Gorillas im tapir

Wer da behauptet, das nur italienische Designer lässige Mode machen können und  dabei etwas von Farb- und Materialauswahl verstehen, hat ein kleines fränkisches Label noch nicht kennengelernt.

Der eine oder andere Kletterer trägt ihn schon – den Gorilla auf dem Shirt. Und es werden immer mehr, die mit Jacken, Hosen und Pullover aus der Monkee-Familie nicht nur am Felsen oder in der Kletterhalle unterwegs sind.

Wenn auch auf der Outdoor 2010 noch in einer Ecke stehend, konnte sich der Messestand von Monkee über mangelnde Besucherzahlen (wahrscheinlich) nicht beschweren. Auffällige Schnitte, coole Farbenzusammenstellungen sowie die Funktionalität natürlicher Materialien in Kombination mit einer interessanten Geschichte veranlassten viele Besucher, bei ihnen vorbeizusehen.

Monkee – der Affe – stand für die Namensgebung des Labels Pate; der Gorilla als “Wappentier” taucht als Logo auf der Bekleidung immer wieder auf. Hinter dem Label aus Nürnberg stehen Marion und Ingo, die sich irgendwann bei der Suche nach “tragbarer Streetfashion” für Kletterer (gesucht und) gefunden haben.  Doch nur einfach ein neues Label mit coolem Image aber ohne eigene, innere Message zu sein, war ihnen zu wenig. Sie wollten mehr.

Zunächst mag man denken: klar, der Affe als Vorbild für Kletterer – das paßt zu einem Kletter- und Boulderlabel. Doch für die Macher von Monkee hat der Gorilla im Logo noch eine andere Bedeutung: seit 2007 engagieren sie sich aktiv für den Affenschutz v.a. im Kongo. Mit den verkauften Produkten unterstützten sie zunächst durch Patenschaften zwei Gorilla-Kinder – Igihozo und Ubwuzu, nach denen sie auch Hosen-Styles benannten.  Seit diesem Jahr haben sie eine dauerhafte Patenschaft für das Gorillaschutzprogramms des WWF ‘s übernommen.

Doch Monkee zeichnet sich nicht nur durch lässige Styles im Zeichen des Gorillas aus und steht nicht nur für Authentizität und Leidenschaft in der Kletterszene. Bei der Produktion haben die Macher den Anspruch einer nachhaltigen Produktion unter fairen sozialen Bedingungen. Auf der einen Seite bedeutet dies die Verwendung von Baumwolle aus biologischem Anbau (GOTS: Global Organic Textile Standard und Naturland zertifiziert) und recyceltem Materialien (blue sign zertifiziert) für alle ihre Produkte. Das heißt, das die komplette Produktionskette auf natürlichen Rohstoffen basiert, die wiederum wiederverwertbar sind und ohne Schadstoffe zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus setzen sie sich für gerechte Löhne und Behandlung der Arbeiter (Mindeslohn, keine Kinderarbeit, keine übermäßigen Überstunden…) ein -nicht nur bloßes Lippenbekenntnis, sondern Monkee ist Mitglied in der Clean & Unique Association (und damit auch der Fair Wear Foundation), einem Verbund junger Designer und Unternehmer, die nachhaltige Mode als gemeinsames Ziel haben.

Für ihre jungen, frischen Ideen in Kombination mit ihrem Engagement wurden sie mit dem Industry Award 2010 auf der Outdoor und der Nominierung für den Designpreis Deutschland 2011 geehrt.

Mit den Styles von Monkee geht man in der Masse bestimmt nicht unter. Neben coolen Farb- und Motivkombinationen zeichnen sich Hosen und Pullover durch viel Bewegungsfreiheit und kleine Detaillösungen aus. Kletterhosen mit “Abstreichern” für den Dreck am Kletterschuh, Halterungen für Boulderbürsten oder Kordelzüge an den Beinabschlüssen zeigen, was alles möglich ist. Beim Hooded Sweater sind Kapuze und Bund in einer anderen Farbe gehalten – die stulpenähnlichen Ärmelbündchen sind ein echter Hingucker. Und da, wo Frau es kuschelig mag, ist die Baumwolle angerauht flauschig, zum Händewärmen gibt es Einschubtaschen…

Mit einfachen Worten ausgedrückt: anziehen, wohlfühlen, losgehen – wohin auch immer.

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