Triebwerk für die Outdoor-Küche: Optimus Nova+

Nach mehr als 3 Jahren treuer Dienste möchte ich meinem Benzinkocher an dieser Stelle huldigen, da er immer Garant für warme Mahlzeiten war. Getestet auf etlichen Touren zwischen Lappland und Sardinien, bei -10 Grad und +35 Grad ist er zum zuverlässigen Begleiter auf längeren Touren avanciert.

Der Nova+ gehört zu den wenigen Kochern, die eine selbstreinigende Düse besitzen, was für mich ausschlaggebend bei der Kocherwahl war. Denn oft ist das Benzin unterwegs stark verunreinigt, was zur Verstopfung der Düse führt und somit die Wartezeit auf das Essen unnötig verlängert und im schlimmsten Fall in einer Bastelstunde zur Reinigung des Kochers endet. Die Hölle bei Kälte, knurrendem Magen und steifen Fingern. Beim Nova+ kann man die Düse sogar während des Betriebs reinigen, praktisch bei sehr verunreinigtem Brennstoff. Der Kocher ist für den Betrieb mit Benzin jeder Art, Kerosin und Diesel ausgelegt. Ich habe bisher nur Benzin benutzt, und natürlich läuft der Kocher am ruhigsten und saubersten mit gereinigtem oder Waschbenzin, da diesem keine Schmierstoffe beigemengt sind, die doch deutlich stärker rußen.

Aber was macht den Kocher denn nun so besonders, schließlich hat ja auch der Konkurrent MSR Whisperlite eine ähnliche Düse. Der Nova+ besitzt eine Feinregulierung der Düse, die ihresgleichen sucht. Einen sperrigen Drehregler sucht man vergebens, denn dieser ist der Zuleitungsschlauch von der Flasche zum Brenner, gut zu bedienen (auch mit Handschuhen) über den grünen Kunststoffregler am Schlauch. So werden Gewicht und Packmaß noch einmal reduziert, ohne auf die komfortable Feinregulierung zu verzichten.

Der Kocher sollte immer vorschriftsmäßig ausbrennen (Benzinflasche in OFF-Position umdrehen), damit das Restbenzin aus der Zuleitung verbrennt und der Druck aus der Flasche entweichen kann. Im Anschluss ist es ratsam nicht sofort den Zuleitungsschlauch zuzudrehen, denn das führte bei Kälte bei meinem Kocher dazu, dass dieser sich durch das Erkalten des Materials im Anschluss nur unter großem Kraftaufwand wieder öffnen ließ. Das ist aber eigentlich kein Problem, denn der Kocher muss vor dem Verpacken sowieso abkühlen. So kann man sich erst einmal seinem Festmahl zuwenden und sich später darum kümmern.

Auch der Verbrauch des Kochers kann sich sehen lassen. Die Erfahrung lehrt, dass etwa 100ml/Tag für 2 Personen ausreichen (Wasser für Tee und Müsli + 1 warme Mahlzeit). Leistet man sich gefriergetrocknete Trekkingnahrung reduziert sich der Verbrauch natürlich drastisch, kocht man etwas nobler, braucht er etwas mehr.

Typisch für Benzinkocher ist die Geräuschentwicklung: es entsteht schon ein wenig der Eindruck eines kleinen Feldflugplatzes, aber man ist wie die Pawlow’schen Hunde schnell konditioniert, mit Speichelfluss auf das konstante Fauchen des Kochers zu reagieren.

Letztendlich hat natürlich die Verarbeitung im Langzeittest überzeugt. Sämtliche beanspruchten Teile, auch Pumpe und Pumpkolben, sind aus Metall, auch schwere Töpfe zwingen den Kocher nicht in die Knie und auch nach 3 Jahren gibt es keine Schäden oder Funktionsmängel zu beklagen.

Der Status „Lieblingsstück“ ist somit wohlverdient.

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Kommentare

  1. avatar
    1
    Barkas Becker | 7. März 2010, 10:27

    Yeahh,
    das ist nicht nur ein Kocher, das ist ein Triebwerk. Eingebaut im Trangia gibt es einen schönen Soundeffekt gehn´ Himmel. In Frankfurt haben die zum Turbinentest für die Flugzeuge auch so Schalldiffusoren. Bei unter O°C empfielt es sich aber, Reinbenzin zu nehmen, da die Schmierstoffe im Tankstellenbenzin zu unruhigem brennen führen, was bei Sturm zum Erlöschen der Flamme führen kann.
    Nach 5 Jahren keine Probleme.

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