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Teaserbild: tapire auf Stiegen im Elbsandstein enteckt

tapire auf Stiegen im Elbsandstein enteckt

…nein, das ist keine Blitzmeldung aus dem Bereich der Fauna im Nationalpark Sächsische Schweiz. Die Rede ist von den tapiren aus Leipzig auf Testtour in ihrer sächsischen Heimat. Damit Bekleidung und Ausrüstung auch wirklich harten Testbedingungen ausgesetzt werden konnten, ist es dem Orgateam im Vorfeld der Tour wieder gelungen, für die zwei Tage richtiges nass-kaltes Herbstwetter zu bestellen.

Testtour heißt für uns tapire, gemeinsam draußen unterwegs zu sein, egal bei welchem Wetter. Dabei konnte bei der Planung für dieses Jahr keiner ahnen, das eine Woche später durch den frühen Wintereinbruch noch bessere Testbedingungen geherrscht hätten. Schweißtreibend sollte es aber trotzdem auch bei Temperaturen unter 5°C  werden, als wir uns auf den Weg in die Affensteine zu einer der bekanntesten Stiegen im Elbsandsteingebirge machten.

Meine ersten Erinnerungen mit Wander- und Klettertouren in der Sächsischen Schweiz sind eng mit der Häntzschelstiege verbunden. Damals war noch nicht daran zu denken, das einmal ein Drahtseil für mehr Sicherheit sorgen wird – und es war einfach nur kräftezehrend, sich an den Klammern am Einstieg hochzuziehen. Wer wollte, bekam eine Seilsicherung von oben.

Die Stiege selbst hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich – erbaut in den 60 Jahren des letzten Jahrhunderts durch Rudolf Häntzschel wurde sie schnell auch unter Wanderern zu einem der beliebtesten und vielfach begangenen Aufstiege mit Tief- und Ausblicken in den Affensteinen. Errosionsschäden am Berghang machten zu Beginn der neunziger Jahre eine erste Sanierung mit Veränderung des Zustiegsweges notwendig – eine drohende komplette Sperrung konnte nach Protesten abgewendet werden.

Um die Jahrtausendwende begannen die Umbauarbeiten. So wurde bis zum Jahr 2004 aus einer Stiege mit Eisenklammern und Leitern ein Klettersteig mit Drahtseilsicherung gebaut. Sicher kann man darüber diskutieren, ob ein Klettersteig soviele Leitern und Eisenklammern enthalten sollte – oder doch nur ein Drahtseil, das im Notfall den Kletternden beim Sturz vor schwereren Folgen bewahrt. Der eine oder andere hätte sich auch den Erhalt der Stiege ohne den Ausbau zum Klettersteig gewünscht. Wie auch immer, es bleibt festzuhalten, das sich nach dem Umbau die Häntzschelstiege wieder großer Beliebtheit erfreut.

Für einige tapire war es die erste Erfahrung auf einem Klettersteig – verbunden mit einer Schulung zur Ausrüstung am Einstieg und in Begleitung erfahrener Klettersteiggeher kamen alle tapire gut am Ende der Stiege an. Mehr als 500 Stufen und 160 Höhenmeter lagen hinter ihnen, keiner blieb im Kamin stecken und trotz Skepsis ob der Tiefblicke im oberen Teil der Stiege hatten alle ein Lächeln auf den Lippen bevor es weiter ging, hinab durch die wilden Hölle. Auch das ist eine Steiganlage, sie führt durch eine wildromatische Schlucht, und wird heute v.a. für den Abstieg aus den Affensteinen genutzt.

Wer selbst einmal auf den mehr als 200 Stiegen und Steiganlagen im Elbsandsteingebirge unterwegs sein will, auf das Anstehen im Sommer an der Häntzschelstiege verzichten möchte, dem seien die dreibändige Ausgabe „Der Weg ist das Ziel“ von Axel Mothes und „Der Klettersteigführer Sachsen“ von Michael Bellmann empfohlen.

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