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Kleines Schneeschuh-ABC

Der Schneeschuh ist an sich keine Erfindung der Neuzeit. Seit wann Menschen mit ihnen unterwegs sind, weiss niemand so genau. Urvölker v.a. in den schneereichen Gebieten Nordamerikas und Nomaden in Norwegen, Schweden und Grönland nutzten breite, meist geflochtene „Untersohlen“ als sicheres Fortbewegungsmittel im Winter. Ursprünglich aus Ästen, Tiersehnen und Fellen gefertigt nutzten  die zugewanderten Trapper und Jäger diese ebenfalls für ihre Unternehmungen. Heute benötigt man Schneeschuhe – zumindest in unseren Breitengraden – nicht mehr unbedingt zum Überleben: Aber einmal damit angefangen, kann Schneeschuhgehen zur Sucht werden. Eine Leidenschaft, von der auch schon tapire befallen sind.

Schneeschuhwandern in Leipzig ? Im Winter 2010/11 war es durchaus möglich, Schneeschuhgeher im verschneiten Auenwald anzutreffen. Längst sind Schneeschuhe im breiten Wintersportvergnügen angekommen und dienen nicht mehr nur Extrem-Alpinisten zur sicheren Fortbewegung am Berg. Der Vorteil von Schneeschuhen: auch Nichtskifahrer können schnell die Fortbewegung mit Schneeschuhen lernen, um sich so leichter v.a. in unberührter Winterlandschaft bewegen zu können. Und mal vom Leipziger Auenwald und anderen Kulturlandschaften abgesehen: den Schneeschuhgeher erwarten in der Regel Ruhe und Einsamkeit – sie können unter Umständen eine eigene Spur im Schnee hinterlassen, die am nächsten Morgen schon wieder verweht sein kann.

Schneeschuh ist nicht gleich Schneeschuh. Die alten Modelle sahen oft aus wie ein Tennisschläger oder ein Fisch. Moderne Schneeschuhe sehen ganz anders aus und die verwendeten Materialien kommen meist aus der Hightech-Industrie. So steht man, wenn man mit dem Schneeschuhgehen anfangen möchte, mittlerweile vor der Qual der Wahl. Kurze oder lange Schneeschuhe, Holzrahmen, Kunststoff- oder doch Alurahmen? Mit oder ohne Aufstigeshilfen?

Soviel sei schon mal vorangestellt: die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei Schneeschuhen nicht.

Stellt sich als Erstes die Frage, zu welchen Gelegenheiten die Schneeschuhe hauptsächlich zum Einsatz kommen werden. Will man Spaziergehen, Winterwandern in hügeligem Gelände, ist man hochalpin unterwegs oder dienen die Schneeschuhe als Aufstiegshilfe? Und dann ist ja noch die Gruppe der Tourengeher, die wechselndes Gelände auf Tour vorfinden könnten. Schneeschuhgehen und Pulka vertragen sich (meist) nicht ganz so gut – dann helfen eher Backcountry-Ski – ein anderes Thema als Schneeschuhe.


Zusammengefasst und vereinfacht bleibt festzuhalten, das die den alten Vorbildern nachempfundenen Holzrahmenmodelle mit ihrer großen Auflagefläche sich besonders gut eignen für eher weites, etwas hügeliges Gelände. Ihre Vorteile kommen am besten bei Pulverschnee hervor. Sie gehören mit ca. 2kg und teilweise mehr nicht zu den Leichtgewichten unter den Schneeschuhen. Wer mit ihnen unterwegs ist, tritt leiser auf, was v.a. bei der Tierbeobachtung von Vorteil sein kann. Bespannt sind die Schneeschuhe entweder mit verstärktem Neopren oder mit Leder, was auch ohne Zacken für guten Halt beim Gehen im Schnee sorgt.

Kunststoffmodelle sind in der Regel etwas kürzer, haben eine kleinere Auflagefläche und werden eher von z.B. Snowboardern für den schnellen Aufstieg genutzt, da sie leicht an einem Rucksack für die Abfahrt befestigt werden können. Die meist steife Verbindung zwischen (Wander-)Schuh und Schneeschuh bietet einen guten Halt v.a. beim Traversieren in steilerem Gelände. Die Zacken sind im Schuhbereich – je nach Einsatzart unterschiedlich stark ausgeprägt. MSR bietet für einige seiner Kunststoffrahmen-Modelle eine Verlängerung an, die v.a. bei Touren mit schweren Rucksäcken zum Einsatz kommen.

Schneeschuhe mit Alurahmen haben eine etwas größere Aufflagefläche als die Modelle mit Kunststoffrahmen. Ihre Bespannung ist aus Kunststoff (z.B. Hypalon) und um besseren Halt im Schnee zu bekommen, sind diese Schneeschuhe in unterschiedlicher Anordnung je Modell  mit Zacken ausgestattet, die sowohl im Rahmen, als auch unter dem Fuß eingearbeitet worden sind. Damit können sie auch im steileren Gelände und auch unter Harschbedingungen gut genutzt werden.

Sowohl die Schneeschuhe mit Kunsstoffausstattung als auch mit Alurahmen können außerdem mit einem Bügel als Steighilfe ausgestattet sein – hochgeklappt hilft er v.a. im steileren Gelände, die Beanspruchung für die Muskeln im Fuß etwas zu reduzieren und fester auftreten zu können, ohne das die Wandenmuskeln gleich „überdehnt“ werden. Geht es im ebeneren Gelände weiter, wird der Bügel wieder eingeklappt.


Wer laufen kann, kann auch Schneeschuh-Gehen. Im tapir gibt es Schneeschuhe mit Alu- und Kunstsstoffrahmen – zu belasten mit unterschiedlichen Gewichten (zusammengerechnet aus Körpergewicht mit leichtem/ schweren Rucksack – je nach Länge der Tour) – Modelle von Tubbs, aber auch von MSR. Auch für die kleineren Schneeschuhgeher gibt es die Junior-Variante von Tubbs.  Zusammen mit Wanderschuhen, Gamaschen und witterungsgerechte Kleidung und bei Bedarf ein paar Trekkingstöcke kann es dann ganz schnell auch schon raus in den Schnee gehen, so der Winter endlich Einzug hält.

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