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Teaserbild: Auf Tour mit einem Wärmeblockwerk: Testbericht zum Bladet Insulated Lady Jacket von Bergans

Auf Tour mit einem Wärmeblockwerk: Testbericht zum Bladet Insulated Lady Jacket von Bergans

Anders als bei anderen Testtouren, durfte ich auf der diesjährigen Tour eine Jacke testen, die wir aktuell im Sortiment haben. Das Bladet Insulated Lady Jacket von Bergans habe ich als wärmende Schicht für die Radfahrpausen und die kühlen Morgen- und Abendstunden eingeplant. Etwas also, das sie können sollte, denn sie ist mit einer Füllung von 90g/m2 auf Kälte bestens vorbereitet. Dabei haben die Norweger ein bisschen bei den Schweizern abgeschaut und die bei Ortovox bereits seit vielen Jahren etablierte Wollfüllung in inhaltlich gleicher Mixtur übernommen. Die Füllung besteht zu  88 % aus Schurwolle und 12 % aus Polylactid, kurz PLA genannt, einer auf Mais basierten Biokomponentenfaser, welche vornehmlich für die Stabilität der Füllung verantwortlich ist. Dieses Wärmebollwerk ist von Nylon umhüllt, das besonders robust und winddicht ist. Zudem ist es mit einer wasserabweisenden Ausrüstung versehen, welche mich beim ersten und einzigen wirklich heftigen Regenguß mit herrlichstem Abperlverhalten überrascht hat. Wie dauerhaft dieser ist, kann ich nach einer Testzeit von 3 Tagen leider noch nicht sagen.

Ich selbst bin 156 Meter kurz, in der Schulter etwas breiter geraten und mit nicht allzu langen Armen ausgestattet. Zum Testen habe ich die Jacke in Größe S bekommen, was am Körper bequem war, in der Schulter gut gepasst hat und in den Armen viel zu lang war. Zum Vergleich habe ich später eine XS angezogen. Die war am Körper gut, in den Armen perfekt, aber an den Schultern zu schmal. Also ist die S in diesem Fall für mich die richtige Größe gewesen, wobei ich eingestehen muss, dass skandinavische Schnitte (eher schmal und lang) mit meinem kurzen und eher kräftigen Körperbau noch nie wirklich harmoniert haben. Doch dafür kann ja Bergans nix!

Weiter im Text: Die Jacke ist mit zwei seitlichen Einschubtaschen ausgestattet, die schmal und unergründlich tief bis zum Saum hinunter reichen. Eine weitere Tasche ist auf dem linken Oberarm positioniert und darin finden Handy, Taschenmesser, Skipass etc. bequem Platz. Die Ärmel sind vorgeformt und schließen mit eng anliegenden Innenbündchen inklusive Daumenschlaufe absolut dicht am Handgelenk ab. Die Kapuze hat eine Volumenregulierung am Hinterkopf und im Saum ist ein Saumzug zur Weitenregulierung integriert. Alles in allem wiegt das gute Stück 448 Gramm.

Nun gab es während der drei Tage Testzeit einige Überraschungen und Erkenntnisse – die erste schon beim Packen. Mein Wärmebackup sollte natürlich so klein wie möglich und schnell zugänglich oben in der Radtasche seinen Platz finden. Zum komprimierten Packen hat Bergans die linke Jackentasche als Packtasche konzipiert. Unter dieser Maßgabe kann ich die tiefe Taschenform, die an sich etwas unbequem ist, wenn man seine Hände lässig darin vergraben will, gut tolerieren. ABER: Leider passt die Jacke auch mit aller Gewalt nicht in die Tasche. Ein Ärmel muss definitiv draußen bleiben. Dazu habe ich Bergans natürlich direkt nach der Testtour angerufen und die Dame war so freundlich, es direkt mit einer ihrer Jacken aus dem Lager auszuprobieren. Und siehe da: Es geht wohl doch! Die Tasche lässt sich mit einem Zipfel nach oben verlängern und da passt dann der Ärmel noch rein. Bei meiner Jacke – die ein Sample aus der Musterkollektion war – war dieser Zipfel Platz einfach nicht mit eingearbeitet. Die lange, schmale Packbeutelform finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber zumindest passt die Jacke mit etwas Geschick in die Packtasche rein. Ich würde jedoch meine „Notlösung“ auf Testtour weiter bevorzugen und die geht so: Die Jacke wird einfach unkomprimiert in eine entsprechende Lücke der Radtasche gequetscht – das richtet ja außer bei meiner ganz persönlichen  Vorstellung von Ordnung weiter keinen Schaden an.


In der ersten längeren Frühstückspause habe ich die Jacke dann natürlich sofort rausgekramt und übergezogen. Ich selbst war bei windigem, feuchtkaltem Wetter und dünner Radbekleidung immer an der Grenze zum Frösteln und dieses Gefühl hat sich trotz Jacke auch während der gesamten Pause gehalten. So richtig mollig, wie ich es von meiner Daunenjacke kenne und erwartet habe, ist es nicht geworden. Beim nachmittäglichen Ankommen ging es mir ähnlich. Durchgefroren, wie ich war, habe ich die Jacke übergezogen, mich hingesetzt und darauf gewartet, dass es warm wird – auch das war unbefriedigend, also hilft nur Aufstehe und BEWEGEN! Und das war eine echte Überraschung: So also wird das kleine Wärmekraftwerk in Gang gesetzt! Moderate Bewegung hat ausgereicht, um den ersehnten Wärmeeffekt zu erreichen. Ganz nebenbei ist die Schwitzfeuchtigkeit gut nach außen transportiert worden und ich habe mich innerhalb von ca. 30 Minuten warm und durchgetrocknet gefühlt (ohne die vorher nassgeschwitzte Fahrradbekleidung zu wechseln). Die einmal erreichte Wärme hat sich dann auch über den gesamten Abend hinweg gehalten. Mit diesem für mich neuen Erfahrungswissen habe ich mich mit anderen tapiren zum Wissensaustausch zusammengetan und diese konnten meine Beobachtungen bestätigen: Wolle + Bewegung = Wärme! Wolle ganz ohne Bewegung ist auch Wärme, aber bei weitem nicht mit der Leistung einer ähnlich gewichtigen Daune zu vergleichen. Heißt also, dass mein Bladet Insulated Lady Jacket bewegt werden will und perfekt zum Skifahren, Bergwandern, Tourengehen und auch Radfahren an wirklich kalten Tagen geeignet ist. Dort kann die Wolle ihre Vorteile in Bezug auf Feuchtigkeitsresistenz und Thermoregulation gegenüber der Daune voll ausspielen. Mein Gedanke jedoch, sie als daunenadäquaten Wärmespender in passiven Pausen einzusetzen, war einfach mal ein falscher Gedanke. Aber: Macht ja nix – so waren meine Pausen auf der Radtour halt etwas aktiver und schon stimmt das Gesamtkonzept wieder.

Absolut positiv bewerte ich die vorgeformte Ärmelkonstruktion mit den integrierten Bündchen. Das ist Bewegungsfreiheit pur, ohne dass Wind oder Kälte auch nur die geringste Chance haben, ins Ärmelinnere vorzudringen. Bei der Kapuze hat Bergans es aus meiner Sicht dann ein bisschen schleifen lassen. Da hätten die Macher ruhig noch ein Zugband zur Volumenregulierung spendieren können, denn so ist die Kapuze recht groß und bietet bei Wind und Wetter weniger Schutz als sie eigentlich könnte.

Mein Fazit lautet also, dass die mit Wolle gefüllte Thermojacke absolut das Richtige für aktive Winterfreuden ist. Sie ist feuchtigkeitsresistent, warm, pflegeleicht, passt schmal gebauten Menschen super und nennt eine tolle Ärmelkonstruktion ihr Eigen. Lediglich die Passform der Kapuze ist für meinen Kopf zu geräumig und die integrierte Packtasche ist ein bisschen ungewöhnlich.

Und nun noch mal eine kurze Übersicht:

+             funktioniert in Bewegung hervorragend
+             körpernaher Schnitt mit längeren Armen
+             aufwändige Ärmelkonstruktion mit perfektem Wind- und Wetterschutz
+             gutes Wärme-/ Gewichtsverhältnis
–              ungenügende Volumenregulierung an der Kapuze
–              Packtasche ist (beim getesteten Sample) zu klein

 

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