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Teaserbild: Auf den Spuren der Seidenstraße – Mit der Eisenbahn von Leipzig nach Xi‘An

Auf den Spuren der Seidenstraße – Mit der Eisenbahn von Leipzig nach Xi‘An

Auf den Spuren der Seidenstraße – Mit der Eisenbahn von Leipzig nach Xi‘An

Die Tour führte mich über Ungarn, die Ukraine, Russland, Kasachstan und Usbekistan bis nach China. Diese Art des Reisens, langsam zum Ziel hin, die Veränderung der Landschaften, Menschen und Kulturen zu spüren, faszinierte mich dabei besonders.

Warum Deutschland nach China

Gerade im Unbekannten liegt die Herausforderung, dort, wo der Lonely-Planet noch nicht gewesen ist. Ich war schon in vielen fernen Ländern unterwegs – Thailand, Chile, Venezuela, USA – doch das sind alles typische Touristenziele. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass eine Gruppe Reiseverrückter mit der Bahn bis nach China fahren wollte. Von Kasachstan und Usbekistan hatte ich überhaupt keine Vorstellung – irgendwo zwischen Europa und China – so meine grobe geografische Einordnung. Doch genau darin besteht der Reiz dieser Reise für mich, die „grauen“ Flecken der eigenen Weltkarte durch bunte Farben abzulösen.

Mariä VerkündigungskathedraleUnsere RouteRailjet der Österreichischen Bundesbahn

Was Sie schon immer über die Reise VON LEIPZIG NACH XI’AN wissen wollten…

Teil 1 – Leipzig – Astana Der erste Teil im Schnelldurchlauf: Leipzig – München – Budapest – L’Viv – Moskau – Kazan – Petopavalovk – Astana:.
Von Leipzig nach München fahre ich mit dem Nachtzug – eine für mich bis dahin neue Erfahrung. Diese Züge sind geräumig und, falls man einen Sparpreis bekommt, auch relativ günstig. In München war der Treffpunkt unserer verrückten Reisegruppe. Mit dem ÖBB (Österreichische Bundesbahn) ging es gleich früh am Morgen weiter, über Wien nach Budapest. Der Zug ist komfortabel ausgestattet, mit WLAN und LCD-Display – hier könnte sich die DB eine Scheibe abschneiden.
In Budapest haben wir vier Stunden Zeit, natürlich zu wenig für diese wunderbare Stadt. Bis sich unsere Reisegruppe (bestehend aus 25 Personen) in Gang gesetzt hat, dauerte es einige Minuten. Hinunter zur Gepäckabgabe, wieder hoch, weil kein Wechselgeld (Währung: Forint) vorhanden, Geld wechseln, wieder hinunter zur Gepäckabgabe – all das sind Prozesse, die sich in den nächsten Tagen noch einspielen werden. Nachdem wir kurz die Fischerbastei besichtigt und von dort einen tollen Blick auf das Parlament hatten, mussten wir schon wieder zurück zum Zug.
Der Zug von Budapest nach Moskau hat keinen Speisewagen. Deshalb kaufen wir von unseren letzten Forint ungarische Salami und Brötchen. In der Nacht erleben wir unsere erste Grenzkontrolle, ständig werden wir von Zöllnern geweckt. Unser Zug wird außerdem umgespurt, denn ab hier fahren wir Breitspur. Das Prozedere ist relativ problemlos: Alles bleibt im Zug, die Drehgestelle werden unter dem Wagon entfernt und die neuen Drehgestellen eingeschoben. Weiter geht es durch die Nacht, bis wir früh morgens in L’viv ankommen.

Free Wi-Fi als Point of InterestParlament von BudapestZug von Budapest über L'viv, Kiew nach MoskauBahnhof (Vokzal) in L'vivDie Ukraine drängt in die EURoter Platz in MoskauMetro in MoskauFußgängerüberweg in KazanIn der 3.Klasse im Zug nach KasachstanSozialistischer Charme in PetropavlovskDer PräsidentenpalastMariä Verkündigungskathedrale

L’viv ist eine hübsche Stadt, wo wir für eine Nacht unser Hotel beziehen. Nach der Zugfahrt stärken wir uns im Veronika – eine toller Tipp und das beste Restaurant unserer Reise. Preislich ist die Ukraine für uns Deutsche angenehm günstig. Nach einem Tag haben wir alles gesehen und fahren weiter nach Moskau.
In Moskau kommen wir früh am Morgen an und fahren spät abends weiter – das bedeutet 12 Stunden für diese riesige Stadt. Mit der Metro fahren wir direkt zum Roten Platz. Hier wollte ich schon immer mal stehen und auf den Kreml und die Basilius-Kathedrale schauen. Ein Traum geht in Erfüllung. Da Moskau eine der schönsten Metro-Stationen der Welt hat, machen wir eine Tour in den Untergrund. Als schwierig stellt sich heraus, Postkarten zu versenden. Lediglich im Postamt, und dort in der hintersten Schublade, sind Postkarten erwerblich. Beim Versuch, den Damen am Schalter klarzumachen, dass ich auch eine Briefmarke brauche, wäre ich fast verzweifelt.
Während des nächsten Abschnittes unserer Reise zwischen Kazan und Petropavlovk habe ich Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten. Ja – auch eine Zugreise ist anstrengend. Jeden Tag neu orientieren, Mahlzeiten besorgen, Geld wechseln, Architektur besichtigen und die Kultur aufsaugen – all das fordert seinen Tribut. Deshalb bin ich froh, mal wieder 24 Stunden Zug zu fahren. Die Zugfahrt kann man sich wie eine Klassenfahrt vorstellen, zumindest in unserer Reisegruppe. Es gibt Vierer-Kabinen und davon haben wir 6 Stück. Eine Kabine spielt Karten, in einer anderen wird gelesen, eine weitere ist schon wieder in Feierlaune. Die Zeit geht wirklich schnell rum, nach dem Motto: „Was? Wir kommen in 3 Stunden an? Da müssen wir uns jetzt aber beeilen!“
Die Grenzkontrollen sind lästig, insbesondere weil am Grenzbahnhof die Toiletten verschlossen werden (und das für 2 Stunden!). Eine Horde Grenzbeamter durchstreift den Zug, durchsucht Medikamente und partiell auch den Rucksack (Tipp: Immer den Beutel mit der Dreckwäsche zuerst anbieten, danach ist meist die Rucksackkontrollen abrupt beendet ;). Hat man dann endlich die Ausreise hinter sich gebracht, so fährt der Zug 15 Minuten weiter, um bei der Einreise das gleiche Prozedere zu veranstalten.
Petropavlosk hat nichts zu bieten, ein langer Zwischenstopp auf dem Weg in die neue Hauptstadt Kasachstans. In Astana angekommen, beziehen wir für zwei Tage unsere Zimmer. Astana ist eine künstliche Stadt, geplant nach den Visionen des Präsidenten Nasarbajew, auf dem Reißbrett entworfen. Viele Milliarden Dollar werden in die Infrastruktur des Landes und der Stadt gepumpt. Doch bei allem Pomp bleibt die Kultur auf der Strecke. Wir gehen durch leere Straßen, Einkaufscenter sind verwaist – keine Kunden. Nichtsdestotrotz beeindruckt mich dieser Ort, wie im 22. Jahrhundert komme ich mir vor. Als wir unseren Spaziergang durch die Stadt beginnen, findet eine Militärparade statt. Raketenwerfer, Artillerie und Panzer setzen sich in Bewegung. Kampfhubschrauber und Düsenjets rauschen an Moscheen vorbei. Der Präsidentenpalast wirkt wie das aufgepustete Weiße Haus und der Präsident erfüllt im Bajetek-Turm einen Wunsch, wenn man die eigene Hand in den Handabdruck des Präsidenten legt.
Meine Erlebnisse in Usbekistan und China könnt ihr im zweiten Teil des Reiseberichtes lesen…

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