Testbericht unter alpinen Bedingungen: Moab FST Mid GTX Men von Merrel

Seit dem Frühjahr haben wir den Moab FST Mid GTX Men von Merrell  für Männer (und Frauen)  in der Schuhabteilung des tapir. Da der Schuh wegen seines Gewichts und Tragekomforts schon intern bei uns für Aufsehen gesorgt hatte, war auch schnell entschieden, dass er mit auf unsere alljährliche Testtour darf.

TECHNISCHE DATEN

Der Moab FST Mid GTX Men ist 879 g schwer, wasserdicht und mit atmungsaktivem GORE-TEX®-Futter ausgestattet. Seine Leichtigkeit gewinnt der Schuh durch eine Mischung aus Mesh und TPU im Obermaterial. TPU steht in diesem Fall für thermoplastisches Polyurethan und bringt dem Schuh die nötige Stabilität. Die Sohle ist laut Herstellerangaben eine rutschfeste, standstabile Vibram® MEGAGRIP mit 5 mm Profiltiefe. Die EVA-Zwischensohle mit Luftdämpfung soll für Entlastung im Fersenbereich sorgen und die Mittelfußbrücke stabilisierend wirken. Die Fersenlasche am Schuh sorgt für ein leichtes und problemloses Anziehen der Schuhe.

 

PRAXISTEST

Da ich die Schuhe nicht erst am Berg testen wollte, trug ich sie bereits zwei Tage vorab im flachen Leipzig. Und hier in der Stadt, per Fuß und Rad unterwegs, war das Tragegefühl wirklich super! Obwohl das Wetter in Leipzig schon sommerlich warm war, machte sich der Schuh so schön leicht an den Füßen, dass er bei 20 Grad nicht ins Gewicht fiel. Für diesen Einsatz kann ich den Schuh sehr empfehlen. Seine Schnürung und die Stabilität reichten mir aus und einen Regenschauer konnte ich auch trockenen Fußes überstehen.

Doch es sollte auf Testtour gehen! Im Tal waren 15 Grad angekündigt und auf dem Gipfel 5 bis 10 Grad mit Restschneefeldern. Im Zustieg blieb das gute Gefühl recht lange erhalten. Trotz Wegabschnitten mit stellenweisen Bachpassagen oder einfach nassem Untergrund brachte der Schuh mich nicht außer Tritt. Die Füße blieben im Moab FST Mid GTX schön trocken. Dies änderte sich, als der Restschnee nicht mehr nur in Sichtweite war.

Bisher nahm ich an, dass ich den Schuh rundum empfehlen können würde. Doch im Schnee war es plötzlich vorbei. War bis dahin die Schnürung für mich gar kein Problem, hätte ich nun den Schuh gern fester geschnürt und den Schaft mehr um meinen Knöchel gelegt. Aber dies sieht die Schnürung nicht vor. Der Schaft hat nur mittig eine Öse zum Schnüren und nicht wie andere Schuhe zwei. So kam bei mir im Schnee doch ein etwas unsicheres Gefühl auf. Negativer Nebeneffekt: Der Restschnee gelangte doch recht problemlos zwischen Schaft und Knöchel. Eindeutig ging der Fehler zu meinen Lasten, denn die Gamaschen hatte ich im sommerlichen Leipzig zurückgelassen. Aber da ich mir den Wunsch nach engerem Schuhkontakt am Knöchel nicht erfüllen konnte, war ich an dieser Stelle sensibilisiert. Und auch sonst war nun unsere Beziehung etwas getrübt. Gerade in Passagen, in denen der “Restschnee” schon eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern hatte, galt es mitunter, neue Tritte in den Schnee zu bringen. Dies gelang mir nicht so souverän wie gewünscht. Die Sohle erwies sich für mich als zu flexibel und ich rutschte am Berg doch ab und an weg. Aber einen positiven Aspekt kann ich doch noch erwähnen: Durch das Wetter, Nebel, Wind und recht anspruchsvolles Geläuf bedingt, ging es nur noch sehr langsam voran – meinen Füßen aber machte dies nichts aus. Dank der Merinosocke und dem GORE-TEX®-Futter, ging die feuchte Stelle nur bis zum Knöchel und meine Füße blieben die ganze Zeit trocken und warm. Und dies von früh halb 7 bis abends 18 Uhr.

FAZIT

Hätten wir uns zu der Testtour 2015, Wattwandern an der Ostsee, kennen gelernt, hätte ich den Merrell-Schuh uneingeschränkt empfehlen können. So ist nun sein Einsatzgebiet klar abgesteckt:

Wandern und Radfahren sind mit dem Moab FST Mid GTX an den Füßen kein Problem. Auch Wanderungen in den Bergen sind willkommen. Problematisch wird es, sollten sich Restschneefelder massiv in den Wanderpfad drängen. Dann würde ich nicht nur Gamaschen empfehlen, sondern auch einen Schuh mit einem festeren Schaft und einer festeren Sohle.

 

Weiterschmökern:


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