Die neue Isomatte von Sea to Summit: Comfort Light Insulated Mat – ein Testbericht

avatar
planet tapir Mia | 27. Februar 2015

Ganz neu auf dem Markt und im tapir sind die Isomatten von Sea to Summit. Die Comfort Light Insulated Mat ist ein Allrounder, der bis in leichte Minusgrade hinein genutzt werden kann. Innovativ ist die Technologie – das befand auch die Jury der Fachmesse OutDoor in Friedrichshafen, die dem Hersteller dafür einen der begehrten Industry Awards verlieh. Theorie und Praxis: Was kann die Matte? Was unterscheidet sie von anderen Modellen der Mitbewerber? tapir Mia hat die Comfort Light Insulated Mat mit nach Sardinien genommen und dort ihre Erfahrungen sammeln können. Hier gibt’s ihren Testbericht!

 

Zunächst zu den Basics

Getestet habe ich die Comfort Light Insulated Mat von Sea to Summit in der Large-Variante, welche mit ihren 201 x 64 cm für mich zwar deutlich zu groß ist, aber da hier Gewicht und Packmaß (695 g und ø 11 x 26 cm) auch in der großen Variante noch so gering sind, konnte ich mich über mehr Platz beim Schlafen nicht beschweren. In der Regular-Variante ist die Matte 184 x 55 cm groß, wiegt 580 g und hat zusammengerollt ein Packmaß von ø 11 x 23 cm. Es geht noch kleiner mit 168 x 55 cm in Small dann sind es noch 550 g und ø 11 x 23 cm. Mitgenommen habe ich das gute Stück im Spätherbst nach Sardinien, das heißt: Ein echter Kältetest steht bisher noch aus.

 

Nun zum Wichtigsten: Wie warm hält sie denn? Wie gut isoliert sie?

Ich habe mehrere Menschen unabhängig voneinander gebeten, sich mal kurz oder länger auf die Matte zu setzen und zu legen und interessanterweise ist der erste Eindruck bei allen gleich gewesen: „Oh, schön warm!“ Man merkt es recht schnell und deutlich, dass diese Matte den Schläfer nicht so schnell frieren lässt. Mit einem R-Wert von 4,2 kann man die Comfort Light Insulated Mat schon zu den Ganzjahresmatten zählen und in diesem Segment macht sie dort mit ihrem Gewicht und Packmaß einigen Alteingesessenen deutlich Konkurrenz. Natürlich ist sie keine Tiefsttemperatur-Wintermatte, aber bis ca. -12°C ist sie einsetzbar und so auch für anspruchsvolle, ganzjährig stattfindende Trekkingtouren geeignet. Die Isolation ist der durchdachten Bauart zu verdanken: Zum einen sind die Kammern mit der Kunstfaser THERMOLITE® gefüllt, was den konvektiven Wärmeverlust zum Untergrund minimiert. Zum anderen „reflektiert“ die Exkin Platinum®-Folierung auf der Oberseite die Körperwärme. Ich konnte die Comfort Light Insulated Mat bei nächtlichen Temperaturen zwischen ca. 5° und 10°C zwar nicht annähernd bis an ihr Limit bringen, aber eins kann ich sagen: Ich habe ausgezeichnet auf ihr geschlafen.

 

Warm ist die Matte also allemal, aber ist sie auch bequem?
Als ich das kleine leichte Paket das erste Mal in den Händen hielt, hatte ich zugegebenermaßen so meine Zweifel. Wie soll bei einer so dünnen, luftgefüllten Matte von Schlafkomfort die Rede sein?

Gleich vornweg: Ja, sie ist bequem! Sehr sogar! Möglich macht’s die neue Air Sprung™ Cell-Technologie, die bei der gesamten Isomattenreihe von Sea to Summit eingesetzt wird. Air Sprung Cells™ sind viele einzelne, unabhängige Luftkammern, welche sich individuell dem Körperdruck anpassen, ohne dabei die angrenzenden Kammern zu beeinträchtigen. Bei der Comfort Light Insulated (und der Comfort Light) wurden im Rumpfbereich besonders widerstandsfähige Air Sprung Cells™ doppellagig und versetzt gearbeitet, um einen besonders hohen Komfort und bessere Isolation zu gewährleisten. An den Beinen und im Kopfbereich hingegen sind die Zellen einlagig angeordnet, um das Gewicht zu minimieren. Gewichtsminimalisten können auch die durchgängig einlagig gearbeitete Modelle wie die Ultra Light Mat wählen, müssen dann aber Abstriche beim Isolationsvermögen machen.

Die Druckverteilung ist bei der Comfort Light Insulated Mat wunderbar gleichmäßig, was mir einen sehr komfortablen Schlaf  bereitet hat!

Nun muss natürlich Luft in die Matte

…und dafür haben die Produktentwickler von Sea to Summit, passend zum durchdachten Gesamkonzept der Matte, ein großartiges Ventil gebaut.

Das Rückschlagventil ist sehr groß und hat 2 Ebenen. Öffnet man die erste Ebene ‘Inflate’, kann man Luft hineinpusten oder pumpen. Da der Druck von innen ein Plättchen vor die Öffnung dürckt, kann die Luft aus der Matte nicht wieder entweichen. Öffnet man die zweite Ebene ‘Deflate’, kann die Luft durch die Öffnung mit einem Durchmesser von 2,5 cm in Sekundenschnelle entweichen. Endlich kein anstrengendes und ewiges Luftherausdrücken mehr! Auch das Aufpusten geht durch die große Öffnung recht schnell- und dank der antimikrobiellen Ausrüstung im Inneren der Matte muss man sich keine Gedanken über mögliche Schimmelbildung machen. Das Ventil ist mein persönliches Highlight an der Matte, denn es ist so einfach wie genial. Das Füllen und Entleeren der Matte geht leicht und super schnell. Beim Aufpusten kann man zwischendrin Luft holen, ohne den Verschluss zu schließen.

Wer nicht pusten will, kann auch zu einem Hilfsmittel greifen: dem kleinen Jet Stream Pump Sack. Er ist eher etwas für EnthusiastenInnen bzw. Gewichts- und PlatzsparerInnen, da die Handhabung doch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist (Übung macht den Meister!). Praktisch allerdings: Den Pumpsack kann man gleich als Packsack verwenden.

Alles schön und gut, aber hält die Matte denn auch etwas aus?

Bei Leichtbauvarianten kann man da ja eher vorsichtig sein, denn Gewichtsreduktion geht häufig zu Lasten der Belastbarkeit. Nicht jedoch bei Sea to Summit. Das Obermaterial besteht aus 40den Ripstop-Nylon und ist damit leicht und robust. Als Lage zwischen den Air Sprung Cells™ (in den doppellagigen Partien) ist 20den Nylon verwendet, um Gewicht zu sparen. Zudem soll Delaminierung durch die besondere Laminierungsmethode nur noch sehr selten eine Rolle spielen – dieser Beweis steht bei einer Matte, die gerade den Markt geentert hat, natürlich noch aus. Sollte die Matte doch mal ein Loch haben, ist eine Reparatur unterwegs kein Problem, denn ein Reparaturkit gibt es gleich zur Matte dazu. Es enthält bemerkenswerterweise auch das kleine Plastikplättchen des Rückschlagventils als Ersatzteil gleich mit.

 

Gibt es denn auch Kritikpunkte?
Es gibt tatsächlich ein Manko, welches mich persönlich nicht gestört hat, wohl aber meine Mitreisenden, denn die Matte raschelt etwas mehr, als man es von klassischen, selbstaufblasenden Matten gewohnt ist. Im komplett gefüllten Zustand zwar deutlich weniger, aber Geräusche macht sie bei Bewegungen auf jeden Fall.

 

Fazit

Alles in allem eine bemerkenswerte Matte, die bei den Aspekten Gewicht, Packmaß, Komfort und Wärmeleistung mehr als überzeugt! Der Preis von 189,95€! (Regular 169,95€) mag zwar zunächst etwas erschrecken, aber die Vorteile der Comfort Light Insulated Mat sollten ihn rechtfertigen. Und: Bei dem, was man an Gewicht und Packmaß zu vergleichbaren Matten spart, kann man dafür ein Päckchen Ohropax für die anderen mitnehmen ;-)

 

 

Weiterschmökern:


Kommentar-Feed Kommentar schreiben oder Trackback einrichten

Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag


Kommentare

  1. avatar
    1
    Bernd | 22. August 2015, 10:55

    appropos aufblasen: wenn die Exped-Matte (UL Down macht das schon ganz gerne) mal wieder aufgegeben hat, dann kann man auch deren Pack/Aufblassack für SeatoSummit nehmen. Hätte nicht gedacht, sowas im Westen noch zu erleben.

Kommentar schreiben