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Teaserbild: There´s no place like home

There´s no place like home

Kurt Hötzel hat wieder zugeschlagen – man kann schon fast sagen: er hat sein aktuelles Problem geflasht. Herausgekommen ist dabei zwar kein neues, zu lösendes Kletterproblem. Nein, trotzdem er viel Zeit am Felsen und beim Schrauben in der Chemnitzer Boulderhalle verbringt, hat er es geschafft, seinen neuen Film über Boulderleidenschaften zu vollenden. Und soviel sei daraus schon verraten: „There is no place like home“ beweist, das man fürs Bouldervergnügen nicht unbedingt nach Bleau fahren muss: Boulderspots in der näheren Umgebung versprechen genausoviel Kopfarbeit wie im französischen Boulderparadies nahe Paris. tapir war und ist auch mit dabei: Rene und Mandy sind zwei der Protagonisten der lokalen Kletteszene im Film. Ein Grund mehr, Kurts Partner David einzuladen, der das Projekt begleitet hat. Ihm haben wir ein paar Fragen übers Bouldern, übers Filmen, über die Gebiete und über das Leben gestellt.

David, eigentlich kennt man Dich als Routenschrauber aus der Kletterhalle. Seit einiger Zeit bist Du aber mehr draußen unterwegs. Was bedeutet es für Dich, wenn Du Plaste gegen Fels eintauschst?

Das eigentliche Bouldern ist für mich der Sport in der Natur. Mit Freunden draußen zu sein ist immer viel mehr ein Erlebnis, als in der Halle zu trainieren. Das Hallenklettern dient mir eher als ein Training, als ein Mittel zum Zweck.  Und natürlich sind es auch die Linien an den Felsen, die man in der Halle nicht nachschrauben kann. Diese Komplexität und Kreativität gibt es in keiner Halle.

Aber geht es um Bouldern in der Region Leipzig, so hat man manchmal das Gefühl, das hier an jedem Bordstein geklettert wird, der höher ist als 50 cm. Dieses Jahr sind mit Beucha und dem Chemnitztal zwei Gebiete dazugekommen, die wirklich bemerkenswert sind. In beiden bist Du viel unterwegs. Wie muss man das vorstellen, wenn so ein Gebiet erschlossen wird, findet man die Felsen einfach im Wald?

Das Gebiet im Chemnitztal haben wir tatsächlich gefunden, als wir mit dem Auto durch die Region gefahren sind. Man sieht die Felsen im vorbeifahren und denkt: Das müssen wir uns mal anschauen! Dort haben sich dann schnell Kontakte zu Leuten ergeben, die natürlich früher auch schon an den hohen Blöcken unterwegs waren. Die Hauptinitiative der Gebietserschließung kam dann im letzten Jahr von Tom Petzold und der Boulderhalle Chemnitz. Ganz schnell kam Kurt hinzu, da er als Routenschrauber in Chemnitz schon immer mit den Boulderern vor Ort unterwegs war. Über Kurt kam dann auch ich. So hat sich schnell eine relativ große Gruppe entwickelt, die in kurzer Zeit an die 250 Boulder erschlossen hat. Das Gebiet ist für mich etwas Besonderes, da man in Leipzig zwar vielseitig an Gebäuden und  Brücken bouldern kann, aber es in der Region ein bisher eher eingeschränktes Felspotenzial gab. Das Bouldern in den Steinbrüchen ist zwar sehr interessant, aber auch sehr speziell und so hat es mit den neuen Gebieten im Chemnitztal, aber auch in Beucha einen richtigen Aufschwung für die lokale Szene gegeben.

There is no place like home from Kurt Hötzel on Vimeo.

Die lokale Draußen-Boulderer aus Leipzig sind zwar eine stetig wachsende, aber dennoch eher kleine Gruppe; die meisten kennen sich und selbst wenn nicht, hat man sich zumindest schon mal gesehen. Jetzt tretet Ihr mit einem Film an die gesamte Boulder/Klettercommunity heran. Woher kommt die Idee zu diesem Vorhaben?

Das Vorhaben, einen Film zu machen, beginnt eigentlich mit dem Spaß am Bouldern. Zum Einen wurden schon immer gute Linien gebouldet und erschlossen. Diese waren auch zumeist über das Netz oder Mundpropaganda zu finden. Hin und wieder wurde dabei auch schon nebenbei gefilmt. Das wurde über die Zeit immer besser und Kurt fing auch so langsam Film aus den einzelnen Problemen zusammen zuschneiden. Zum Anderen wurde auch das Interesse der Community immer größer, was uns natürlich dazu bewegt hat immer weiter und intensiver an dem Projekt zu arbeiten. Zentral für uns war, einen Film zu machen, welcher Linien aus der Umgebung zeigt und möglichst für diese Linien lokale Kletterer zu gewinnen. Denn natürlich ist es inspirierend sich Profis in harten Touren anzuschauen. Wir wollten aber zeigen, dass es ebenso einen Reiz hat sich von dem inspirieren zu lassen, was für einen selbst möglich und vor allem fast vor der eigenen Haustür zu finden ist.

Das klingt nach Spaß, aber auch nach Arbeit. Was bedeutet das, einen Film übers Bouldern zu drehen, wie viel muss man da reinstecken?

Der Arbeitsaufwand für einen Film ist enorm. Man muss schon mit einer anständigen Portion Leidenschaft dabei sein. Oft fährt man zum Fels, um dann im Zweifelsfall stundenlang eine Einstellung zu drehen. Dazu gehört natürlich, dass der Boulder erst geputzt werden muss. Handelt es sich um eine Erstbegehung, ist dies umso mehr Arbeit. Im Chemnitztal zum Beispiel gibt es super Blöcke, die aber sehr vermoost sind. Hier muss natürlich auch entsprechend vorsichtig damit Umgegangen werden. Es darf immer nur das nötigste geputzt werden, da wir natürlich daran interessiert sind die Vegetation nicht negativ zu beeinflussen. Deshalb weisen wir im Film auch explizit darauf hin, wie sich in den Gebieten verhalten werden darf.

Premiere des Filmes ist ganz zünftig im Kletterthalia in Halle, bevor die Reise durch die Kinos beginnt. Und um die Vorfreude schon mal zu schüren – hier die Termine für den Filmstart in Eurer Umgebung:

09.12.2011 Halle – Kletterthalia
10.12.2011 Chemnitz – Boulderlounge
12.12.2011 Berlin – Ostbloc
14. und 15.12.2011 Leipzig – Luru Kino
16.12.2011 Dresden – Kino im Dach

Beginn jeweils um 20 Uhr – d.h., vorher ist noch genügend Zeit, sich die Finger beim Bouldern langzuziehen.

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