Neu: Zelte individualisieren im Hilleberg-Zeltkonfigurator

Endlich ist er fertig, unser Hilleberg-Zeltkonfigurator! Der heißt übrigens nicht so, weil er von Hilleberg ist, sondern weil Zeltinteressenten dort ausschließlich Hilleberg-Zelte konfigurieren, das heißt: noch besser an ihre ganz persönlichen Bedürfnisse anpassen können. Der Konfigurator selbst ist ein reines tapir-Baby – aber ohne das herausragende Angebot der schwedischen Zeltbauer wäre er überhaupt nicht vorstellbar: Nur Hilleberg bietet für seine Zelte Gestänge unterschiedlicher Stärken an, nur bei Hilleberg können Zelte mit einem doppelten Gestängesatz ausgerüstet und reine Moskitonetz-Innenzelte in etlichen Modellen verwendet werden. Dazu kommen die Möglichkeiten, nicht nur das Außenzelt, sondern auch das Innenzelt separat aufstellen zu können, was aber bei den meisten Modellen Zubehör erfordert. Außerdem können Packsäcke und Abspannleinen in unterschiedlichen Materialstärken und damit verschiedenen Gewichtsklassen gewählt werden. Kein Alleinstellungsmerkmal, aber ungemein wichtig und Hilleberg-typisch sehr benutzerfreundlich konstruiert, sind die passenden Zeltunterlagen, die es zu jedem Zelt gibt und die beim Auf- und Abbau an den Zelten bleiben können. Oder die sechs verschiedenen Zelthering-Modelle, die Hilleberg anbietet und die für jeden Untergrund die perfekte Lösung bieten. Dieses auf dem gesamten Outdoor-Markt so einmalig wunderbare Angebot gibt es eigentlich schon seit Jahren. Es hat nur niemand so richtig gemerkt :)



Mein Gesicht muss reichlich ratlos gewirkt haben auf der OUTDOOR-Messe 2012 in Friedrichshafen. Als ich auf dem Hilleberg-Stand fragte, was es denn im kommenden Jahr so Neues geben würde, schwärmte mein Gegenüber nicht von neuen Zelten, sondern von einem Label-System, das Hilleberg einführen wolle, damit potentiellen Nutzern die Einordnung der Zelte vereinfacht würde. Aha. Label für die Zelte also. Toll. Bisher hatte sich Hilleberg immer durch echte Produkt-Innovationen hervorgetan und nicht durch Marketing, das Innovation vorgaukelt. Ich war enttäuscht. Aber es half ja nichts: Wir sind nun mal Hilleberg-Händler und wir lieben die Zelte der Schweden. Also musste ich mich in Vorbereitung auf die Saison 2013 mit dem „Marketing-Mist“ auseinandersetzen. Und je mehr ich das tat, umso schneller wurden meine Enttäuschung und mein Unmut ersetzt durch Freude an der neuen Klarheit – Hilleberg hatte wieder ganze Arbeit geleistet! Die Unterscheidungen zwischen Black Label-, Red Label-, Yellow Label- und Blue Label-Zelten waren nicht an den (Marketing-)Haaren herbeigezogen, sondern unter funktionellen Gesichtspunkten logisch nachvollziehbar und für alle Modelle bewundernswert konsequent umgesetzt. Ich musste eingestehen, dass das System eine wirkliche Orientierungshilfe für unsere Kunden und eine sinnvolle Beratungshilfe für uns war. Und weil ich das System so überzeugend fand, ergriff mich der Systematisierungs-Wahn…

Das Hilleberg-Label-System umfasst nämlich eigentlich nur die Hilleberg-Zelte – das komplette wunderbare Zubehör findet dort (natürlich völlig zu Recht!) keine Berücksichtigung. Wenn man nun beginnt, das auch zu systematisieren (und das tat ich in ausufernden Excel-Dateien), kommt der Gedanke an einen Konfigurator wie von selbst. Und so geschah es. Bis wir unseren Hilleberg-Konfigurator dann endgültig an den Start bekamen, vergingen zwar noch zwei Jahre, aber in dieser Zeit ist das Projekt auch gewachsen: Jetzt sind Zeltberater und Zeltfinder, die dem eigentlichen Konfigurator vorgeschaltet sind, vielleicht sogar die wichtigeren Bestandteile – hier „übersetzen“ wir die funktionellen Eigenschaften des Hilleberg-Label-Systems in einfache Orientierungsfragen oder Filter, um die potentiellen Hilleberg-Zelt-Besitzer schnell zum für sie passenden Zelt zu führen. Und das kann dann abschließend im eigentlichen Konfigurator individualisiert werden.

Damit werden dem Nutzer unseres Konfigurators erstmals alle Möglichkeiten, die jedes einzelne Hilleberg-Modell bietet, an einem Ort vor Augen geführt. Im Konfigurator können Zelt-Bestandteile ausgetauscht oder ergänzt und Zubehör hinzugefügt werden. Als Zusatzservice beinhaltet er außerdem einen Reisegewichts-Rechner, in dem der Nutzer das Reisegewicht seines zukünftigen Zeltes mit unterschiedlichen Komponenten (z.B. unterschiedlichen Gestänge-Stärken oder unterschiedlichen Innenzelten) überprüfen kann.


Klingt nach einem Komplettpaket, oder? Ist es aber nicht! Eigentlich geht mit dem Hilleberg-Programm noch deutlich mehr und unsere Zielstellung war auch tatsächlich umfassender. Aber dann überwog doch der Wunsch, endlich live zu gehen und nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag weiter zu basteln. Aber wir bleiben dran: In Zeiten eines deutlichen Trends hin zu Leichtgewichts-Ausrüstung werden wir auch die Hilleberg-Meshboxen und die Tarps des schwedischen Zeltbauers in den Konfigurator integrieren.

Und vielleicht finden wir ja auch einen Platz für solche netten Erkenntnisse aus der Systematisierung, die diejenigen ansprechen, die es sich vorstellen können, für unterschiedliche Nutzungen verschiedene Hilleberg-Zelte zu verwenden: Da gäbe es zum Beispiel zwei sehr empfehlenswerte Kombinationen aus Zwei-Personen-Zelt und Solo-Zelt: Staika und Unna werden nämlich beide mit 387 cm langen Gestängebögen errichtet. Ich kann also mein Unna ohne Zukauf mit dem Staika-Gestänge verstärken oder brauche zur Staika-Aufrüstung nur einen Extra-Bogen statt drei, da ich die beiden 9-mm-Gestänge des Unna verwenden kann. Ähnlich ist die Konstellation bei Nammatj 2 (GT) und Akto (293 cm lange Gestänge). Oder nehmen wir den Dynamiker, der es schafft, neben Outdoor-Urlaub in Familie auch noch regelmäßig mit seinem besten Kumpel alpine Touren zu machen. Das Dynamiker-Set hieße dann: Nallo 4 (GT) und Jannu. Beide (doch sehr unterschiedlichen!) Zelte verwenden 368 cm lange Gestängebögen und können sich so gegenseitig unterstützen. Da lauern also noch Möglichkeiten ohne Ende :)

Endlich haben wir ihn also, unseren Hilleberg-Zeltkonfigurator, aber fertig ist er nicht…

 

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