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Teaserbild: „There and back again – a tapir’s tale“ : Testbericht zum Lightning 60 von Exped

„There and back again – a tapir’s tale“ : Testbericht zum Lightning 60 von Exped

„Von slowakischer Seite auf den Rysi rauf und auf polnischer wieder runter“, haben sie gesagt. „Ganz einfach“, haben sie gesagt, „höchstens Restschnee“.

Dass alles ein wenig anders kommen sollte, konnte ja schon in Simones treffendem Bericht nachgelesen werden. Aber mal ganz ehrlich: Für einen Produkttest hätte das Wetter nicht besser sein können! Alles wurde der Sonne ausgesetzt, bergauf getragen, im Schnee abgestellt, durfte sich dem Sturm und Nieselregen stellen und am letzten Tag sogar noch zwei Stunden lang erstklassigem Regen standhalten. Kurz: Es war wirklich ein Rundum-Test für den Lightning 60 von Exped.

Als ich gesehen habe, dass es den Exped Lightning 60 als Testobjekt gibt, konnte ich gar nicht anders, als mich dafür einzutragen – auch wenn ein 60-Liter-Rucksack eigentlich in die Kategorie fällt, die ich nun wirklich nicht mehr brauche. Das dachte ich zumindest. Auch bin ich ein wirklicher Fan großer Frontzugriffe, damit ich nicht in meinem Gepäck herumwühlen muss, wenn ich es mal wieder geschafft habe, die Sachen, an die ich schnell herankommen muss, möglichst weit unten zu platzieren. Zumindest war ich das bis zur Testtour. Und dann traf mich der Blitz.

Bei den Produktdetails ist es schwer, nicht ins Schwärmen zu kommen: 60 Liter Platz bei einem Gewicht von 1,1 (!!) kg. Das ist nicht nur gut, das ist herausragend. Zum Vergleich: Unser bisheriges Federleichtgewicht von Osprey, der Expos 38, wiegt zwar auch nur ein Kilochen (in der Gr. L), fasst aber nur 40 Liter. Auch stechen die Kompressionsriemen, die wirklich den kompletten Rucksack zusammenzurren, heraus. So lässt sich aus dem Lightning 60 in kürzester Zeit ein Lightning 30 machen – aber darauf komme ich später noch mal zurück. Die Stretchpockets, die außen nochmals Platz für Trinkflasche oder Stöcke bieten, sind extrem dehnbar und deshalb wirklich sehr schön einzusetzen und auch beim Gehen gut erreichbar. Zuletzt ist noch die sehr gute Wetterbeständigkeit des Rucksacks zu erwähnen. Durch die wenigen Nähte, den Rolltop-Verschluss und ausgestattet mit einer PU-Beschichtung, ist diesem Rucksack ein Regenschauer auch ohne Extrahülle herzlich egal.

Aber genug der Vorrede. Der Lightning wurde mir in die Hand gedrückt und ich durfte ausgiebig damit auf dem Boden herumtollen wie eine Katze mit dem Wollknäuel, denn zu entdecken gibt es viel: Eine wirklich praktische Tasche am „Deckelfach“ mit wasserdichtem Reißverschluss, eine Netztasche innen, deren fast schon überlebenswichtige Funktion ich auch auf der Testtour erproben durfte, zwei weitere Taschen auf dem Hüftgurt und ein T-Rex-Frame-Tragesystem, mit dem sich mein Rücken anfreunden sollte. Gepackt, aufgesetzt, eingestellt. 13 Kilo wog der Lightning 60, als ich ihn mir auf den Rücken schnallte und mich mit den anderen tapiren aufmachte, den Rysi zu stürmen.

Und hier kommen wir zu dem Aspekt, die der Leichtmatrose aus dem Hause Exped nicht bieten kann und will: die absolute Gemütlichkeit. Dieser Rucksack ist nicht dafür gebaut, die Schultern mit zentimeterdicken Wohnzimmerkissen lieblich zu umschmeicheln. Erstens, weil das zu viel wiegt und zweitens, weil das zu schwer ist. Er möchte auch nicht fehlendes Hüftgold ersetzen durch faustgroße Schaumstofflappen, die zärtlich den Hüftknochen streicheln. Erstens, weil das zu schwer ist und zweitens, weil das einfach zu viel wiegt. Der Lightning wird ehrlich zu dir sein und dich wissen lassen, dass du etwas trägst – und das in einer exzellenten Art und Weise. Ich war anfangs irritiert darüber, dass ich genau gemerkt habe, dass ich da einen Rucksack auf den Schultern habe. Mein Tatonka Yukon zum Beispiel hat sich stets bemüht, mir das zu verheimlichen. Aber ich habe es genossen. Das Tragesystem des Lightning 60 verteilt die Last sehr gut auf Becken und Schultern; damit habe ich den Rucksack zwar gespürt, aber es war nie unangenehm und je länger ich ihn aufhatte, desto angenehmer trug er sich.

Auch die Wasserdichtigkeit des Rucksacks wurde durch den nicht unerheblichen Restschnee und den Niesel in Kombination mit dem peitschendem Wind arg auf die Probe gestellt – und konnte diese Probe nicht bestehen. Abends in der Hütte angekommen musste ich feststellen, dass das Wasser irgendwann einen Weg in den Rucksack gefunden hat. Nur einen Vorwurf kann ich daraus nicht machen, denn: Keiner der getesteten Rucksäcke konnte den widrigen Umständen Paroli bieten! Hier kam aber die wirklich gut durchdachte Mesh-Innentasche zu ihrer Glanzstunde. Die Tasche lässt sich innen aufhängen, wodurch sie nicht mit dem Außenmaterial in Berührung kommt. Das heißt: Die wenigen Sachen, die doch noch einigermaßen trocken oder über Nacht getrocknet waren, konnten feuchtigkeitsgeschützt im noch immer nassen Rucksack verstaut werden. Chapeau Exped!

Und die Wasserdichtigkeit wurde ja am dritten Tage nochmals unter etwas „normaleren“ Bedingungen getestet: Ein rund zweistündiger Abstieg durch teilweise heftigen Regen überstand die PU-Beschichtung ohne Probleme!

Bevor ich das Fazit ziehe, möchte ich noch ein Wort über die Kompressionsriemen verlieren. Sie sind gleichsam verwirrend wie beeindruckend. Verwirrend vor allem deshalb, weil sie extrem lang ausfallen und es tatsächlich nur zwei Kompressionsriemen sind, die den ganzen Rucksack umspannen. Ich habe einige Anläufe gebraucht, mich mit ihnen anzufreunden. Hat man sich jedoch einmal daran gewöhnt, kann der Rucksack sehr schön zusammengerafft werden und macht auch eine gute Figur als etwas überdimensionierter Tagesrucksack.

Da sich mein Rücken und das Tragesystem gut verstanden haben, ist es mir ein Einfaches, ein positives Fazit zu dem Exped Lightning 60 zu ziehen. Gewicht und Größe sind großartig. Keine Frage. Das Tragesystem überträgt trotz geringer Polsterung die Last erstaunlich gut und schont die Schultern. Gleichzeitig beweist der Lightning 60, dass das Team von Exped extrem ideenreich und gerissen ist beim Designen von Rucksäcken. Die Kompressionsriemen, die Mesh-Innentasche, die Stretch-Pockets außen, die zusätzliche Tasche mit wasserdichtem Reißverschluss: All das zeugt von guter Konzeption. Wer sich mit dem Tragesystem anfreunden kann, wird in dem Exped Lightning 60 einen extrem vielseitig einsetzbaren Weggefährten finden.

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