2.Teammarathon in Brandenburg

Zählt ein abendliches Bier, in meinem Fall ein alkoholfreies Weizen, zur Marathonvorbereitung, dann stehe ich voll im Training. Betrachtet man es jedoch vom sportlichen Trainingsplan, so ist dieser eher chaotisch oder nicht vorhanden. Da aber der Leipziger Wintermarathon im Januar trotz allem ganz gut lief, zog es mich auch nach Brandenburg.

Der Gedanke des Teamlaufs wurde nach Beendigung der 31. Ausgabe im Berliner Plänterwald 2009 nicht nur nach Leipzig sondern auch nach Brandenburg getragen. Und der Lauf im Januar begeisterte mich bereits vom Gedanken des Gruppenlaufs. Kurzweilig und unterhaltsam ging es damals auf 8 Runden zu.

In Brandenburg war eine Strecke von 7 Kilometern um den Gördensee sechs mal zu laufen. Das Leipziger Team der Laufchaoten suchte noch einen dritten Mann und dies war für mich der Impuls. Bei dem Namen konnte man doch nur mich suchen.

Etwa dreißig Teams fanden sich im winterlich geprägten Brandenburg am Sonntagmorgen ein. Die Wettervorhersage sprach von 8 bis 10 Grad und Sonne, wir fanden Hochnebel und kuschlige 2 Grad vor. Aber die Versorgung an der Strecke stand und so gab es einen warmen Tee bereits vor dem Startschuss. Dieser wurde 11 Uhr von der Oberbürgermeisterin Brandenburgs gegeben.

Locker setzte sich das Feld in Bewegung und die Führung übernahmen genauso locker die Laufasketen, dass zweite Team aus Leipzig. Wir fanden recht schnell in unser Tempo, obwohl wir in dieser Formation noch nie zusammen liefen und auch keine Tempoabsprache getroffen hatten. Vielleicht lag es an der geprellten Rippe, die unser Winterurlauber aus Österreich mitgebracht hatte oder an dem Einfühlungsvermögen von Peter, der heute zu seinem 60. Marathon startete. Der Forerunner jedenfalls zeigte 5:14 Minuten pro Kilometer an und blieb da auch die nächsten Runden.

Von Beginn an kamen wir ins Gespräch, nicht nur unter uns sondern auch mit anderen Teams. An der Strecke, welche recht abwechslungsreich vom Belag war, Asphalt, Sand, Schlamm, Waldboden und Pflastersteine, war bei Kilometer drei ein weiterer Getränkepunkt aufgebaut. Auch hier spielte ein DJ Musik auf, damit wir im Rhythmus blieben. Die Laufasketen teilten uns mit, dass sie Musikwünsche abgegeben haben und diese prompt in der nächsten Runde aus den Lautsprechern ertönten. Und damit nicht genug, bei Kilometer 5 standen 2 weibliche Fans, welche Runde für Runde neue Anfeuerungssprüche hoch hielten. In unserer Teamwertung gewann mit Abstand “Wir essen pünktlich!”. Nicht vergessen möchte ich die Band, welche mit ihren Bongos und Rasseln in jeder Runde Schwung mit auf die Zielgeraden gab.

Gegen Mittag kam die Sonne auch noch durch die Wolken und das Thermometer ging gen 10 Grad. Und dieses Wetter hatte die Veranstaltung, welche vom VfL Brandenburg organisiert wird, vollauf verdient. Es wirkte alles familiär und man fühlte sich gleich als ein Teil des Ganzen.

Die Laufasketen vollführten einen Start-Ziel-Sieg und vollendeten den Marathon in 3:04 Stunden, obwohl sich einer des Teams in der vorletzten Runde noch die Bänder in einem Schlagloch dehnte. Wir kamen geschlossen bei 3:41 durchs Ziel und da zwei Teams vor uns nicht vollständig waren, reichte es sogar für den 4. Platz.

Nach einer heißen Dusche dann noch die Siegerehrung. Jedes Team erhielt eine Urkunde und eine in 3 Stücke geteilte Medaille. Dies ist ein weiterer Grund, nächstes Jahr wieder nach Brandenburg zu kommen, um die fehlenden zwei anderen Stücke noch zu erlaufen. Und damit ich im Training bleibe, gab es zur Urkunde und Medaille ein eigens gebrautes “Teammarathon”-Bier vom Veranstalter für jeden dazu.

Na dann Prost!

Weiterschmökern:


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