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Teaserbild: Testbericht: Unterwegs mit dem Tarp 5 von Hillberg

Testbericht: Unterwegs mit dem Tarp 5 von Hillberg

Viele von uns gehen auf Tour auf Nummer sicher, wenn es um ihre Übernachtung geht, und haben zumindest ein Zelt als mobile Behausung im Gepäck. Doch eigentlich gibt es nichts Schöneres, als unter freiem Himmel zu nächtigen, dabei in die Sterne zu schauen und den nächtlichen Lauten zu lauschen. Manu war der Schnellste bei der Materialvergabe und sicherte sich das neue Tarp 5 von Hilleberg als nächtlichen Wetterschutz auf der letzten tapir-Testtour an der Ostseeküste. Hier ist sein Testbericht zum Tarp.

Mit dem Tarp 5 ergänzt die schwedische Zeltschmiede Hilleberg zur Saison 2016 ihr Sortiment um einen, ganz auf den Leichtgewichtsliebhaber ausgerichteten, minimalistischen Wetterschutz für eine Person. Passend zum ultraleichten Gewichtskonzept wird für das Tarp 5 dasselbe Kerlon 1000 Gewebe verwendet, welches auch in den Außenzelten der Hilleberg-3-Jahreszeiten-Zelte zum Einsatz kommt. Das silikonisierte Nylongewebe hat für sein geringes Gewicht immer noch eine beeindruckende Weiterreißfestigkeit von 8 kg und hält so auch unter schwierigsten Bedingungen. Optimal ergänzt wird es durch vormontierte Abspannleinen von 2 mm Stärke, die durch Leinenspanner auf Zug gebracht werden. Von diesen Abspannleinen befinden sich an der ca. 5  Quadratmeter großen Plane 8 Stück. Diese Stellen sind für optimale Haltbarkeit jeweils zusätzlich verstärkt und die Leinen sind dort an Ringen aus Metall befestigt. Mit den Ringen lassen sich die Spitzen von Trekkingstöcken fixieren, wenn das Tarp mit ihnen aufgestellt wird.


Verpackt wird das Tarp 5 quasi in sich selbst, in einem integrierten Packsack an einer der vorderen Ecken. Dieser Packsack wird im aufgebauten Zustand zu einer praktischen Tasche, um über Nacht die Brille oder Stirnlampe aufzunehmen. Das Packmaß fällt erfreulich klein aus und ist nicht größer als ein normaler 1-Liter-Topf. Klein ist auch das Gesamtgewicht, welches bei 320 g liegt. Zum Lieferumfang gehören allerdings keine Heringe. Mit den zusätzlichen, für den Aufbau erforderlichen, 8 Heringen muss man sich also auf ein etwas höheres Gewicht von ca. 380-400 g (abhängig vom jeweiligen Heringsmodeel) einstellen.

Das Hilleberg Tarp 5 war Ende Oktober/Anfang November 2015 dann an der deutschen Ostseeküste für zwei Nächte mein Dach der Wahl. In beiden Nächten lag die Temperatur zwischen 4 und 8 Grad. Niederschlag gab es keinen, aber dafür war die Luftfeuchte durch Bodennebel deutlich erhöht. Zum Aufstellen des Tarp 5 hatte ich mich für die Variante mit Trekkingstöcken entschieden, da im Vorhinein nicht sicher war, ob es an den Schafplätzen Bäume zum ordentlichen Aufspannen des Tarps geben würde. Diese Art des Aufstellens ist meiner Meinung nach auch die, für die die Trapezform des Hilleberg Tarp 5 am besten geeignet ist. Für den Aufbau wird das Tarp zuerst auf dem Boden ausgebreitet und die Abpannleinen mit Heringen im Boden fixiert. Anschließend werden die Trekkingstöcke an der gewünschten Position eingesetzt und ausgezogen um das Tarp zu aufzuspannen. Die Nachregulierung der Spannung erfolgt dann einfach und schnell mit den Leinenspannern. Durch einen ziemlich weit ausgezogenen Stock an der vorderen Spitze und einen nur wenig ausgezogenen mittig am geraden Ende konnte ich die Seiten gut nach unten abspannen und hatte in der ersten Nacht eine komfortable Liegebreite und -länge. Meine Evazote-Unterlage von Exped mit ihren 2 Metern Breite und 1 Meter Länge passte optimal unter das Tarp. Auch nachdem Hinzufügen von Isomatte und Schlafsack war für den 75-Liter-Trekkingrucksack daneben noch Platz. Nach oben war das Raumangebot jedoch begrenzt, sodass ich schon regelrecht in meinen Schlafsack kriechen musste, um nicht mit dem vom Nebel feuchten Zeltgewebe des Tarps in Berührung zu kommen. Nur im Kopfbereich, zur Spitze des Tarps hin, war hier mehr Platz nach oben und auch am nächsten Morgen ein Sitzen im Schneidersitz mit eingezogenem Kopf (meine Körpergröße ist 177 cm) möglich.

In der zweiten Nacht wollte ich, da auch in dieser wieder nicht mit Regen zu rechnen war, doch wenigstens beim Aufbau des Tarps simulieren, mich vor selbigem schützen zu müssen. Ich versuchte dafür nun, die Plane am Ende und an den Seiten näher zum Boden zu spannen, um dabei eventuell sogar auf den hinteren Trekkingstock verzichten zu können. Was sich schon schnell als problematisch herausstellen sollte, war die aus dem Weglassen des hinteren Stockes resultierende viel zu niedrige Gesamthöhe des Aufbaus. Diese wurde durch das Wiedereinsetzen des Stockes auf niedrigst zumutbarer Höhe (komplett zusammengeschoben) deutlich besser, da der Aufbau nun nicht mehr ganz so steil nach hinten abfiel. Es reichte jetzt wieder gerade so aus, um mir, im Schlafsack liegend, auch am Fußende noch ein paar Zentimeter Abstand bis zum gespannten Kerlongewebe zu lassen. An den Seiten war nun durch die niedrigere Abspannung ebenfalls weniger Platz. Der Trekkingrucksack passte aber immer noch bequem zwischen mich und den Rand des Tarps. Das Hineinlegen und Herauskommen aus meinem Schlafsack wurde aber im Hinblick auf die Vermeidung einer Berührung mit der kondensfeuchten Zeltplane zu einem kleinen Zirkusakt. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich, hätte es in dieser Nacht doch noch geregnet, zum Ausgleich dafür schön trocken geblieben wäre 😉

Fazit

Das Hilleberg Tarp 5 ist aufgrund seines kleinen Packmaßes sowie seines geringen Gewichts der ideale Wetterschutz für Minimalisten, die auf Tour nur das Nötigste und Leichteste dabei haben. Auch als Notfallwetterschutz eignet es sich hervorragend. Die Abmessungen des Tarps reichen für eine Person mit Gepäck gut aus. Beim Aufbau mit Trekkingstöcken muss man beachten, dass er mit den neuen, faltbaren nicht funktioniert, da für den hintersten Stock eine recht niedrige Höhe benötigt wird. Ein faltbarer Stock ist mit seiner Minimalhöhe, wie ich feststellen musste, schon zu hoch. Der Einsatz in der Praxis zeigte, dass man das Tarp am besten auf Touren in der wärmeren Jahreszeit nutzen sollte, da durch die niedrige Gesamthöhe die Verwendung eines voluminösen Winterschlafsacks problematisch werden kann. Den einzig wirklich relevanten Kritikpunkt stellt für mich die Abspannleineneinstellung beim Trekkingstockeinsatz dar. Da die Leine hier zwischen Stockspitze und Metallring eingeklemmt wird, ist ein Justieren mit den Leinenspannern nur durch verstärkten Kraftaufwand bzw. Anheben des Metallringes möglich. Ansonsten war die Verarbeitung des Tarp 5, wie bei Hilleberg nicht anders zu erwarten, hochwertig und ohne Mängel. Besonders schön ist auch der im Tarp integrierte Packsack, dessen Funktion als kleine Tasche allerdings nur in warmen und trockenen Nächten genutzt werden sollte, da sonst der Inhalt feucht wird.

 

 

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