Testbericht: Bergans Letto Jacket

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planet tapir Felix | 12. Mai 2016

Zu einer Küstenwanderung im Spät-Spätsommer kann eine atmungsaktive und dreilagige Regenjacke nicht schaden. So kam es, dass ich für unsere Testtour das Bergans Letto Jacket testen durfte. Ich besitze bisher noch kein Kleidungsstück des norwegischen Herstellers und freute mich sehr, vollkommen unvoreingenommen zu testen.

Eigenschaften

Bergans beschreibt das Letto Jacket als reine Outdoorjacke, die bei keiner Tour fehlen darf. Ausgestattet mit einem 2-Wege-Frontreißverschluss, einer verstellbaren Kapuze, langen Belüftungsreißverschlüssen unter den Armen und 2 geräumigen und elastische Bauchtaschen, bringt die Letto in Konfektionsgröße „L“ gerade einmal 465 g auf die Waage. Bei einer Körpergröße von 1,89 m konnte ich problemlos isolierende Schichten unter die Jacke ziehen, ohne dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurde. Diese Eigenschaft empfand ich als sehr angenehm, da ich persönlich meine Regenjacke dauerhaft trage und nicht nur bei Niederschlag  heraushole. So auch bei der diesjährigen Testtour, wobei  uns Petrus „zum Glück“ verschonte.

Kommt es aber doch zu Niederschlägen, sorgt eine dreilagige Dermizax-Membran dafür, dass die Jacke von innen und außen trocken bleibt. Dermizax ist die Membran des japanischen Textilherstellers Toray, welche sich von anderen Branchenführern darin unterscheidet, dass es sich um recycelbares Polyurethan (PU) als Ausgangsmaterial handelt. Sie besteht aus hydrophoben und hydrophilen Molekülen. Steigt im Inneren der Jacke die Temperatur, beginnen sich die wasserliebenden Moleküle ihren Weg nach außen zu bahnen. Sozusagen spielt die Letto ihre Trümpfe erst so richtig aus, wenn man mit ihr aktiv unterwegs ist, denn die Atmungsaktivität passt sich an und steigt, wenn man es braucht. Im Gegenzug verlangsamt sich diese Molekülbewegung auch bei geringer Temperatur, sodass der Wärmeverlust verhindert wird. Dieser Eigenschaft zu Gute kommt auch, dass Dermizax eine äußerst dehnbare Membran ist und man auch mit extra Kleidungsschicht unter der Jacke zu keiner Zeit in seinen Bewegungen eingeschränkt wird. Mein persönlicher Favorit in der langen Liste der Vorteile ist, dass die verwendete Membran geschlossenporig ist – sprich: jegliche Verschmutzungen ändern nichts an der Funktion der Jacke!! Man braucht laut Bergans auch kein spezielles Waschmittel und ein Nachimprägnieren ist nicht erforderlich.


Nach drei Tagen Wandern mit schwerem Rucksack auf dem Rücken gab es allerdings schon Stellen, an denen der typische Abperleffekt nicht mehr überall zu sehen war. Dies begründet sich aber durch den hohen Abrieb und betrifft auch nur die äußerste Schicht und hat keinen Einfluss auf die Wasserundurchlässigkeit der Jacke an sich. In diesem Falle kann man über eine nachträgliche Imprägnierung des Außenmaterials  nachdenken; das sieht auch etwas schöner aus.

Alles in allem stellte sich das Letto Jacket als sehr treuer Begleiter heraus, der zu Recht einen Platz in meinem Kleiderschrank gefunden hat. Ich persönlich würde die Regenjacke wirklich auf jede Tour mitnehmen, bei der es um einen permanenten Regenschutz bei viel Bewegung geht. Auf Klettertouren oder beim Skifahren, kann das Leichtgewicht durch die hohe Beanspruchung auf Dauer wahrscheinlich nicht mithalten, dafür wurde sie aber auch nicht gemacht.

 

 

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