Watt? Wandern? – Ein erster Rückblick auf die tapir-Testtour 2015

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planet tapir tapir aktuell Simone | 5. November 2015

Im Vorfeld brodelte es im tapir, die Gerüchteküche kochte (über): Zur Testtour sollte es in diesem Jahr nicht in die Berge, nicht einmal ins Mittelgebirge gehen. Die Planungstapire hatten beschlossen, dass in diesem Jahr die Ostseeküste erwandert werden sollte. Sie ließen auch durchblicken, dass jeder seine komplette Ausrüstung während der ganzen Tour selber tragen müsse, weil es keine Tagestouren von einem festen Zeltplatzstandort aus geben würde. Die Königsetappe der Testtour war mit 30 km ausgeschrieben, zwar mit flachem Höhenprofil, dafür aber in Testschuhen und mit einem Testrucksack auf dem Rücken. Bloß gut, dass absehbar war, dass der Wettergott ein Einsehen haben würde. Er versprach, dass er sich mit Flüssigkeiten von oben zurückhalten würde.


Vergangenen Samstagmorgen war es dann so weit. Nach gut 3 Stunden Anreise war der Ausgangspunkt der Tour, Groß Strömkendorf, erreicht. Wer das sucht, sollte im Navi Blowatz eingeben, um an die richtige Stelle zu kommen. Unter den erstaunten Blicken der Dorfbewohner schulterten wir unsere großen Rucksäcke und zogen los. Unser Tagesziel, den Timmendorfer Strand, also den auf der Insel Poel, erreichten wir problemlos nach gut 2 1/2 Stunden.

Mit viel Zeit und Ruhe konnten wir noch bei Tageslicht die neuen Zelte aufbauen und ausgiebig beschnuppern. Den größten Spaß hatten wahrscheinlich die Hängemattennutzer. Ohne genaue Beschreibung dauerte es seine Zeit, bis die Chrysalis-Hängematte von Nigor so aufgespannt war, dass daraus ein lauschiges Plätzchen für die Nacht wurde. Einmal das Aufbauprinzip erkannt, ging es am folgenden Abend dann nur noch darum, den richtigen Ort zum Aufhängen zu finden. Waren dann die richtigen Bäume gefunden (man glaubt gar nicht, wie schwer es ist, auf Zeltplätzen stabile Bäume zu finden!), ging es schnell.

Wir hatten als Teamzelt auch ein Altai von Hilleberg im Gepäck, in dem problemlos die 18 tapire, die auf Tour waren, ihren Platz zum traditionellen tapir-Quiz finden konnten. Der Test erwies sich, wie immer, als sehr knifflig, auch wenn im Team geraten werden konnte. Gefragt wurde querbeet, es ging um Schuhe und Rucksäcke, Geografiekenntnisse und tapir-Interna. Der Telefonjoker durfte nicht gezogen werden und am Ende hatte das Team mit der größten Lebenserfahrung die Nase vorn.

Zur Königsetappe am Sonntag ging es für tapir-Verhältnisse früh los. Es ging immer auf einem Küstenweg an der Ostsee entlang, Wasserausblicke und bunte Wälder inklusive – sehr schön zu laufen. Zur Orientierung hatten wir im Vorfeld verschiedene GPS-Geräte ausgeteilt. Darunter auch die Garmin-Modelle etrex 25 und etrex 35 touch, die jeweils eine Cache-Datenbank enthalten. Das konnten sich einige tapire dann doch nicht entgehen lassen, loggten sich in der Flaschenpost aus Sachsen ein und begaben sich auf die Suche nach dem Piratenschatz von Störtebeker. Vielleicht werden ja nach der Tour aus tapir-Muggeln noch Geocacher.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Auch an der Ostsee lässt es trefflich “Wattwandern”. Hier gibt es zwar keine Gezeiten, aber eine Fähre, die uns von Gollwitz (Insel Poel) bis nach Pepelow durchs Salzhaff bringen sollte. Was außer den Planungstapiren keiner wusste: Gollwitz hat keinen Hafen, also auch keine Anlegestelle für ein Fähre. Wozu auch? Man kann ja auch zum Boot laufen, quasi eine kostenfreie Kneippkur genießen. Und so bot sich der letzten Gruppe ein ungewöhnliches Bild: 200 m vom Ufer entfernt wartete ein Boot und man sah einige Menschen durchs knie- bis oberschenkeltiefe Wasser (je nach Körperhöhe oder Treffsicherheit, denn es gab einige tiefere Löcher unter der Schlickschicht) zur Fähre laufen. Über die Wassertemperatur in der Ostsee können wir nur spekulieren. Es werden so zwischen 8 °C und 9 °C gewesen sein, wobei sich der Schlick an den Füßen deutlich kälter anfühlte. Auf der Fähre konnten sich alle mit einem Heißgetränk wieder aufwärmen und sich gedanklich darauf einstellen, im Salzhaff bei Pepelow wieder ins Wasser zu gehen. Auch dort gibt es keine richtigen Fähranleger, dafür war der Boden an dieser Stelle sandiger und ohne die kalte Schlicke mit ihren tieferen, verdeckten Löchern. Wanderer am Strand grinsten uns an, als wir mit unseren großen Rucksäcken aus dem Wasser kamen und schüttelten nur den Kopf: unter 18 °C würden sie hier nie ins Wasser gehen…


Der weitere Weg nach Rerik und auch die dritte Etappe von Rerik nach Kühlungsborn führten weiter an der Küste entlang und durch Herbstwälder. Der Nebel wurde zum ständigen Begleiter, sorgte so für die perfekte Herbststimmung und nachts für richtig viel Kondensfeuchtigkeit an den Außenzelten.

Am Ende der drei Tage gab es eine erste Diskussionsrunde in der Alten Büdnerei am Ortsrand von Kühlungsborn inklusive einem erstem Fazit zu den Testsachen. Wir werden unsere Köpfe noch weiter rauchen lassen und die Testberichte dann hier im Blog unter der Kategorie tapir-Testlabor veröffentlichen. Die Informationen gehen dann auch wieder die Firmen, die uns die Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben.


Wir wissen jetzt, dass auch tapire wasserfest sind und einiges an Gepäck auf ihrem Rücken transportieren können. Das Ostseefurten wird uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben. Danke an die Planungstapire für diese einmaligen Bilder im Kopf! Außerdem wollen wir uns besonders bei Kristin Poppinga von der Alten Büdnerei bedanken, die uns nicht nur einen warmen Raum für unsere Abschlussrunde geboten hat – ihr Essen dazu war einfach nur phänomenal! Und wir haben uns nicht nur gefreut, dass Steffen von Tatonka uns auf dem Zeltplatz in Rerik viele Fragen beantwortet hat. Er hat auch unsere Fahrer zu unseren Bussen, die ja noch in Groß Strömkendorf geparkt waren, mitgenommen. So blieb noch viel Zeit, in Oranienburg die Autobahn zu verlassen und uns einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: Wir waren am Dorfanger zu Besuch beim Outdoor Service Team, haben Annett und Birgit endlich einmal persönlich getroffen und uns bei ihnen umgesehen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ihr demnächst hier lesen könnt.

 

 

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2 Kommentare

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    Rabanus | 5. November 2015, 16:20

    Hallo ihr Lieben
    Das klingt nach einer wirklich gelungen abwechslungsreichen und tollen Testtour! Wie gern wäre ich mit dabei gewesen!
    (Marcus, du schaust aus wie aus einem Fjäll Räven Katalog geklaut…gefällt mir! :D )
    Haltet die Ohren steif,
    der Bergtapir

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    Anne | 11. November 2015, 11:45

    Hallo nach Österreich,

    es war wirklich eine tolle Testtour! Perfektes Wetter, grandioses Herbstlicht, verwunschener Nebel… und natürlich das allerbeste Team der Welt!

    Marcus mag zwar wie von Fjällräven geklaut aussehen, hat aber faktisch nur eine Hose von den Skandinaviern an. Der Rucksack (dessen Farbe wir jetzt schon alle lieben) kommt von Tatonka, die grüne Wollsoftshell – wenn mich nicht alles täuscht – von Trangworld. Aber alles ganz stimmig kombiniert!

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