Fit für den Notfall auf Tour – Outdoor Erste Hilfe Kurse 2015

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planet tapir outdoor-szene LE Simone | 18. Februar 2015

Der Winter verabschiedet sich, Frühblüher recken ihre Köpfe hoch. Viele zieht es gerade jetzt nach draußen in die Natur. Egal, ob man beim Wandern, Bergsteigen, Klettern, Bouldern, Paddeln, auf Skiern in den Bergen oder einfach nur vor der Haustür aktiv in Familie unterwegs ist: Diese Naturerlebnisse können mit einem gewissen speziellen Risiko verbunden sein, weil wir unter Umständen mit Situationen konfrontiert werden, bei denen es dann gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren und einen entsprechenden Notfallplan in petto zu haben. Da geht es um das richtige Notfallmanagement, wenn die Bestandteile des mitgeführten Erste-Hilfe-Päckchens nicht ausreichen, um Wunden zu versorgen. Es geht auch um Bergen und Retten, um Trage- und Transportmethoden und den richtigen Einsatz von Notsignalen und Notfallgeräten. Und jeder, der einmal in so einer Situation gesteckt hat, weiß, dass der psychische Stress, der in der Krise bei den Helfern, Betroffenen und Angehörigen entstehen kann, nicht zu unterschätzen ist.

Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse können helfen, auf Notfallsituationen fernab schnell eintreffender Rettungsdienste besser vorbereitet zu sein. Sie bauen auf klassischen Erste-Hilfe-Kursen auf. Die Teilnehmer, die sich für diese Kurse anmelden, kommen nicht nur aus dem Kreis der Oudoorer; vielfach nehmen auch Erlebnispädagogen daran teil, um besser auf die Gruppenarbeit in der Natur vorbereitet zu sein. In den Kursen werden in sehr realitätsnahen Situationen wichtige Handgriffe geübt, um im Fall des hoffentlich nie eintretenden Falles befähigt zu sein, die Lage bis zum Eintreffen der professionellen Rettung halbwegs im Griff zu haben. Der theoretische Teil unterfüttert die gelernten praktischen Handgriffe zu einem handhabbaren Ganzen. Damit soll auch die Hemmschwelle, die an Unfallstellen immer wieder zu beobachten ist, gesenkt werden, um zügig mit der Ersthilfe beginnen zu können. Und einige werden wohl auch nach den Kursen das Gefühl mitgenommen haben, dass sie in ihren erlebten Grenzsituationen auf Tour bisher einen Schutzengel über sich wachen hatten.

Darüber hinaus geht es auch um Basiskenntnisse, also um Infos, die man auch bei den kleinen Abenteuern und Kurztouren vor der Haustür gut anwenden kann: Was gehört in die Rucksackapotheke? Wie gehe ich mit Insektenstichen, Verbrennungen, Kälte, Hitze und Dehydrierung um und was ist bei einem aufziehenden Gewitter oder Sturm zu beachten? Der Blick für Möglichkeiten der Improvisation für die Ruhigstellung bei Verletzungen, für die Bergung von Verunglückten wird im Kurs geschärft. Basteln für Große ist angesagt, wenn beispielsweise aus Trekkingstöcken und Outdoorjacken eine Trage gebaut werden muss.

Christian Gatniejewski ist nicht nur seit Jahren selbst aktiv beim Klettern oder in den Hochgebirgen dieser Welt unterwegs, von Beruf her arbeitet er als Rettungsassistent bei den Johannitern. Seminare bei ihm sind alles andere als langweilig, er hält die Teilnehmer mit unerwarteten Szenarien auf Trab. Bei einem Praxisbeispiel kamen auch schon mal Kletterer um die Ecke, um zu sehen, was passiert ist, so lebensecht gelten die Schreie der ‘Verletzten’ unter’m Überhang am Fels hervor. Gut geschminkte Verletzte und Kunstblut – in Stresssituationen, wenn trotz des Wissens, dass es nicht real ist, Adrenalin durch den Körper pumpt – sind nicht von echten zu unterscheiden und bringen einige Teilnehmer in krassen Situationen auch schon mal an ihre Grenzen. Die Kursinhalte sind auf Bergtouren, auf Situationen beim Klettern und Paddeln ausgelegt.


Eigentlich weiß man es, dass man sich schon mal im Vorfeld mit den Grundlagen der Bergrettung, mit den Grundlagen der Ersten Hilfe abseits schneller Rettungsmöglichkeiten, auseinandergesetzt haben sollte, bevor man ans Ende der Welt unterwegs ist, bevor man in abgelegenen Tälern klettern oder bergsteigen geht. Wer oft in der Sächsischen Schweiz klettert, kennt die Stellen, an denen es keinen Handyempfang gibt, an denen man nicht so ohne Weiteres professionelle Hilfe holen kann. Wir haben für euch mal die Kurstermine 2015 zusammengestellt, wobei man sich hier mehr Informationen holen und hier auch für die Kurse im Frühjahr beziehungsweise im Herbst anmelden kann:

13. – 15.04. 2015
08. – 10.05. 2015
29. – 31.05. 2015
18. – 20.09. 2015

Vielleicht sieht man sich bei einem der Kurse. Ansonsten wünschen wir euch natürlich, dass ihr immer gesund von euren Touren und Abenteuern wieder zurück nach Hause kommt.

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