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Wandern mit BACH EQUIPMENT auf der Wilderness Night

Wandern mit BACH EQUIPMENT auf der Wilderness Night

Wir schreiben das Jahr 2021 nach Christus. Der Limes ist gefallen, doch im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald stehen die letzten Überreste der einst stolzen römischen Befestigungsanlage. In der grünen, sonnenbeschienenen Landschaft tauchen immer wieder kleine Grüppchen von Wanderern auf. Auf ihren Rücken tragen sie alle gelbe Rucksäcke, die die sattgrünen Hügel mit gelben Tupfern versehen. Das kann kein Zufall sein!

Und es ist natürlich auch keiner. Bei den Rucksackträger:innen handelt es sich um die Teilnehmer der Wilderness Night, die dieses Jahr von BACH EQUIPMENT und ihrem neuen Dachverband Scott im Schwäbisch-Fränkischen Wald ausgerichtet worden ist. Mit dabei: Mitglieder von BACH, Outdoor-Spezialisten aus der Schweiz und auch der ein oder andere Kunde, der die Teilnahme an dem Event gewonnen hat. Ich war für den tapir vor Ort und vertrat somit zugleich auch ganz Ostdeutschland. Witzig, ich komme ja gar nicht von hier!

BACH-Kenner mögen sich an den altbekannten Slogan erinnern: »It may be rough out there.« Es stellt sich natürlich sofort die Frage, wie rough es im tiefsten Franken bei Sonnenschein und leichtem Wind wirklich sein kann. Hier haben die Organisator:innen der Tour gleich mitgedacht: Survival-Aufgaben entlang des Weges sorgten dafür, dass an den knapp zweieinhalb Tagen keine Langeweile aufkam.

Unsere Tour nahm am Schweizerhof in Großerlach Anfang September ihren Anfang. Und siehe da: Das sind ehemalige Sachsen, die sich hier nahe des Limes niedergelassen haben. Das Ankommen ist sofort sympathisch: Auf dem Gelände verteilt stehen einige der neuen BACH-Zelte im Tipi-Format. Camping-Stühle und Pfadfinder-Gruppenzelte (»Pfadis«) der Schweizer Marke Spatz laden zum Verweilen ein. Es ist bestes Wetter und alle Neuankömmlinge haben große Lust, sich ins Abenteuer zu stürzen.

Zu Beginn erhält jeder einen der neuen Molecule 50, in den auch gleich eines der einem neuen BACH-Zelte gestopft wird. Das große Umpacken beginnt. Dann gibt es erst einmal eine Kleinigkeit zur Stärkung und Maarten Harteveld, seines Zeichens Brand Ambassador, gibt eine Einführung in die neu-alte Designphilosophie, die neuen Rucksäcke und aktuelle Entwicklungen der Branche. Was sofort auffällt: BACHPACKS hat nach dem Kauf von Scott den Wandel zu BACH EQUIPMENT erfolgreich vollzogen. Es baut nun nicht länger lediglich Rucksäcke, sondern widmet sich in Zukunft auch dem Thema Zelte und Camping-Möbel.

Als langjähriger Liebhaber von BACH-Rucksäcken gingen bei mir an dieser Stelle sofort die Alarmglocken an. An sich bin ich ein großer Freund von Marken, die geneu eine Sache machen und diese dafür richtig gut. In seiner Präsentation räumt Maarten mit meinen Bedenken allerdings schnell auf: Es sind nach wie vor dieselben Leute am Werk und die in vielen Jahren geschliffene Erfahrung im Rucksackbereich wird auch bei kommenden BACH-Modellen zum Einsatz kommen. Die Zeltkollektion und Campingmöbel stammen von der niederländsichen Firma Nigor, die sich mit BACH zusammen zum neuen BACH EQUIPMENT vereint. Auch hier arbeiten dieselben Leute, die eine ganz andere Kompetenz mit ins Spiel bringen: Nigor hat bis dato leichte, silikonisierte Zelte gebaut und dabei einige spannende Zelte ins Feld geführt, so etwa das beliebte Tipi-Zelt Wicki Up 3. Eine Brücke zwischen den beiden Marken ließ sich leicht schlagen, denn Maarten Harteveld ist selbst Niederländer und hatte sofort einen guten Draht zu den Zeltbauern. Die Ironie bei der ganzen Geschichte: Für BACH-Gründe Martin Wiesmann wird ein Traum wahr, denn nebst Rucksäcken wollte er schon immer auch Zelte bauen.

Zur BACH-Philosophie gehört auch, dass man sich auf die Ausrüstung dauerhaft verlassen kann. Wer alte Bach Packs kennt, weiß, dass die Teile ewig halten. Dicke YKK-Reißverschlüsse und starkes Cordura-Nylon macht die Rucksäcke seit jeher zu langlebigen, wenn auch nicht unbedingt leichten Rückenschmeichlern. Aktuelle Marktbewegungen machen einen Wandel im Produkt-Portfolio allerdings zu einer festen Notwendigkeit. Kaummehr eine:r ist mit einem 70-Liter-Schwerlastrucksack unterwegs; die meisten dürstet es nach kompakten, mittelgroßen bis kleinen Tourenmodellen für Alpenüberquerungen, kürzere Touren und Abstecher in den Wald. BACH trägt diesem Bedürfnis Rechnung mit der Entwicklung neuer, leichterer Rucksackmodelle, die allerdings immer noch aus Cordura-Material bestehen (einer gewichtsärmeren Variante) und so immer noch extrem robust sind – der Molecule 50 ist maßgeblicher Vertreter dieser aktuellen Entwicklung. Der große Unterschied zu vergleichbaren Rucksäcken besteht allerdings im Rückensystem. Hier sollte laut Maarten nicht gespart werden, ist der Rücken doch das Herz eines jeden Rucksacks. Taschen weglassen, Gurtband sparen: das ja, aber das Rückensystem sollte nach wie vor bequem sein und eine effektive Lastenübertragung auf die Hüfte ermöglichen.
Nach Maartens Präsentation waren alle ziemlich heiß darauf, die neuen Rucksäcke auszuprobieren. Noch kurz die Einweisung der Survival Guides hinter sich gebracht, dann ging es in drei Gruppen eingeteilt los – quer durch die Pampa, 20 Kilometer durch Franken.

Die Tour führte nahe des ehemaligen Limes quer durch das fränkische Hinterland. Die Sonne brannte, die Schuhe dampften, die Moral war hoch. Wir sollten mit Kompass und Karte zum Zielort – dem Survival Camp – navigieren und das wäre auch alles recht einfach gewesen, wäre die Karte auch nur einen Ticken genauer gewesen.
Neben der schönen Landschaft – ich kannte die Gegend bis dato nicht und war davon sehr angetan – war vor allem die wild durchmischte Gesellschaft ein echter Gewinn. Scott hat nicht nur Mitarbeiter:innen aus Outdoor-Läden eingeladen, sondern auch eigene Mitarbeiter aus der Schweiz sowie einige Kunden. So ergab sich ein wildes Sprachgemisch, bestehend aus Schweizerdeutsch, Bayerisch, Österreichisch und allem, was dazwischen liegt. Ich fühlte mich sofort heimisch.
Das Auf und Ab durch den fränkischen Naturpark machte mir auf charmante Weise deutlich, dass es noch viele mir unbekannte Ecken in Deutschland gibt und dass es sich sehr lohnt, diese zu erkunden. Einziger Malus: Sich zwischendrin ein kaltes Helles zu gönnen, hätten wir uns zwar alle sehr gewünscht; der fein ausgetüftelte Plan scheiterte allerdings an den noch feiner austarierten Öffnungszeiten der Gasthäuser. Gemütlichkeit geht vor!
Der Tag endete im Survival Camp. Ein wirklich komischer Name, denn es war letztlich einfach ein kleines Plätzchen am Waldesrand. Überleben war dort nicht so die Herausforderung. Dort gab es dann neben Tannen- und Douglasien-Tee gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer, das mit Feuerstein, Birkenrinde und Holzspänen entzündet wurde. Maarten erzählte begeistert von seinen neuen Plänen und auch, warum es ein 5-Season-Zelt im Angebot gibt (das Spix ist so robust und windstabil, dass es nur auf Polarexpeditionen so richtig herausgefordert wird; das Label »4 Season Tent« würde ihm somit nicht gerecht). Der Abend fand schließlich einen angenehmen Abschluss mit viel Gelächter und guter Stimmung.

Ich hatte in meinem Zelt Guam 2 traumhaft geschlafen. Der neue Tag brachte auch eine neue Herausforderung mit sich: Jedes der 3 Teams hatte diesmal eine eigene Route, auf der sich verschiedene Survival-Aufgaben fanden. Alle Teams absolvierten dieselben Aufgaben, ähnlich eines Hindernislaufs, doch der Weg dazwischen variierte. Was unsere Gruppe sehr schnell merkte: Um sich zu verirren, braucht es weder Nebel noch zerklüftete Berghänge – ein schlichter Wald reicht vollkommen aus. Das Ganze hat jedenfalls eine Menge Spaß gemacht – Highlight war das Hangeln (mit Rucksack!) über einen tiefen Abhang. An dieser Stelle gab es auch einige, die über ihren Schatten springen mussten, denn der Abhang war durchaus tief (und es stellte sich unweigerlich die Frage, ob das Seil das eigene UND des Rucksacks Gewicht aushalten würde … naja, sie sind ja jetzt leichter!).
Der Weg an den Hindernissen vorbei führte uns über eine größtenteils bewaldete Route zurück zum Schweizerhof, wo die gemütlichen Spatz-Sessel freudig unser Ankunft harrten. Wie bereits am Vorabend wurde gemeinsam gekocht; an diesem Tag gab es regional-wildes Schwein vom Grill. Auch bei der Ankunft zeigten sich unsere sächsisch-fränkischen Gastgeber:innen von ihrer Sonnenseite. Gekühltes Bier zauberte dann schnell ein Lächeln auf die von der Hitze ausgedörrten Gesichter.

Bevor wir uns dann am letzten Tag auf den Heimweg machten, hatten die Survival Guides noch etwas ganz Besonderes für uns im Gepäck: einen Team-Lauf, bei dem alles bislang Gelernte (und noch mehr) zur Anwendung kam. Das Grande Finale der Tour! Ziemlich anstrengende und aberwitzige Sache, das. Lest selbst:

  • Los ging’s mit dem Auffuttern verschiedener Kräuter (einfach) und Egerlingen (nicht so einfach).
  • Dann galt es, verschiedene Knoten nachzuknoten,
  • ein Seil zwischen zwei Bäumen zu spannen, an denen sich einer von uns entlang hangeln sollte, ohne den Boden zu berühren,
  • eine improvisierte Rettungstrage zu bauen und den darauf Plazierten einmal übers Gelände zu tragen (er hatte eine Schale Wasser auf dem Bauch und die durfte nicht umkippen),
  • eine Steinschleuder zu bauen und mit Kieseln einige Ziele zu malträtieren (wobei ich etwas stolz bin, 4 von5 Treffern für mein Team erzielt zu haben :D),
  • ein Feuer zu entzünden, das eine gewisse Höhe erreichen musste, um eine Reepschnur durchzubrennen
  • und abschließend von diesem Feuer ein brennendes Stück zu einem anderen Feuerplatz zu bringen um dort erneut ein Feuer zu entzünden, mit dem ein Liter Wasser auf 100 °C gebracht werden musste

PUH! Und das ganze auf Zeit. Unser Team hat zwar leider nicht gewonnen, aber Laune macht so ein Survival-Rennen allemal. Vielleicht ließe sich da was für die nächste tapir-Testtour abkupfern …

Ich hatte auf der Wilderness Night 2021 eine richtig gute Zeit. Die Landschaft und die Aufgaben waren toll, der wahre Schatz lag jedoch in den Teilnehmer:innen. Es war ein pures Vergnügen, sich mit Menschen, die die gleiche Leidenschaft teilen, aber aus ganz anderen Ecken stammen, auszutauschen. Besonders die Schweizer Komponente empfand ich als echte Bereicherung.
Mein Dank gilt Scott, BACH EQUIPMENT für die Ausrichtung und dem tapir, der mich als einzigster Ost-Vertreter dorthin geschickt hat. Außerdem Nico von Scott, der mich nach Nürnberg gefahren hat, als die Bahn streikte. Nächstes Jahr wird die Wilderness Night sicher wieder stattfinden und wer weiß, vielleicht gibt es dann auch eine Freikarte für tapir Kund:innen, die Lust haben eine echt gute Zeit mit echt netten Leuten zu verbringen.

Die Bilder stammen von Johann Oettl. Instagram: @johnus_photography.

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