Industrieklettercup 2011

Zum sechsten Mal ausgerichtet, traf sich bereits zum zweiten Mal in Leipzig die  Spitze der deutschen Industriekletterer, um sich mit Vertretern aus Russland, Ungarn, Polen und Norwegen zu messen. Neben der sportlichen Herausforderung ist der Industrieklettercup auch ein alljährliches Stelldichein für Seilprofis, bei dem auch Herstellerfirmen über neue Entwicklungen informieren.

25 Industriekletterer, darunter zwei Frauen traten in drei Disziplinen an den Start, wobei die Organisatoren bemüht waren, unterschiedliche  Parcours auszuwählen, die alle Fascetten der Arbeit des Industriekletterers ansprachen. Übersicht, Geschick und Schnelligkeit waren in  der Speed-Route (Aufstieg, umhängen in der Höhe und Abstieg) genauso gefragt, wie beim Parcour mit Aufgaben aus der Höhenrettung und der Arbeit an einer Scheibe. Gewertet wurde nicht nur die Zeit – die aufmerksamen Kampfrichter beobachteten sehr genau, ob alle Sicherheitsaspekte beachtet worden sind und die Montage – die eigentliche Arbeit – vorschriftsmäßig erfolgte.

Die FISAT,  Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken e.V., richtete den 6. Industrieklettercup in Leipzig aus. Der Verband wurde 1995 von einer Gruppe von Höhenarbeiten, Bergsportlern, Vertretern der Höhlenforschung, Höhenrettung, Rigging und Baumpflege gegründet. Ziel war und ist es, einen Standard für Höhenarbeiten zu definieren, die Unfälle auf dem Bau minimieren – eigentlich ausschliessen – sollen und das seilunterstütztes Arbeiten auch aus Sicherheitsaspekten (Schutzausrüstung) immer wieder thematisiert wird. Das Zertifiziererteam der FISAT erarbeitet eine Ausbildungsstruktur, die den internationalen Anforderungen entspricht und den Ausgebildeten ein hohes Niveau sichert. Darüberhinaus ist die FISAT um eine breite Akzeptanz für seilunterstütztes Höhenarbeiten in der Öffentlichkeit bemüht – der Industrieklettercup hat sich in den letzten Jahren zu einem Höhepunkt in der Szene etabliert.

Spannend war es auf jeden Fall, die Kletterer in den Parcours zu beobachten. Der Satz: “die Auflösung des Knotens erfolgt dann später”  ging mir immer wieder durch den Kopf – selbst aus der Nähe betrachtet habe ich bereits nach kurzer Zeit die Übersicht verloren, welches Seil wie eingeklinkt werden muss, um Sicher hantieren zu können und die Redundanz auch noch gewährleistet ist. Man bekam als Zuschauer einen kleinen Einblick in die Arbeit der Industriekletterer vermittelt. Faszinierend, wie sich auch Frauen in dem Bereich bewähren – Anastasia Venskaya aus St.Petersburg setzte sich in dem von Männern dominierten Wettbewerb gut mit ihrem 8.Platz durch. Und nur ein bisschen schade fand ich für mich aus Zuschauersicht, das in diesem Jahr die Männer (und Frauen) keine Scheibe putzen mussten, sondern als Aufgabe gestellt bekamen, eine Folie exakt und ohne Luftlöcher aufzukleben. Für die Wettkampfteilnehmer war aber sicherlich auch die neue Aufgabe eine schwierige Herausforderung.

Sebastian Laatz aus Potsdam stand am Ende ganz oben, der sich wahrscheinlich v.a. deshalb durchgesetzt hat, weil er in allen drei Parcours zumindest im Sicherheitsbereich immer die volle Punktzahl erreichen konnte. Glückwunsch den Siegern und Platzierten und Hut ab vor allen Teilnehmern, die sich den Herausforderungen der Parcours gestellt haben.

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