Exped DownMat 7 – Wintermatte im Praxistest

Zu der diesjährigen Testtour haben sich die tapire in den Thüringer Wald aufgemacht  und fanden dort perfekte Wetterbedingungen für eine Wintertour vor: niedrige Temperaturen, nächtliches Schneegestöber und neu gefallener Puderschnee sorgten für Begeisterung. Traumhafte Bedingungen, um speziell für den Winter konzipierte Ausrüstungsstücke zu testen, wie die DownMat 7 von Exped. Als bisher überzeugter Schaumstoffmatten-Nutzer habe ich mir die Königsklasse von Expeds Matten bei nächtlichen Temperaturen von ca. -13 Grad angeschaut und getestet, was die DownMat alles so drauf hat.

Temperaturbereich

Die DownMat 7 M hält laut Herstellerangaben bei bis zu -24 C° warm – vorausgesetzt man besitzt den richtigen Schlafsack! – und hat einen R-Wert von 5,9. Die -24 C° wurden im Thüringer Wald zwar nicht gänzlich ausgenutzt, doch war bereits bei -13 deutlich zu spüren, wie warm 170 g feinster 700er-Daune halten können. Die Daune ist imprägniert und somit etwas feuchteunempfindlicher als gewöhnliche Daune. Von unten ist es kuschelig warm und ich habe in beiden Testnächten (die ich beide im Hilleberg Altai verbracht habe) überhaupt nicht gefroren. Der R-Wert von 5,9 ist beeindruckend und derzeit gibt es, außer von Exped selbst, keine vergleichbare Matte, die ähnliches leisten kann.

Die 7 in der Produktbezeichnung der DownMat steht für die Höhe der Matte, man befindet sich also gut 7 cm über dem Grund, was bei einem winterlich kalten Boden eine feine Sache ist.

Packmaß und Gewicht

Die DownMat 7 M überzeugt nicht nur mit einem hohen R-Wert, sondern ist auch erstaunlich leicht und klein verpackbar. Wie wir es von Daunenschlafsäcken und mit Daune gefüllten Jacken bereits kennen, ist Daune extrem komprimierbar. Von dieser Eigenschaft profitiert auch die DownMat, sie wiegt geschmeidige 860 g (plus 18 g für den Packsack). Von der Packgröße her ist die DownMat wie andere Luftmatratzen auch den Schaumstoffmatten bei Weitem überlegen. Richtig eingerollt und verpackt misst die verstaute Matte gerade noch 23×16 cm! Damit sie dieses Maß erreicht, muss allerdings sehr sorgfältig gerollt und gepackt werden.

Wo ich meine ProLite Plus von Therm-A-Rest (mit einem wesentlich geringeren R-Wert von 3,8) nur mit Mühen in meinen Rucksack stecken kann, lässt sich die DownMat Dank des kleinen Packmaßes überaus bequem verstauen, egal ob im oder am Rucksack.

Material, Verarbeitung und  Robustheit

Die im Vergleich geringere Robustheit von luftgefüllten Isomatten gegenüber ihren Vollschaumkollegen hindert viele Outdoor-Liebhaber daran, sich erstere zuzulegen. Und in der Tat ist die Vorstellung, mitten in der Wildnis plötzlich vor einer kaputten Matte zu sitzen, die dann keinerlei Isolation mehr bietet, nicht gerade verlockend. Auch die DownMat kann mit der Robustheit einer Schaumstoffmatte natürlich nicht mithalten – dennoch machte sie auf der Tour einen überraschend robusten und widerstandsfähigen Eindruck. Das Polyester-Obermaterial ist fester und dicker als bei den Verwandten für höhere Temperaturbereiche, wie etwa den leichteren Exped SynMats. Wer die DownMat nicht auf einen spitzen Stein legt, sie in die Nähe des Lagerfeuers bringt oder mit spitzen Gegenständen beschädigt, sollte lange Freude an ihr haben.

Die Konstruktion der Matte überzeugt auch durch eine feine, fehlerlose Verarbeitung; ich habe auf der Tour keinerlei Schwächen diesbezüglich ausmachen können. Auch praktisch: Die schwarze Farbe des Obermaterials unterstützt ein schnelles Trocknen, wenn die Matte einmal durch Schnee oder Kondensfeuchte nass werden sollte.

Exped zeigt sich zudem zuversichtlich und setzt Vertrauen in die hohe Verarbeitungsqualität der DownMat: Statt der handelsüblichen 2 Jahre gibt es auf alle DownMats 5 Jahre Garantie. Mit anderen Worten: Eine robustere selbstaufblasende Isomatte wird sich nur schwerlich finden lassen.

Tipp: Wem der Einsatz einer solchen Matratze dennoch weiterhin zu unsicher ist, der kann eine dünne Isomatte (etwa eine Z-Lite unterlegen und so die DownMat auf besonders steinigem Grund schützen – auch wenn das natürlich wieder extra Gewicht mit sich bringt. Für die Vorsichtigen empfiehlt es sich, auch das leichte Reparaturkit stets mit dabei zu haben, für den Fall der Fälle.

Liege- und Schlafkomfort

Ich habe auf der DownMat ausgezeichnet geschlafen. Woran lag das? Subjektiv empfand ich das Luftpolster von 7 cm zwischen meinem Rücken und dem Boden als wesentlich angenehmer – da dicker – als eine dünnere Schaumstoffschicht. Doch das ist sicherlich Geschmackssache.

Anders als die sehr laut knisternde NeoAir weckt die DownMat nicht das Bedürfnis der Zeltnachbarn, einen bei nächtlicher Kälte aus dem Zelt zu schmeißen. Im Gegenteil: Die Matte ist mucksmäuschenstill und gibt keinen Ton von sich; für all jene, die einen leichten Schlaf haben und gern in Harmonie mit ihren Zeltgenossen leben, also absolut empfehlenswert.

Das aufgeraute Polyester und die Wabenstruktur sollen laut Exped dafür sorgen, dass man nachts tatsächlich rutschfest schlafen kann und sich nicht plötzlich ungewollt auf dem kalten Boden wiederfindet. Und tatsächlich, die Matte lag fest auf dem Untergrund und ich fest auf der Matte. Auch ein nächtliches hin- und herdrehen war möglich, ohne dass die Matte verrutschte.

Einziges Manko beim Schlafkomfort war die knappe Länge der Matte. Mit 185 cm bin ich an sich etwas zu lang für die Größe M, doch mit einem Rucksack als Kopfkissen hat sich auch diese Schwierigkeit in Luft aufgelöst – für all jene mit einem ähnlichen Körpermaß empfehle ich daher weiterhin die M, da die DownMat LW mit 1100 g immerhin stolze 250 g mehr auf die Waage bringt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich auf der DownMat 7 M zwei ruhige und angenehme Nächte verbracht habe.

Pumpmechanismus und Handhabung

Ich muss zugeben, dass ich dem Bedienungskonzept der DownMat vor der Tour sehr skeptisch gegenüber stand. Bisher hatte ich nur mit dem einfachen Ausrollen einer Isomatte oder dem Aufpusten einer Schaumstoffmatte Erfahrung und die Idee, eine ganze Matte aufzupumpen ohne dabei die eigenen Lungen zu benutzen, kam mir etwas seltsam vor. Doch ließ sich die DownMat leicht und unkompliziert aufpumpen. Dazu legt man zwei Hände an das eine Seitenende der Matte, die mit Schaumstoff unterfüttert ist. Das Ventil wird geöffnet und durch leichte Pumpbewegungen, bei denen der eigene Handballen als Deckel dient, wird Luft in die Matte gepumpt. Wiederbelebungsmaßnahmen nicht unähnlich, zeigte sich hierbei, das wenige, kräftige Stöße effektiver sind als viele kurze Pumpbewegungen. Das Aufpumpen der Matte nach diesem Bedienungskonzept hat mich voll überzeugt – es war abends, es war kalt und die zusätzliche Bewegung war überaus willkommen, um mich selbst warm zu halten. Nach nur etwa anderthalb Minuten war die Matte dann auch schon aufgepumpt. Zusätzlich bietet dieses System den Vorteil gegenüber traditionellen Aufblas-Matten, dass keinerlei Atemfeuchtigkeit durch das Ventil eindringen kann. Das Pumpen mit der Hand unterstützt also auf lange Sicht die Haltbarkeit der DownMat und minimiert die Gefahr von gefrierender, die Isolation merklich herabsetzender Atemluft und sich bildender Schimmelpilze im Matteninneren. Bereits am ersten Abend ging das Aufpumpen leicht von der Hand.

Zubehör

Neben dem obligatorischen Packsack und einer Bedienungsanleitung liefert Exped zu all seinen Matten noch ein kleines Reparaturkit mit, bestehend aus einer Tube Textilkleber, acht Stück selbstklebenden Flicken (jeweils 4 für die Ober- und 4 für die Unterseite) und einer Reparaturanleitung. Ich war angenehm überrascht, ist es doch keine Selbstverständlichkeit, Reparaturmaterial mitgeliefert zu bekommen –  wie andere Mattenhersteller leider beweisen. Und auch wenn die DownMat, wie bereits erwähnt, einen robusten Eindruck macht, ist und bleibt sie eine luftgefüllte Matratze und es ist nett und in psychologischer Hinsicht wertvoll, ein Reparaturkit dabeizuhaben.
Wer partout nicht die Handpumpe nutzen und seine Matte zudem wasserdicht verpacken möchte, kann auf das Schnozzel Pumpbag von Exped zurückgreifen, einen nahtbandversiegelten, sehr leichten Sack aus Ripstop-Nylon, der sowohl zum Pumpen als auch als Staubeutel genutzt werden kann. Matten mit integriertem Aufblasemechanismus wie die DownMat benötigen dazu noch den Flatvalve Adapter.

Variantenreich

Die DownMat kommt in einer Vielzahl von Varianten daher. Außer der hier getesteten Version 7 M, die bis zu -24 C° wärmt, gibt es auch noch eine Expeditionsvariante, die den Schlafenden bei bis zu -38 C° (!) warmhalten kann.

Wem die 860 g der DownMat immer noch zu viel sind (sind wir ehrlich: Wer spart nicht gerne noch ein paar Extragramm im Rucksack?), kann auch auf die DownMat UL (= UltraLight) zurückgreifen, die bei selben Isolationswerten noch kleiner und leichter ist – in Größe M wiegt die ultraleichte Variante nur 565 g plus 15 g Packsack. Das dünnere Material ist hierbei allerdings nicht so robust wie das der DownMat 7 M.

Fazit

Mit der DownMat 7 M hat Exped eine Daunenmatte auf den Markt gebracht, die mit einem hohen R-Wert, geringem Gewicht und großem Schlafkomfort punkten kann. Die Änderung der Pumpmechanik zum Vorgängermodell verhindert das Eindringen von Atemfeuchtigkeit und macht die DownMat somit noch unempfindlicher und schnell aufpumpbar. Preislich gehört die Matte zwar zu den teureren Luftmatratzen, doch ist es eine sich lohnende Investition. All diejenigen, die eine leichte und klein verpackbare Matte für frostige Wintertouren suchen werden in der DownMat einen robusten und treuen Begleiter finden.

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3 Kommentare

  1. avatar
    1
    Daniel | 12. März 2013, 19:19

    Kategorie: Will ich haben!

  2. avatar
    2
    Anne | 13. März 2013, 10:37

    Eine gute Wahl!

  3. avatar
    3
    Rabanus | 14. März 2013, 09:18

    In der Tat! Ich war und bin von der Downmat ebenfalls sehr angetan. :)

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