tapir tough tested…

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planet tapir tapir aktuell Simone | 11. Januar 2012

Zugegeben: als technisch anspruchsvoll stellte sich  die Besteigung des Brockens im Winter nicht heraus. Der Eckerlochstieg als schnellster, weil kürzester – und somit auch steilster – Anstieg auf den Brocken garantierte, dass wir am Montag, obwohl wir spuren mussten, als Tages-Erste auf dem Gipfel stehen konnten.

Selbst die Park-Ranger schauten am Morgen in ihrem Nationalparkhaus etwas irritiert, wen es da um diese Uhrzeit mit vollen Rucksäcken und Schneeschuhen auf den Berg zog. Und: wir haben es geschafft, vor Brocken-Benno oben auf dem Gipfel zu stehen – dem Mann und Rekordhalter, der “seinen” Berg an diesem Tag zum 6560. mal bestiegen hat. Vor dieser Leistung des mittlerweile fast Achtzigjährigen, der ja gerade mal die letzten zwanzig Jahre Zeit für seine Besteigungen hatte, können wir nur den Hut ziehen und hoffen, noch genauso fit wie er mit 80 Lebensjahren  zu sein.


Mensch und Material begegnen Schnee, Wind und Eis – unter diesem Motto sollte die Testtour 2012 stehen. Nach den Nachrichten zu Sturmtief Andrea und dem Wissen, dass auf dem Brocken auch schnell alpines Klima herrschen kann, galt es im Vorfeld für alle, die Ausrüstung angepasst zusammenzustellen und wenn möglich nichts zu vergessen.
Gottseidank hielt das Wetter, was die Wetterfrösche versprochen hatten – was man von einigen Bekleidungsstücken und  einem Teil der Ausrüstung nicht zu 100% behaupten kann. Bei drei Tagen fast permanenter Flüssigkeitszufuhr von oben kam die eine oder andere Jacke genauso deutlich an ihre Grenze wie auch einige Biwaksäcke und Bergschuhe.

Nach den fast schon frühlingshaften Bedingungen in Leipzig konnten wir im Harz endlich durch einen tief verschneiten Winterwald stapfen. Unsere Rundwanderungen führten als Tagestouren um das Hochwasserschutzbecken der Kalten Bode, auf den Großen Winterberg und den Brocken. Ausgangspunkt für diese Touren im Harzer Nationalpark war der Zeltplatz in Schierke (am Stern), der auch für Winterfreunde im Januar die Tore offen hält. Kein Wunder, denn die Zeltplatzbetreiber sind auch im Winter viel mit ihren Huskys unterwegs und hielten den einen oder anderen Touren-Tipp für uns bereit.
Getestet wurden auf dieser Tour nicht nur Bekleidung (von der Unterwäsche über Socken bis hin zu Skihosen und Ski- und Regenjacken). Auch Schneeschuhe, Zelte, Biwaksäcke, Kocher, Trekkingstöcke, Schlafsäcke (viele Modelle von Firmen, die wir bisher noch nicht in unserem Programm haben), Thermosflaschen und GPS-Geräte wurden auf Herz und Nieren unter diesen Bedingungen geprüft.

Dass der Spaß dabei nicht zu kurz kam, dafür sorgten neben Rap-Einlagen auf dem Brocken und den Schnarcherklippen, Informationen zu Goethes Reisen im Harz und zum Schierker Feuerstein auch eine Baum-Seilbahn sowie ein Quiz im Mannschafts-Tipi (danke an Helsport für das Gruppenlavvu mit Kanonenofen), bei dem Wissen über Produkte und Materialien abgefragt wurde, aber auch Fragen zum Bergsteigen die Köpfe der tapire rauchen ließen.
Zurück in Leipzig ist das Equipment mittlerweile wieder gesäubert und getrocknet und die Brockenbesteiger sitzen über ihren Erfahrungsberichten, die Ihr dann in nächster Zeit hier im Blog zum Nachlesen und Nachfragen finden werdet. Uns hat es viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf die nächste gemeinsame Testtour 2013 – wenn es dann wieder heißt: tapir tough tested…

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7 Kommentare

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    1
    Stefan | 15. Januar 2012, 19:58

    Schöner Bericht und tolle Aktion! Ich verbeuge mich vor dem älteren Herrn, der mit so vielen Jahren noch so aktiv ist.

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    simone | 17. Januar 2012, 15:33

    Hallo Stefan,
    der junge Mann mit den modisch grau mellierten Haaren war nicht nur unser Chef-Orientierer – auf dem Weg nach oben auf den Brockengipfel führte er unsere Gruppe an und spurte kräftig vorn weg – Verbeugung gerechtfertigt :-)
    Grüße aus dem tapir
    Simone

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    rando | 17. Januar 2012, 16:57

    Na ja, danke für die Blumen. Aber wir wissen ja – Kälte entstellt! Deshalb komme ich auf den Bildern nicht so vorteilhaft rüber. Oder sehe ich etwa wirklich schon so alt aus??

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    simone | 20. Januar 2012, 10:57

    MHm, vielleicht hat der Stefan aber auch nicht Dich gemeint, sondern zieht wie wir den Hut vor Brocken-Benno: mit 80 Jahren noch so aktiv bei Wind und Wetter unterwegs…

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    rando | 20. Januar 2012, 21:08

    Stimmt!!! Mit Benno kann ich natürlich in keiner Hinsicht mithalten – weder vom Alter NOCH von der Leistung her! Trotzdem: Die Gewißheit, dass nicht ich mit “älterer Herr” gemeint war, entlastet enorm :-) Danke.

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    simone | 21. Januar 2012, 00:28

    gern geschehen :-)

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    Roswitha Söchtig | 24. Januar 2012, 15:34

    Hallo Tapir,
    ich sehe auf dieser Seite, es gibt nicht nur meinen roten Hut. Mein Hut ist auf vier Kontinenten wohlbekannt: Afrika, Asien, Australien und Europa. Mit meinem roten Hut war ich sogar auf der Party zu Ehren des Altpräsidenten in Aserbaidschan, als ich mit meinem Velo auf dem Weg zu den olympischen Spielen in Peking war, nachzulesen in: Mit den Augen einer Frau. Auch in meinem Buch “Den Ortler im Blick” kann man sehr viel über den roten Hut lesen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roswitha Söchtig, bekannt auch als Bergsteig-Rosi

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