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Teaserbild: Filme gucken unterm Sternenhimmel – ein Rückblick auf das 18. Bergfilmfestival

Filme gucken unterm Sternenhimmel - ein Rückblick auf das 18. Bergfilmfestival

Am ersten Septemberwochenende trafen sich traditionell zum Sommerausklang Cineasten und Freunde von Berg- und Kletterfilmen zur 18. Auflage des ältesten deutschen Bergfilmfestivals. Vom Datum abgesehen ist die Geschichte des Festivals ganz schön wechselhaft, was sowohl die Örtlichkeit als auch die Orga-Crew betrifft. Mit dem Hochwasser beziehungsweise Ansteigen des Grundwassers im Spielberg, was vielleicht Badehungrige erfreut, aber den Weg zur Festwiese unpassierbar gemacht hat, musste der Filmabend umziehen, sich einen neuen Standort suchen, ohne die eigenen Wurzeln und das einmaliges Ambiente dabei zu verlieren. Seit 5 Jahren bietet der Gaudlitzberg die perfekte Kulisse für das Open-Air-Filmfestival, bei dem traditionell die Zuschauer den Preisträger des Abends bestimmen.

Das Bergfilmfestival wurde auch in diesem Jahr wieder vom DAV Leipzig in Kooperation mit dem Geopark Porphyrland organisiert. Dem Team um Peter-Hugo Scholz ist es einmal mehr gelungen, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Zudem verlief die Standleitung zu Petrus am Samstag komplett störungsfrei, sodass pünktlich zum Kinobeginn der Sternenhimmel gemeinsam mit den angestrahlten Wänden des Gautlitzbergs für die perfekte Kulisse eines wieder spannenden Filmabends sorgte.

Doch es gab nicht nur Filme zu sehen. Traditionell startete die Veranstaltung mit einem lustigen, sportlichen Begleitprogramm und der beliebten Seilbahn über den Steinbruch. Für alle, die sich nicht selbst bewegen wollten, gab es schon vor Kinobeginn viel zu sehen und zu hören. Pünktlich zu High Noon rief Reini alle Starter zum Boulderbattle der Kletterschule Felsenfest zusammen. Das war wieder spannend bis hin zum Teambouldern als Finale. Am Ende hatten nach dem berühmten Paarbouldern Kim und Markus die Nase vorn. Teresa und Andres sowie Lara und Ole belegten die weiteren Plätze.


In den Abend hinein führte Michael Diemitz, der aus seinem Buch „Splittergruppe Luginsland“ vorlas, spannende Geschichten aus einer schon fast vergessenen Zeit, an die man sich beim Hören gern zurückerinnert hat. Eine perfekte Einstimmung für das Bergfilmfestival.

Mit dem Dunkelwerden ging der Filmabend los.

Nach dem Auftaktfilm „Hotel Relaks – eine Robinsonade aus den Rugova-Bergen“ startete das Festival mit dem deutschen Film von Michael Düchs. „Männer, die den Fels streicheln“ erzählt die Geschichte von Hans Dülfer und Roland Hemetzberger. Hans Dülfer – für die, die mit dem Namen nichts anfangen können – gehört zu den großen Kletterpionieren zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Leider starb er mit 23 Jahren viel zu früh; er war als Soldat im Ersten Weltkrieg gefallen. Roland Hemetzberger ist heute 25 Jahre alt und lebt die gleiche Bergleidenschaft wie Hans. Michaels Düchs‘ Porträt zeigt, dass es viele Parallelen zwischen Hans und Roland gibt, obwohl mehr als 80 Jahre zwischen ihnen liegen und sie sich nie begegnet sind. Auch der zweite Film portraitiert mit Fabian Buhl einen Kletterer, der die Liebe zum Tradklettern für sich entdeckt hat („Fabian Buhl – vom Boulderer zum Trad-Kletterer“). Die Österreicher Stefan Schlumpf und Diego Defilla folgten Fabian durch die steilen Wände und unter atemberaubende Dächer. Fantastische, faszinierende Aufnahmen!


Mich hat der der nächste Film „Die Sextener Sonnenuhr“ stark berührt und angesprochen, führte er doch in den unbekannten Teil der Sextener Dolomiten, den ich in den vergangenen Jahren kennen- und schätzen gelernt habe. Abseits der Drei Zinnen kann man mit und ohne Klettersteig, kletternd oder wandernd, viel entdecken – faszinierende Ausblicke und Fotomotive inklusive. Der Film von Lisa Eder erzählt nicht nur eine Mutter-Sohn-Geschichte, sondern er stellt außerdem die Hochtour über eines der Wahrzeichen der Bleichen Berge (Dolomiten) in den Mittelpunkt der Handlung. „Sfida me jeten (Die Herausforderung des Lebens)“ von Defrim Methasani (Albanien) aus dem Jahr 2013 ist ein Film über die Besteigung des Everests und das in einem Erzählstil, der ein wenig aus der Zeit gefallen scheint. Der Expeditionsfilm erzählte zudem auch eine Vater-Sohn-Geschichte auf eine sehr ruhige, unaufgeregte Art. Beide, Vater und Sohn, waren mit dem Filmemacher die Ehrengäste auf dem Festival. Hugo ließ es sich dann auch nicht nehmen, den beiden viele Fragen zu stellen, wobei die ein oder andere politisch nicht ganz korrekt war. Zum Abschluss überraschte Hannes Mair mit seinem Film „Cedarwoods“. Dem Österreicher sind wieder coole Mountainbike-Aufnahmen gelungen, wie wir sie auch schon von „Burning Mountains“ her kennen. Doch der Film erzählt auch eine Geschichte über den Umgang mit den Zederwäldern in den Mulanje-Bergen in Malawi. Der Konflikt wird von allen Seiten beleuchtet, ohne belehrend zu wirken. Als Zuschauer muss man sich am Ende selbst (s)ein Urteil bilden.


Nachdem die Stimmen ausgezählt und mit „Die Sextener Sonnenuhr“ der Siegerfilm gekürt war, klang der Abend am Lagerfeuer mit Livemusik und viel Wein und Bier unterm Sternenhimmel aus. Den Siegerfilm kann man sich hier noch einmal ansehen. Lohnt sich!

Nach dem Festival ist vor dem Festival – wir freuen uns schon auf die 19. Auflage der Bergfilmnacht am Gaudlitzberg! Save the date: 26./27. August 2017

P.S.: Im Programm, aber außerhalb der Wertung lief auch der neue Trailer von Olaf Rieck. Spektakuläre Bilder, die dieser grandiosen Landschaft fast gerecht werden. „Fast“, weil es eigentlich kaum möglich ist, die extremen landschaftlichen Gegensätze von Feuerland einfach mal so in Bildern festzuhalten – und dann auch noch unter diesen Bedingungen. Der Trailer zur Kajak- und Bergexpedition zum Monte Sarmiento zeigt, ohne schon zu viel vorweg zu nehmen, eindrucksvolle Bilder von einem der schwierigsten Berge der Welt. By fair means. Wer den Trailer nach der Pause verpasst hat, weil er noch nach Bier oder Wurst anstand oder sich verplaudert hat oder erst gar nicht beim Festival war, kann sich hier noch einmal den Trailer ansehen. Los geht es für Olaf dann so richtig am 12. November 2016 im Zeitgeschichtlichen Forum in der Grimmaischen Straße 6. Und wie immer gibt es die Karten auch bei uns im tapir zu kaufen. Wir freuen uns schon darauf!

Feuerland – Monte Sarmiento from Ulf Wogenstein on Vimeo.

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