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Teaserbild: Testbericht: Mit der Sea To Summit – Ultralight durch Kamtschatka

Testbericht: Mit der Sea To Summit – Ultralight durch Kamtschatka

Bernhard ist ein echter Weltreisender, seine Touren führen ihn immer wieder an einsame und unbekannte Plätze abseits der Zivilisation. Wir kennen bereits aus dem Blog seine spannenden und informativen Reiseberichte. Was lag also näher, als dass er auch Mitglied im tapir-Testeteam wird? Für seine Reise nach Kamtschatka bekam er von uns eine Ultralight-Matte von Sea to Summit mit auf den Weg. Hier ist sein Testbericht.

Sea to Summit erfreut den Markt und die Kunden in der letzten Zeit mit immer neuen Modellen, insbesondere im Bereich Ausrüstung beziehungsweise Zubehör. Mittlerweile gibt es auch bei den Isomatten eine ganze Sea-to-Summit-Armada mit insgesamt 6 verschiedenen Modellen. Für eine Reise nach Kamtschatka (und eine anschließende Reise nach Island) durfte ich die neue UltraLight Mat von Sea to Summit testen.

 

TESTBEDINGUNGEN in Kamtschatka

Die UltraLight Mat wurde über 3 Wochen hinweg im südlichen Kamtschatka getestet. Juli und August sind Hochsommermonate in Kamtschatka, d.h. aber auch, dass man niemals vor heftigen Regenfällen, starken Temperaturschwankungen und großen Schneefeldern sicher ist. Die nächtlichen Temperaturen während meines Tests schwankten zwischen ca. +5 °C bis und ca. 25 °C. Obwohl überwiegend auf Wiesen und Tundravegetation übernachtet wurde, war der Boden uneben, oftmals matschig und von Steinen durchsetzt. Ausgelegt wurde die Matte in einem Mark 2P Long von Vaude mit zusätzlicher Zeltunterlage.

 

PACKMASS und GEWICHT
Mit einem Packmaß von 20 x 7,5 cm und einem Gewicht von 455 g in der Large-Variante (198 x 64 x 5c m; Farbe: gelb) ist die Ultralight eine extrem leichte, angenehm große und klein verpackbare Matte. Größe und Gewicht der Matte sind dem Verzicht auf eine hohe Isolationsleistung (Isoliervermögen: R-Wert von 0,7; Einsatz: 1-2 Jahreszeiten) und Selbstaufblasvorrichtungen geschuldet. Als Ganzjahres- beziehungsweise Wintermatte ist die UltraLight Mat deswegen nicht zu gebrauchen.
Durch das angenehm kleine Packmaß lässt sich die Matte besonders gut im Rucksack verstauen, wo sie kaum Platz wegnimmt. Wer seine Matten allerdings lieber außen an seinem Rucksack befestigt, greift besser auf andere Modelle zurück, da die UltraLight Mat hier zu klein ist, um effektiv der Länge nach angebracht werden zu können.

 

HANDHABUNG

Geliefert wird die Sea-to-Summit-Isomatte mit einem Packsack (6 g) und einem Repair Kit (6 g). Das Repair Kit hoffe ich erst in ein paar Monaten wirklich ausprobieren zu müssen; allerdings wirkt das Material auf den ersten Blick verletzlicher als bei vergleichbaren Modellen, z.B. von Therm-a-Rest. Von Übernachtungen unter freiem Himmel sehe ich insofern zunächst einmal ab.

Die UltraLight Large verfügt über ein multifunktionales Ventil:
Öffnet man die erste Ebene ‘Inflate’, kann man Luft hineinpusten oder pumpen. Da der Druck von innen ein Plättchen vor die Öffnung drückt, kann die Luft aus der Matte nicht wieder entweichen. D.h beim Aufpusten kann man zwischendrin Luft holen, ohne den Verschluss zu schließen. Öffnet man die zweite Ebene ‘Deflate’, kann die Luft durch die Öffnung mit einem Durchmesser von 2,5 cm in Sekundenschnelle entweichen. Zumindest das Füllen der Matte geht leicht, einfach und schnell von der Hand beziehungsweise der Lunge. Beim Entleeren der Matte hatte ich immerzu Probleme, wirklich die gesamte Luft aus der Matte zu bekommen. Was wiederum zu Problemen beim Zusammenfalten der Matte und dem Verpacken im dazugehörigen Packsack führt. Beim schnellen Abbau in engen Zelten war es eine eindeutige Schwäche. Da habe ich bisher noch immer nicht den richtigen Dreh beziehunsgweise die richtige Technik gefunden.

SCHLAFKOMFORT

Der funktionale Schnitt und die Single-Layer-Konstruktion minimieren das Gewicht und Packvolumen der UltraLight Mat. Neben Größe und Gewicht kommt es bei Matten vor allen Dingen auf den Schlafkomfort an, der vor allen Dingen über die Dicke, das verwendete Material, Struktur und Inhalt der Matte bestimmt wird. Nichtssdestotrotz beinhaltet das Thema Schlafkomfort auch immer eine persönliche, nicht messbare Note.
Überraschenderweise ist die UltraLight Mat Large trotz ihres geringen Gewichts ganze 5 cm dick und somit gemütlicher, als es beim ersten Anblick erscheinen mag. Nicht nur die Dicke der Matte trägt dazu bei, sondern auch die ungewöhnliche Mattenkonstruktion: Wirklich neu sind die 225 Air Sprung Cells™. Statt der üblichen Trennwandkonstruktion werden hier die Lagen punktverschweißt. Das ergibt miteinander verbundene Kammern und bildet eine großflächige Matrix. Die Kammern funktionieren wie bei einer Taschenfederkernmatratze. Jede einzelne Kammer kann sich wie nötig verformen. Es verformt sich bei Belastung (z.B. durch das Knie) nur diese eine Stelle und nicht der ganze Bereich. Damit passt sie sich hervorragend dem Körper an und sorgt für eine bessere Druckverteilung als bisher bekannt. Auch Verformungen und Unebenheiten, die von unten an die Matte herantreten (Steine, Wurzeln etc.), wird dadurch der Schrecken und der Schmerz genommen.
Das verwendete Material (40D Nylon Ripstop mit TPU-Beschichtung innen) macht die ultraleichte Isomatte sehr leise und rutschhemmend. In Kombination mit der Wellen- bzw. Zellenstruktur der Matte sorgt es zudem dafür, dass auch bei leichtem Bergabliegen nachts nichts verrutscht.

 

FAZIT
Alles in allem habe ich mit der UltraLight Mat von Sea to Summit ein paar wunderschöne, entspannte Tage bzw. Nächte verbracht!  Bei den Aspekten Gewicht, Packmaß, Komfort und Wärmeleistung hat sie mich mehr als überzeugt und ich bin froh, sie ab jetzt mit auf meine Touren nehmen zu können.
Als Isomatte für den Sommer oder warme Herbst- und Frühlingsnächte bis zu 0 °C ist die UltraLight Mat sehr gut geeignet. Ein Manko ist allerdings das etwas umständliche und gewöhnungsbedürftige Packen der Matte. Aber da wird die Zeit beziehungsweise die Übung helfen!

 

 

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