Erster Aufbautest für das aufblasbare Zelt Heimplanet The Cave

Über ein halbes Jahr nachdem ich das Heimplanet The Cave zum ersten Mal auf der OUTDOOR 2011, der europäischen Leitmesse der Outdoor-Industrie, gesehen hatte, ist das aufblasbare Zelt nun auch bei uns im tapir angekommen und ich konnte endlich selbst einen ersten Aufbautest machen. Warum die Ungeduld? Nun, das 3-Personen-Zelt ist in zweierlei Hinsicht etwas ziemlich Besonderes: Erstens  hat es kein Gestänge, sondern einen tragenden Rahmen aus aufblasbaren Luftschläuchen. Und diese konstruktive Eigenheit hat, zweitens, ein futuristisches Design zur Folge, dass man so bei einem Zelt noch nicht gesehen hat.

Vor dem Aufbau musste das aufblasbare Zelt auf die Waage: Inclusive Zubehör zeigte diese 5.600 g an – damit gehört das Heimplanet The Cave nicht mehr unbedingt in die Kategorie „rucksacktauglich“, zumal auch die Pumpe noch 800 g Zusatzgewicht mitbringt. Aber Rucksack-Touris sind auch nicht unbedingt die Zielgruppe für die außergewöhnliche Outdoor-Behausung.  Beim Größenvergleich der Verpackungen mit dem Tatonka Alaska 3XL schneidet The Cave ziemlich gut ab – normale Maße für ein Zelt dieser Größe.

Die erste kleine Überraschung gab es beim Auspacken: Das Heimplanet-Zelt ist nämlich nicht vormontiert. Wenn man darauf eingestellt ist und beim ersten Aufbau deutlich mehr Zeit einplant, als das später erforderlich ist, dann ist das eigentlich ein Vorteil: Der Besitzer lernt so sein The Cave viel besser kennen. Wer sich dabei nicht auf die Try-and-Error-Methode verlassen will, kann eine Anleitung für den Erstaufbau auf der Heimplanet homepage runterladen.  Übrigens: Der Pumpenaufsatz, der auf das Ventil geschraubt werden kann und damit ein ganz entscheidendes Teil ist, hängt nicht wie andere Adapter an der Pumpe, sondern versteckt sich in der kleinen Reparatur-Tüte im Heringsbeutel. Ich habe mich anfangs, wie ein Foto zeigt, mit einem Standardaufsatz der Pumpe herumgequält. War unbequem – ging aber letztlich auch  :-) Wenn später, beim Einhängen des Außenzeltes in den Rahmen, Spannung in die Sache kommt (wie sich das für ein gutes Außenzelt gehört!), hilft die Flexibilität der AirBeams enorm, Ringe und Knebel zusammenzuführen.


Wenn das Heimplanet The Cave ordentlich ab- und damit die Bodenfläche vollständig aufgespannt ist, dann ist im Innenzelt Platz für drei Isomatten. Allerdings müssen die Bewohner in diesem Fall parallel zum Eingang liegen, was spätestens dann unbequem wird, wenn der ganz hinten Liegende nachts ein dringendes Bedürfnis hat  ;-) Viel schöner ist der aufblasbare Geodät als 2-Personen-Zelt nutzbar: Der Ausstieg ist unkomplizierter und es bleibt viel Stauraum für jeden der beiden Bewohner seitlich seiner Isomatte. Mitgeliefert wird ein riesiges GearLoft (Himmeltasche), das die sowieso reichlich vorhandenen Innenzelt-Taschen ergänzt. Sehr schön auch die beiden Taschen zum Verstauen der Türen am Innen- und Außenzelt. Ein durchdachtes Detail versteckt sich mittig im Dachbereich zwischen Außen- und Innenzelt: Ein Steg, der das Außenzelt dort auf Distanz zum Innenzelt hält, was bei der relativ großen Dachfläche sehr sinnvoll ist.

Das fertig montierte Heimplanet The Cave bricht in Sekundenschnelle in sich zusammen, wenn man die fünf großen Luft-Ablass-Ventile öffnet. Für das Zusammenlegen ist im Lieferumfang  ein witziges Papiermuster enthalten, mit dem man üben kann, so dass garantiert nichts schief geht. Beim Verstauen in der Packtasche ist es leider etwas hinderlich, dass der Reißverschluss der Tasche sich sehr leicht öffnet, was er unter Spannung und Druck dann eben manchmal zur unrechten Zeit tut. Eine etwas größere Packtasche oder ein besserer Reißverschluss würden das Verpacken bequemer machen.

Zum Schluss wollte ich dann doch noch wissen, wie schnell denn das fertig montierte Luftschloss aufzubauen ist. Um es gleich vorwegzunehmen: In 30 Sekunden schafft man es tatsächlich, die AirBeams aufzupumpen. Übrigens ein magischer Anblick, wenn sich das Zelt „von selbst“ aufstellt! Allerdings braucht es insgesamt schon fünf Minuten zum Ausrollen, Ventile schließen, Luftpumpe startklar machen und nach dem Pumpen zum Abspannen. Ich würde mir bei einem Wett-Aufbau gute Chancen ausrechnen, wenn ich mit einem Zweibogen-Tunnelzelt gegen das Heimplanet The Cave antreten würde. Aber auch wenn der Tunnel dann zuerst steht – er guckt sich einfach weg neben dem grandiosen Auftritt von The Cave :-)

Fazit: Der erste Test mit dem aufblasbaren geodätischen Zelt hat gezeigt, dass das Heimplanet The Cave sich neben klassischen Zelten mit Gestänge nicht verstecken kann und auch nicht verstecken muss. Konstruktion, Material und Verarbeitung wirken robust und verlässlich, die Handhabung ist einfach und nahezu selbsterklärend. Eine spektakuläre Alternative für alle, die das Zelt nicht unbedingt lange Strecken im Rucksack tragen müssen. Übrigens: In den nächsten Tagen testen wir, ob sich das Luftschloss auch mit einer Akku-Pumpe aufpumpen lässt. Erst wenn das geht, geht der Aufbau ja wirklich „von selbst“ :-)


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6 Kommentare

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    Jochen Kunert | 10. März 2012, 16:17

    Ich kenne das Zelt bislang nur aus dem Fernsehen von Galileo. Aber die Bilder, die Ihr überall in der Stadt gemacht habt sind ja der Hammer. Sieht aus wie aus ein Space-Ship. Und wenn es dann auch noch funktioniert… Klasse. Bei Galileo haben sie beim Windtest gesagt, dass es Wingeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h standhalten soll. Ist es wirklich so stabil?
    Ich glaube mein nächstes Zelt wird ein Heimplanet.

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    rando | 11. März 2012, 09:43

    Wir haben die Jungs von Heimplanet gefragt, warum sie keine Abspann-Leinen an die Airbeams montiert haben. Das sei nicht nötig, weil die Stabilität des Zeltes über einen höheren Luftdruck nochmal deutlich erhöht werden könne. Wir haben daraufhin die Airbeams wirklich mit aller Kraft aufgeblasen (der Berstdruck der Schläuche ist doppelt so hoch wie der mit der Pumpe erzeugbare Druck) und gesehen, dass der Widerstand gegen ein Eindrücken der Konstruktion per Hand, wie wir das in Beratungsgesprächen zu Demo-Zwecken öfter machen, locker mit klassischen Gestänge-Zelten mithalten kann. Das kann dann auch jeder potentielle Nutzer testen, der bei uns auf dem Zeltplatz vorbeikommt.
    Eigene Erfahrungen mit dem Zelt bei Sturm haben wir natürlich noch nicht, aber es gibt noch eine interessante Überlegung: Überlastete Luftschläuche BRECHEN NICHT ! Die knicken nur ein. Das ist zwar während eines Unwetters sicher nicht nett, aber wenn die Sonne wieder scheint, kann man das The Cave ohne nötige Reparatur wieder nutzen :-)

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    Eric Prüter | 17. Juli 2012, 12:31

    Ich habe mir das Zeit gestern nach einiger Überlegung gekauft, überzeugt hat mich vor allem das angenehme Raumgefühl im Zelt. Der Aufbaumechanismus ist natürlich – insbesondere für einen Gelegenheitszelter wie mich – genial (einfach). Nachteile wie fehlende Absiden gibt es natürlich auch, aber dafür ist IM ZELT massig Platz für 2 und so ist es bei mir auch gedacht. Die Idee ist genial, das Startup für mich sehr sympathisch. Ich werde berichten, wie der erste Aufenthalt in der freien Natur denn dann war.

    Bis dahin, Eric

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    simone | 17. Juli 2012, 17:42

    Dann sind wir schon mal neugierig auf Deine ersten Erfahrungen. Leider läßt der Sommer ja noch auf sich warten, aber das hält Dich hoffentlich nicht ab :)

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    Rüdiger Flothmann | 22. August 2012, 21:53

    Hallo, wir haben das Heimplanet The Cave ebenso getestet, schaut doch mal rein. Feedback und Kommentare sind willkommen: http://ich-liebe-berge.ch/WordPress/2012/08/test-zelt-heimplanet-cave/

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    simone | 24. August 2012, 15:20

    Spannend zu lesen, wie Ihr bei Euren Tests vorgeht und nach welchen Kriterien Ihr Euren Bewertungsmaßstab ansetzt. Merci und viele Grüße aus Leipzig

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