Testbericht Growers Cup: Kaffee to go

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planet tapir tapir aktuell Felix | 21. September 2016

Jährlich werden in Deutschland über 9,2 Millionen Tonnen Rohkaffee verbraucht, was einem Pro-Kopf-Konsum von rund 162 Litern entspricht. Damit verweist Kaffee seine ärgsten Konkurrenten Mineralwasser (143 l) und das kühle Blonde (107 l), auf die Plätze Zwei und Drei. Also haben wir uns gedacht: „Warum unterwegs auf Tour darauf verzichten?“ und möchten euch hier mit „Growers Cup“ unsere qualitativ hochwertige Alternative zum Kapselkult vorstellen.

Firmenphilosophie und Besonderheit

Gibt man „Growers Cup“ in die Übersetzungsfunktion einer beliebten Suchmaschine im Internet ein, spuckt diese mit „Bauern Tasse“ kurz und prägnant zwei Worte aus, die die Firmenphilosophie der dänischen Firma ziemlich gut zusammenfasst. Der Kaffeespezialist schmückt sich mit dem „Fair Trade“-Siegel, was für ökozertifizieren Kaffee (DE-009-Öko-Kontrollstelle) aus handgepflückten Beeren bei fairen Arbeitsbedingungen und bestmöglicher Verarbeitung steht. Er kommt abgefüllt in einer einzigartige Verpackung, die den perfekten Kaffeegenuss für Zwischendurch ermöglicht. Ein spezieller Filter in der Verpackung bewahrt die ätherischen und natürlichen Öle des Kaffees und sorgt so dafür, dass der feine Geschmack und die Aromen erhalten bleiben. Der “Coffeebrewer” ist so konzipiert, dass der Brühprozess nach dem Einschenken der ersten Tasse Kaffee eingestellt wird. Beim nächsten Einschenken hat der Kaffee somit das gleiche optimale Aroma, ohne Spuren des Überbrühens aufzuweisen. Außerdem ist der Filter wiederverwendbar – einfach den einmal aufgegossenen Kaffee auskippen, die Verpackung trocknen lassen und nach Belieben neuen Kaffee einfüllen.

 

Bedienung

Die Benutzung des „Coffebrewers“ ist so simpel wie genial – einfach 300 ml Wasser zum Kochen bringen, den Druckverschluss der Packung öffnen und die Flüssigkeit (langsam) eingießen. Um einen idealen Brühprozess und die optimale Temperatur zu garantieren, den Druckverschluss verschließen und dann je nach persönlichem Empfinden den Kaffee 2  bis 6 Minuten (mild – stark) ziehen lassen. Nun muss man nur noch den kleinen Stöpsel vom Ausgießer entfernen und kann den vollen Genuss eines Premiumkaffees genießen. Ich glaube sogar, die zur von mir getesteten Kaffeesorte Brazil gehörende charakteristische dunkle Schokoladennote herausgeschmeckt zu haben, würde mich aber nicht darauf verlassen, da ich vor der Verkostung sehr gespannt (und daraus resultierend etwas voreingenommen) war, wie sich die beschriebene Schokolade geschmacklich äußern würde. Von daher gilt: Selbst den „Geschmack mit Zwischentönen von Nuss und dunkler Schokolade“ zu probieren.

 

Aufbau

Der mit knapp 20 g Kaffee gefüllte Grower’s-Cup-Spezialbeutel ist frei von Aluminium, besteht aus 6,8 g Papier, 1,6 g PET, und 6,6 g PE (Polyethylen) – das heißt: aus ausschließlich recycelbaren Materialien. Das Polyethylen ist frei von Weichmachern und Kunststofffolien und wird aufgrund der Temperaturbeständigkeit für die Innenbeschichtung verwendet. Es ist außerdem absolut reißfest, weshalb der Growers Cup an irgendeine freie Stelle im Rucksack gestopft werden kann, ohne spätere Brühvorgänge zu beeinträchtigen. Die PE-Beschichtung ist sehr witterungsbeständig; einzig UV-Strahlung macht das Material spröde und kann zum Zerbröseln führen. Das PET verwendet der Hersteller, um ein optimales Ausgießen und Verstöpseln zu ermöglichen, da das Material eine hohe Schlagzähigkeit aufweist, sprich absolut robust ist. Ich sehe die Verwendung von PET aber sehr kritisch, da hier mit der Zeit hormonell wirksame Stoffe an den Boden abgegeben werden können und damit ins Grundwasser gelangen. Es fällt zwar nur mit ca. 0,045 % der Produktmasse zu Gewicht (Achtung Wortspiel), hinterlässt jedoch in Verbindung mit dem Problem, dass Tiere Teile der durch Sonnenstrahlung zerfallenen PE-Folie durch Nahrung aufnehmen könnten, einen faden Beigeschmack. ABER ich finde, jeglicher Müll, der auf Touren anfällt, gehört mindestens bis zum nächsten Mülleimer weitertransportiert und NICHT in die Natur. Dies ist sozusagen ein Appell an das Gewissen eines jeden, der sich ein Leben lang an den Vorzügen der Natur erfreuen will.


Tipp: Die Brühtüten verfügen über ein kleines Loch am Rand, so dass man mit einem Faden auch locker mehrere auf Tour mitgenommene Verpackungen wieder mit heim nehmen kann. Bei einem Leergewicht von 15 g gibt es meines Erachtens nach auch keine Ausreden ;)

 

 

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3 Kommentare

  1. avatar
    1
    David | 21. September 2016, 14:39

    Wie cool! Genau das löst meine “Kaffeezubereitungsprobleme” auf Tour komplett. :-D

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    Frank | 22. September 2016, 15:13

    Hallo!
    Worin besteht der Vorteil zum wiederverwendbaren Faltfilterhalter mit Papierfilter?

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    Matthias Lappe | 2. Oktober 2016, 18:39

    @Frank
    Den Vorteil gibt es vielleicht nicht. Aber es gibt wahrscheinlich auch keine Nachteile und die “Brühtüten” eignen sich in jedem Fall prima zum Verschenken und sind eine Alternative neben anderen sinnvollen Möglichkeiten, Ich persönlich nutze einen Edelstahlfilter von MSR und habe dann nicht einmal mehr Papierfilter.

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