfach nur.

Nun könnte man ja sagen, das ein Kletterer mit seinem Seil eine langfristige Partnerschaft eingeht. Und wie es eben in jeder Beziehung sein sollte: das erste Mal ist immer etwas Besonderes. Gleiches gilt also auch für den Umgang mit dem neuen Seilpartner. Behutsames Auspacken ist dabei nur der Anfang, denn häufige Ursache für nerviges Seilgekrangel ist neben dem verwendeten Sicherungsgerät auch der erste Umgang mit dem Seil.

Das gros v.a. der Einstiegsseile wird heutzutage maschinell auf Trommeln aufgerollt und in diesem Zustand ausgeliefert. Das bedeutet, das es vor der ersten Nutzung richtig abgerollt werden muss, um zukünftiges Krangeln und damit Streitigkeiten beim Sichern („mehr Seil…“) zu vermeiden.

Der eine oder andere mag sich dabei wie bei der rhythmischen Sportgymnastik vorkommen, wenn es heißt, das die Unterarme gegenläufig in die Seilrolle gesteckt werden müssen. Dann: unter ständigem Zug nach außen drehen sich die Unterarme so lange umeinander, bis das Seil komplett auf dem Boden geglitten ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, alles richtig zu machen, sollte dann noch einmal das Seil zwei bis dreimal Meter für Meter durchziehen und leicht durchschütteln. Ist man fertig damit, wird das Seil zum Transport aufgenommen oder im Seilsack verstaut. Einem ungetrübten Klettervergnügen – und damit einer langjährigen Beziehung von Kletterer und Seil steht somit nichts mehr im Wege.

In der Seilfibel von Mammut gibt es neben Informationen zu den unterschiedlichen Seilarten auch eine Beschreibung zum Umgang mit den Seilen – auf der Website von Beal bekommt man neben der Beschreibung des richtigen Umgangs und zur Seilpflege auch einen kurzen Lehrfilm zu sehen.

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