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Teaserbild: Der Frauenrucksack Kyte 46 von Osprey im Test

Der Frauenrucksack Kyte 46 von Osprey im Test

Seit Wochen planten mein Freund und ich eine Tour im Val Grande, einem Gebiet im Westen des Lago Maggiore. Zum ersten Mal wollte ich tagelang alles mit mir herumtragen, was ich für eine Woche in den Alpen benötigen würde. Da mein aus grauer Vorzeit ererbter 55l Rucksack schon sehr in die Jahre gekommen ist, beschloss ich mich im tapir nach einer Alternative umzusehen und entschied mich für den Kyte 46, einen Frauenrucksack der amerikanischen Marke Osprey.

Testbedingungen

Ich habe den Kyte 46 auf einer knapp einwöchigen Tour in den italienischen Alpen Anfang Oktober getestet. Eingepackt habe ich dafür: Essen für 5 Tage, Wasserflaschen (2l), Trekkinggeschirr, Schlafsack, Isomatte, Kleidung, Handtuch, die Hälfte eines Zelts (Stangen, Heringe und Vorzelt) und diverse Kleinigkeiten. Gewogen hat das ganze geschätzte 14 kg. Das Wetter war eher kühl und bedeckt. Mit leichtem Nieselregen und der morgendlichen Kondensfeuchte im Zelt kam der Rucksack klar, sodass ich keine Möglichkeit hatte, die integrierte Regenhülle zu testen. Viele der Wege auf der Tour waren eng und steil, der Untergrund oft steinig und manchmal rutschig.


Das Packen

Zu Hause wurde den Rucksack direkt bepackt. Mein Daunenschlafsack (Packmaß ca. 7 Liter) passt gut in das Schlafsackfach, sogar ein größerer Schlafsack ließe sich dort noch problemlos verstauen. Die innere Trennwand zwischen Hauptfach und Schlafsackfach lässt sich nicht nur öffnen, sondern ist auch über kleine Gurte anpassbar, falls mal etwas mehr ins Schlafsackfach soll. Die ca. 40 cm langen Riemen vor diesem Fach sind allerdings schlichtweg zu kurz, um meine Isomatte (Therm-a-Rest Prolite Plus) daran zu befestigen. Gegenstände, die ich oft benötige, packe ich im Hauptfach nach rechts, denn dort kann ich sie auch unterwegs über den seitlichen Reißverschlusszugang erreichen. Dieser praktische Reißverschluss wird mich im Laufe der Tour immer wieder begeistern. Wie alle Reißverschlüsse an diesem Rucksack ist er qualitativ hochwertig und mit einer leicht greifbaren Lasche ausgestattet.

Laut Herstellerangaben ist der Kyte 46 für Tagestouren gedacht. Nachdem ich alles, was ich für ein paar Tage in den Bergen und einen Abstecher nach Mailand benötige, in den Rucksack gepackt habe, ist im Hauptfach immer noch genügend Platz für die Isomatte. Das Deckelfach mit seinen zwei separaten Reißverschlusstaschen bietet weiteren Stauraum.

Wo genau ich meine Trekkingstöcke an dem Rucksack befestigen soll, ist mir unklar. Deswegen versuche ich es zunächst mit der Eisaxtschlaufe, das ist mir allerdings zu lose und unsicher. Nach etwas Experimentieren zurre ich die Stöcke mithilfe der seitlichen Kompressionsriemen (StraightJacket™) an eine Seite und bin sehr überzeugt von dieser Lösung. Die Stöcke liegen so sehr eng am Rucksack an und sitzen bombenfest. An die seitlichen Reißverschlüsse komme ich trotzdem noch ran. Schließlich ziehe ich auch noch alle anderen Kompressionsriemen fest –  fertig gepackt!


Zwischenfazit: Der Rucksack lässt sich gut be- und entpacken. Er bietet durch die vielen Fächer genug Stauraum um alles, was man für eine Woche in den Bergen benötigt, gut zu verpacken. Insbesondere der seitliche Reißverschluss ins Hauptfach hat es mir angetan. Kleines Manko: Die Riemen zum Befestigen einer Isomatte außen am Rucksack waren für die meinige zu kurz.

 

In den Bergen

Der Kyte 46 überzeugte mich bereits im Laden durch seinen guten Sitz. Da der Rucksack speziell auf Frauenrücken zugeschnitten ist, verfügt er über eine kürzere Rückenlänge, einen schmaleren Ansatz für die Schultergurte und speziell geformte Hüftgurte. Das AirScape™-Rückensystem ist verstellbar, umfasst 5 verschiedene Einstellungsstufen und lässt sich damit um bis zu 10 cm verstellen. Da der Rucksack zu Beginn noch etwas ruckelt, entscheide ich mich, die Rückenlänge spontan um eine Einstellung zu verkürzen. Mit zwei Handgriffen wähle ich aus den fünf Einstellungsmöglichkeiten die nächstkleinere. Das geht auch mitten auf dem Waldweg und der Rucksack sitzt jetzt wieder fest auf dem Rücken.


Zwischenfazit: Der Rucksack lässt sich sehr gut auf die eigene Rückenlänge anpassen und ist speziell auf Frauenrücken zugeschnitten.

Schon wenig später kommen meine besonderen Freunde zum Einsatz: Die zwei kleinen Reißverschlusstaschen auf dem Hüftgurt. Diese habe ich bereits vor der Tour mit Stirnlampe, Müsliriegeln, Keksen, Nüssen und Trockenfrüchten aufgefüllt (ebenso das linke Seitenfach des Rucksacks). Beim Wandern brauche ich ständig Energie, will aber nicht anhalten. So kann ich die ganze Zeit vor mich hin knabbern, ohne den Kyte 46 absetzen zu müssen. Das fällt mir ohnehin während der Tour auf – auf viele Gegenstände habe ich Zugriff, ohne den Rucksack dafür absetzen zu müssen. Schon nach kurzer Zeit habe ich die Handgriffe gemeistert, mit denen ich im Gehen den Reißverschluss meines Deckelfaches öffnen kann, um weitere Knabbereien, die Kamera oder meine Mütze zu entnehmen. Die Trekkingstöcke kann ich währenddessen sicher mithilfe des Stow-on-the-Go™-Systems, das in den linken Schultergurt eingearbeitet ist, verstauen. Die zwei seitlichen Stretchfächer eignen sich, um 0,5-Liter-Wasserflaschen oder Karten darin aufzubewahren. Auch hierfür muss ich den Rucksack nicht unbedingt absetzen. Zusätzlich verfügt der Kyte 46 über ein zugängliches externes Trinkblasenfach zwischen Rückenplatte und Hauptfach, in dem sich ein Trinksystem sicher unterbringen lässt. In das große Stretchfach hinten passen beispielsweise Kleidungsstücke, die während der Tour häufig an- und ausgezogen werden oder auch feuchte Handtücher.


Zwischenfazit: Der Kyte 46 hat viele praktische kleine Fächer, die auf der Tour gut zu erreichen sind und das Wandern erleichtern.

Natürlich bin ich auf der Tour nicht nur mit Essen und Trinken beschäftigt, hauptsächlich laufen wir. Auch nach ein paar Stunden anstrengenden Wanderns bin ich vom Tragekomfort des Rucksacks begeistert. Die Schulter- und Hüftgurte sitzen passgenau und sind sehr bequem. Den höhenverstellbaren Brustgurt (mit Signalpfeife) habe ich auf meinen Körperbau angepasst. Auch der Rücken fühlt sich dank der guten Belüftung gut an. Die Rückenpolsterung des AirScape™-Rückensystems ist dafür perforiert und mit einem Mesh-Gewebe überzogen. Einzig die Befestigung des Stow-on-the-Go™-Systems am linken Schultergurt stört mich, das an sich dafür gedacht ist die Trekkingstöcke zu verstauen, wenn man die Arme frei haben will. Denn solange ich ein kurzarmiges Oberteil trage, reibt sie an meinem Arm.

Zwischenfazit: Der Kyte Osprey 46 hat mich mit seiner guten Passform und dem hohen Tragekomfort überzeugt. Wenn das Essen und die freien Tage nicht aufgebraucht gewesen wären, hätte ich noch gut weiterlaufen können!

Maße: (Höhe x Breite x Tiefe): 70 x 35 x 36 cm
Gewicht: 1,61 kg

 

 

Fazit:
+ hoher Tragekomfort
+ niedriges Eigengewicht (1,61 kg)
+ lässt sich sehr gut bepacken
+ auch auf der Tour ist der Inhalt gut zugänglich
+ 3 praktische Stretchfächer (ein großes mittig, zwei kleinere seitlich)
+ extra Taschen im Gurt für Kleinigkeiten
+ robustes Obermaterial, das Kondensfeuchte und Nieselregen mühelos übersteht
+/- integrierte Regenhülle, etwas zu groß
+/- die integrierte Regenhülle ist aus irgendwelchen Gründen giftgrün – eine der wenigen Farben, die sich mit dem auch verarbeiteten hellen Türkis nicht gut verträgt; wenn ich im strömenden Regen durch die Berge stapfe, ist das freilich nicht mein größtes Problem, farblich ist das dennoch disskussionswürdig =)
– meine Isomatte ließ sich nicht wie vorgesehen befestigen, da die Riemen zu kurz sind
– das Stow-on-the-Go™-System hat manchmal unangenehm am Oberarm gerieben (die Schlaufe kann man zur Not aber auch entfernen)

 

 

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