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Teaserbild: Im Watt und auf’m Rad: Das Vaude Roccia Softshell Hoody im Zweifach-Test

Im Watt und auf'm Rad: Das Vaude Roccia Softshell Hoody im Zweifach-Test

Erst vor Kurzem gab es bei uns im Blog einen Artikel zur Frage: „Softshell oder Hardshell?“. Das ist eine Frage, die uns im tapir auch oft von Kunden gestellt wird – zu Recht! Die Antwort wird wohl auch bei jedem tapir ein wenig anders ausfallen. Wir hatten auf der diesjährigen Testtour beides dabei, unter anderem das Roccia Softshell Hoody von Vaude, das tapir Hugo auch letztes Jahr auf der Testtour im Watt schon ausführlich getestet hatte. Wie hat sich die Jacke auf dem Rad und respektive im Watt geschlagen?



Vaude gilt im Outdoor-Bereich in Sachen Umweltfreundlichkeit und soziales Engagement als großer Vorreiter und ist hinter den Kulissen für die ein oder andere Firma sicher auch so etwas wie ein Vorbild. Das Roccia Softshell ist auf einer Linie mit der Firmenphilosophie – Green-Shape- und bluesign®-zertifizierte Materialien und eine wasserabweisende EcoFinish-Beschichtung sprechen für sich. Hier gibt es also schon mal ein erstes grünes Smilie für das Roccia Softshell Hoody. Mr. Green, walte deines Amtes!: :mrgreen:

Doch unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden zu sein, reicht bei einer modernen Funktionsjacke nicht aus: Die Performance muss ebenfalls stimmen – und glücklicherweise können Hugo und ich hier auch größtenteils grünes Licht geben.

Vom Schnitt ist die Jacke nach meinem Empfinden weder zu weit noch zu enganliegend. Hinten ist sie etwas länger geschnitten, was sich insbesondere auf der Radtour positiv bemerkbar machte. Dank Taillenzug und mit Klettverschlüssen versehenen Ärmelbündchen lässt sich die Softshell passgenau an die eigenen Bedürfnisse anpassen, was mir insbesondere auf dem Rad zugute kam. Hugo empfand den Schnitt als angenehm locker:

Hugo: „An den kühlen Abenden auf dem Zeltplatz trug ich noch eine Primaloft-Jacke unter dem Roccia Softshell Hoody, was durch den legeren Schnitt problemlos möglich ist. Körperbetont geschnitten ist die Jacke nicht, was ich aber meistens auch bevorzuge, um bei einer Tour flexibel im Schichtenaufbau zu sein. Leider aber waren die Arme der Jacke für mich insgesamt etwas zu kurz geraten. 2 bis 3 Zentimeter mehr und es wäre optimal gewesen.“

2015 brachte das Roccia noch 596 g auf die Waage, dieses Jahr sind es nur noch 560 g – hier hat sich also auch einiges getan. Die Softshell hat eine angenehme Griffigkeit und schmiegt sich gut an den Körper an. Ausgestattet ist sie mit einer festen Kapuze, die genügend Platz für einen (Fahrrad-)Helm bietet. Das tiefenverstellbare und verstärkte Schild ist schön stabil und – was mir besonders gefallen hat: Die Kapuze sitzt auch dann gut, wenn man den Kopf bewegt. Einziges kleines Manko: Sie lässt sich nur dann überziehen, wenn man den Frontreißverschluss nicht ganz hochgezogen hat. Das störte mich zwar etwas, doch ist genau dieser lange Frontreißverschluss ein großer Vorteil des Roccia:

Hugo: „Angenehm aufgefallen ist mir auch, dass der Kragen hoch verschlossen werden kann und es somit nicht am Hals zieht. An dieser Stelle bin ich empfindlich. Doch der Kragen trotzte den Windböen an der Küste und auf dem Boot.“

Auch beim Radfahren im Leipziger Umland war ich sehr dankbar, ein Softshell mit hohem Kragen erwischt zu haben. Alle Kletterer wird außerdem freuen, dass die Jacke über einen Zwei-Wege-Reißverschluss verfügt und so auch von unten geöffnet werden kann. Das Hoody kann darüber hinaus auch mit seinen anderen Reißverschlüssen punkten:

Hugo: „Nach den ersten zwei Wanderkilometern war klar, dass ich mit einem Merinoshirt und der Softshell optimal ausgestattet bin, denn der 18 Kilo schwere Rucksack brachte mich auf Betriebstemperatur. In diesem konkreten Fall kann das Roccia Hoody voll punkten. Es ist mit großen Unterarmbelüftungen ausgestattet. So hält man das Klima in der Jacke trotz steigender Körpertemperatur auf einem angenehmen Niveau. Sobald wir innehielten, um die Strapazen wirken zu lassen, konnte ich die Reißverschlüsse schnell und unproblematisch wieder schließen.“


Die exorbitant langen Unterarmreißverschlüsse sind hierbei ein Highlight, denn sie lassen sich beinahe bis zur Taille (!) aufzippen. Somit bietet das Roccia auch für jene, die viel schwitzen, optimale Temperaturkontrolle. Die Reißverschlüsse ließen sich alle ausgezeichnet bedienen. Softshell-typisch sind sie zwar nicht komplett wasserdicht, dafür aber hinterlegt. Als Taschenliebhaber habe ich die zwei Seitentaschen und die Napoleontasche während des Fahrens mit allerlei Dingen vollgestopft (Mütze, Buff, Trailmix für zwischendurch). Ich war begeistert und Hugo fand die Taschen ebenfalls sehr praktisch:

Hugo: „Die drei Jackentaschen waren für mich mehr als ausreichend. Dadurch, dass die Seitentaschen hoch genug angesetzt sind, komme ich trotz des geschlossenen Hüftgurts problemlos an den Tascheninhalt. Das Volumen der Seitentaschen ist sehr üppig. So war die Brusttasche für mich lediglich eine Zier.“

Mit dem elastischen und anschmiegsamen Windproof100-Material hatte ich bereits vor dieser Tour Erfahrung sammeln können, da ich seit ca. 3 Jahren mit einer anderen Jacke aus dem gleichen Material (Vaude Hurricane Jacket) im Freizeitbereich unterwegs bin. Das Material hat sich auch im Langzeittest als ausgesprochen robust und abriebfest erwiesen. Die Imprägnierung und der hübsche Abperleffekt gehen mit der Zeit durch das Waschen verloren, was aber komplett normal ist.

Auf der Radtour hat das Roccia Softshell Hoody bei der Wasserabwehr – von feuchtem Nebel bis hin zu kleinen Schauern – gut dicht gehalten und aus Erfahrung mit meiner anderen Jacke kann ich sagen, dass Windproof100-Jacken einen kleinen Schauer problemlos mitmachen. Problematisch war für mich auf dieser Tour allerdings, dass das Roccia nicht 100% winddicht erschien. Durch die Kombination aus Fahrtwind und der einen oder anderen Böe war die Jacke insgesamt einer recht starken Windbelastung ausgesetzt und konnte diese nicht komplett blocken. Woran das lag, kann ich nicht genau sagen, da Ärmelbündchen und Taillenzug geschlossen und der Front-Reißverschluss komplett hochgezogen waren. Das wunderte mich umso mehr, als dass meine andere Jacke aus demselben Material seit Jahren komplett winddicht ist. Nichtsdestotrotz hat haben mich mein Crewneck und Fivel Long Sleeve als erste und zweite Schicht vor dem Auskühlen bewahrt und so konnte ich unbeschwert weiterradeln.

Unser Fazit
Das Roccia Softshell Hoody ist eine gelungene Softshell-Jacke, die ich auf der Tour gern getragen habe. Vaudes Umwelt-Konzept und das Bestreben, funktionale Bekleidung und Ausrüstung möglichst umweltfreundlich und schadstofffrei zu produzieren, sind für mich ein gewaltiges Plus. Die Jacke ließ sich angenehm tragen, die Taschen waren der Hammer. Nur, dass das Material nicht winddicht war, hat mir zu denken gegeben. Doch lassen wir noch mal Hugo zu Wort kommen:

Hugo: „Insgesamt fand ich mich gut ausgerüstet mit dem Hoody. Vaude hat durch das farbige Absetzen kleiner Details die Jacke noch etwas aufgepeppt. Ansonsten wäre man vielleicht geneigt, sie zu übersehen, was aber schade wäre. Denn dann würde man ein solides Softshell übersehen, mit welchem man auf Tour gut bekleidet ist.“

 

Pro & Contra:

+++ Green Shape, bluesign®, EcoFinish (Imprägnierung)
++ lange Unterarmreißverschlüsse
++ vorbildliche Reißverschluss-Bedienbarkeit
++ geräumige Seitentaschen
+ Taillenzug, tiefenverstellbare Kapuze, Armregulierungen
+ helmtaugliche Kapuze, stabiler Schirm, dreht sich gut mit!
+ langlebiges und robustes Material
+ wasserabweisend
– Kapuze lässt sich nicht aufsetzen, wenn der Front-Reißverschluss ganz hochgezogen ist
– –  Jacke hat Wind nicht komplett abgehalten, was sie laut Papier aber tun sollte

 

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