Testbericht: Unterwegs mit dem Stegaros Jacket von Bergans auch bei Nieselregen

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planet tapir Alex | 14. Dezember 2016

Alex und Markus wurden für die Testtour mit dem Stegaros Jacket von Bergans, einer etwas dickeren Softshelljacke ausgestattet. Es war nicht unbedingt Dauerregen angesagt, dafür musste, so hatten es die Wetterfrösche versprochen, mit etwas Nieselregen gerechnet werden. Wie sich das Stegaros Jacket auf der Radtour unter herbstlichen Bedingungen geschlagen hat, darüber haben sich die beiden tapire im Anschluss an die Tour ausgetauscht. Wir wollen euch ihre Erfahrungen natürlich nicht vorenthalten.



Markus: Eine Fahrradtour durch das Leipziger Umland Ende Oktober? Die diesjährige tapir-Testtour schien von ihren Anforderungen wie gemacht für das Stegaros Jacket Men von Bergans, weshalb ich mich sehr freute, die Softshelljacke ausprobieren zu können.

Alex: Zu unserer diesjährigen tapir-Radeltesttour war ich mit dem Stegaros Lady Jacket nahezu perfekt ausgerüstet. Und das sowohl beim gemütlichen Radfahren in der Gruppe als auch abends am Lagerfeuer bei 5 °C. Allerdings habe ich hier zusätzlich eine dünne Isolationsjacke (das Down Shirt von Patagonia) als Mittelschicht getragen.

 

ANFORDERUNGSPROFIL

Markus: Da ich auch alltäglich bei Wind und Wetter viel mit dem Fahrrad unterwegs bin, habe ich schon oft feststellen müssen, dass eine entsprechende Jacke möglichst vielseitig sein sollte. So haben sich für mich als Anforderungen an eine Jacke zum Fahrradfahren folgende Punkte herauskristallisiert: vollständige Winddichtigkeit, hohe Atmungsaktivität und gute Belüftungsmöglichkeiten, bewegungsfreundlicher Schnitt und am besten sollte die Jacke möglichst noch regenbeständig sein, damit man nicht noch eine zusätzliche Regenjacke braucht.


UNTERWEGS AUF TESTTOUR

Alex: Im Normalfall ist es für mich eher schwierig, eine passende Jacke zu finden. Der Bergans-typische Schnitt mit längeren Ärmeln hat auf Anhieb gut gepasst. Die vorgeformten Ellenbogenpartien haben mir, gerade in etwas vorgebeugter Haltung beim Radfahren, angenehme Bewegungsfreiheit geboten. Der verlängerte Rücken hat den Nierenbereich gut geschützt und durch den elastischen Schnürzug am Saum ist nichts verrutscht.

Das angenehm stretchige Softshell-Material ist nicht einengend und macht jede Bewegung mit. Selbst bei schweißtreibender Anstrengung, mit dem Rad den Anstieg zu bezwingen, lässt sich das Körperklima perfekt über die Unterarmbelüftung mittels extragroßer Reißverschlüsse regulieren, ohne, dass man sofort zu frieren beginnt. Durch das nahezu winddichte und wasserabweisende  Stretchmaterial war ich einigen meiner Mitradlern eine Nasenlänge voraus und konnte, trotz einsetzenden Nieselregens, einfach weiterradeln, ohne die Regenjacke aus der Radtasche zu kramen. Während der Fahrt hat mich die Jacke weiterhin warmgehalten und war ruck zuck wieder trocken. Die helmtaugliche Kapuze hat sich problemlos und einhändig auch während der Radfahrt einstellen lassen. Bei stärkerem Wind habe ich mich prima unter Kapuze und hoch abschließendem Kragen verschanzen können. Die Bündchen lassen sich schnell und einfach mit Klettverschluss passgenau einstellen. Die Brust- und Fronttaschen sind innen aus Mesh gearbeitet und sorgen somit für eine gute Belüftung. Allein die Öffnungen beziehungsweise die Reißverschlüsse der Fronttaschen sind mir persönlich etwas zu eng geschnitten. Dadurch ist es schwieriger gewesen, schnell etwas in die Taschen zu packen oder herauszunehmen.

Markus: Die Hauptanforderung erfüllt die Jacke bravourös: Der Wind bleibt zuverlässig draußen, und sobald das Aktivitätsniveau bei steilen Bergpassagen oder langen Geraden mit fiesem Gegenwind steigt, sorgen die großen Unterarmreißverschlüsse für einen angenehmen Temperaturausgleich. Der Kragen ist schön hochgezogen und unter die gut mit Kordelzug einstellbare Kapuze passen sowohl ein Fahrrad- als auch ein Kletterhelm. Die beiden geräumigen seitlichen Reißverschlusstaschen sind etwas höher angesetzt, sodass man auch problemlos an alles rankommt, wenn man einen großen Trekkingrucksack mit Hüftgurt trägt.

Als die dunklen Regenwolken uns schließlich doch herausforderten, konnte ich mit Freude feststellen, dass die Imprägnierung auf der Außenseite hervorragend funktioniert. Auch nach 20 Minuten Nieselregen konnte man den Abperleffekt schön beobachten und bei entsprechendem Fahrtwind war die Jacke auch relativ schnell wieder trocken. Falls sich dann aber doch eine größere Regenfront abzeichnet, sollte man dann lieber eine Regenjacke überwerfen. Das wiederum ist beim Stegaros Jacket gar nicht so einfach, da das Softshell verhältnismäßig groß ausfällt und ich über meine Testjacke in Größe L die Regenjacke Croz-Shell von Vaude (Größe L) nicht annähernd drübergezogen bekam. Auch ist das Softshell mit 800 Gramm in Größe L verhältnismäßig schwer im Vergleich zu ähnlichen Modellen wie zum Beispiel dem Roccia Softshell von Vaude (560 Gramm).


FAZIT

Alex: Ich finde, dass dieser Softshell-Allrounder von  Bergans für viele verschieden Outdooraktivitäten, aber auch als sportliche Stadtjacke für jede Jahreszeit geeignet ist. Durch das angenehme, etwas dickere Material ist das Stegaros Lady Jacket in Kombination mit einem Fleece oder einer Isolationsjacke ebenso als Wintersoftshell zu tragen.

Markus: Nach 3 Tagen bei wechselhaften Oktoberwetter um die 10 °C war klar: Das Stegaros Jacket Men deckt die von mir aufgestellten Kriterien für ein fahrradtaugliches Softshell in den meisten Punkten ziemlich gut ab. Aber auch über das Radfahren hinaus ist das Stegaros Jacket eine ideale Alltagsjacke für fast alle Gelegenheiten in der Übergangszeit – mit einer entsprechend dicken Isolationsjacke darunter sogar im Winter.

 

EIN PAAR HARDFACTS ZUM SCHLUSS

++ gutes Trageklima: lange Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen, zwei Fronttaschen und eine Brusttasche aus Mesh-Gewebe sorgen für eine optimale Belüftung
++ Passform: Einstellmöglichkeiten an Bund, Ärmeln und Kapuze, große helmtaugliche Kapuze, verlängerter Rücken
+ schnelltrocknend
+ weiche Reißverschlussabdeckung am Kinn

 

 

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