Testbericht Daunenschlafsack Marmot Never Summer Membrain

Tested on Tour: Wir haben Dan den Marmot Schlafsack Never Summer Membrain zum Testen bei der Besteigung des Kilimanjaro zur Verfügung gestellt und wollten wissen, ob die wasserdichte Membran bei diesem Daunenschlafsack sinnvoll ist, funktioniert und ob der Schlafsack auch in puncto Verarbeitung und Wärmeleistung überzeugen kann.

Allgemeines

Ich habe den Schlafsack eine Woche lang bei der Besteigung des Kilimanjaro (5.895m, Tansania) getestet. Die besondere Herausforderung dabei: möglichst geringes Gewicht bei extrem schwankenden Temperaturen zwischen +30 und -20°C. Ich habe mich aufgrund meiner Größe von 1,89m für die lange Version entschieden (183cm Regular vs. 198cm Long), die mit nur 1.814g trotzdem noch verhältnismäßig leicht ist. Das Packmaß ist mit 45 x 25cm auch überschaubar. Ich hatte auch nie Probleme, den Schlafsack in den mitgelieferten Packsack zu bekommen.
Das Außenmaterial besteht aus 2-lagigem Nylon, das Innenmaterial aus Polyester. Die Verarbeitung von Nähten, Reißverschlüssen etc. ist absolut top. Besonders leistungsfähig wird der Never Summer Membrain – wie der Name schon sagt – durch die bewährte Marmot MemBrain, eine Polyurethanbeschichtung, die das Material wasserdicht und atmungsaktiv macht. So ist der Schlafsack ideal für Nächte unter freiem Himmel oder für Touren und Expeditionen. Mit dieser Membran bleibt bei schlechten Wetterbedingungen das Klima im Schlafsack angenehm. Besonders in den kalten Nächten habe ich es trotz Kondenswasserbildung im Innenzelt immer trocken und angenehm gehabt.

Ausstattung und Handhabung

Die Fußbox hat den klassischen Trapezschnitt und ein internes Fach für ein Heat Pad. Kalte Füße können sich so nach langen Tourtagen schnell wieder aufwärmen. Trotz -20° musste ich diese Option aber nicht in Anspruch nehmen. Für Kleinigkeiten und Wertsachen hält der Never Summer zudem noch eine kleine Tasche im Inneren bereit. Der große 2-Wege-Reißverschluss, welcher über die gesamte Länge des Schlafsacks geht, verklemmte sich leider hier und da in den verstärkten Abdeckleisten (innen und außen). Dies liegt aber eher am Aufziehwinkel bzw. am sich verheddernden Material als am Reißverschluss selbst.
Als Extras sind die Nautilus 6-Kammer-Wärmekapuze, die Trapez-Fußbox mit Fach für Heat Pad, die kleine Tasche sowie die leicht zu bedienende Kordelzüge im daunengefüllten Wärmekragen hervorzuheben. Die “fühlbaren Schnurzüge” sorgen für eine intuitive Bedienbarkeit auch im Dunkeln. Die Gesichtsabdeckung ist klettverschlussfrei und die Kammern sind sehr elastisch. Der Reißverschluss ist durch die Fußbox nicht umlaufend, deshalb kann der Schlafsack nicht als Decke genutzt werden. Da der Schlafsack aber sowieso für die kalten Temperaturen entwickelt ist, ist dies auch nicht nötig.

Komfort und Isolation

Die Kapuze des Schlafsacks ist sehr gut anpassbar und verfügt über einen gut zu bedienenden Schnürzug.
Die Geräuschentwicklung des Materials kann als normal bezeichnet werden, da gibt es nichts Auffälliges hervorzuheben, das Material raschelt nicht mehr oder weniger als bei durchschnittlichen Schlafsäcken.
Abdeckleisten am Reißverschluss sind innen und außen vorhanden und bieten somit ausreichend Schutz vor potenziellen Kältebrücken.
Ich habe den Schlafsack in Kombination mit einer EXPED SYNMAT 7 LW mit integrierter Pumpe verwendet. Die Temperaturen in den Nächten schwankten je nach Höhe von +5 bis -18°C, Schlafsack und Matte boten mir aber jederzeit eine sehr gute Isolation. Allerdings musste ich mich von Zeit zu Zeit drehen, da die Stellen, an denen die Füllung etwas plattgedrückt wurde, in den kalten Nächten ein wenig auskühlten.

Der Schlafsack bot für mich immer ausreichend Platz und die Langversion sorgte für die nötige Beinfreiheit.

Fazit

Der Marmot Never Summer Membrain ist ein robuster und zuverlässiger Daunenschlafsack für extreme Bedingungen und lange Touren in kalten Regionen, ebenso für Wintereinsätze oder Übernachtungen im Freien. Der Schlafsack ist von sehr guter Qualität, die natürlich auch ihren Preis hat, bei der Ausstattung jedoch auch in einem entsprechend guten Verhältnis steht.

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