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Teaserbild: Mit dem Fahrrad von Innsbruck nach Barcelona

Mit dem Fahrrad von Innsbruck nach Barcelona

Mit dem Fahrrad von Innsbruck nach Barcelona

Im Juli 2014 war ich mit dem Fahrrad von Innsbruck nach Barcelona unterwegs. Die anfangs verrückt klingende Idee, Auto und Flugzeug durch das Fahrrad zu ersetzen, wurde zum genialsten Urlaub meines Lebens. 2 Wochen lang, 120 bis 180 km am Tag, konnte ich Italien, Frankreich und Spanien in einem völlig neuen Licht entdecken.

Warum von Innsbruck nach Barcelona

Nach dem 2-stündigen Anstieg von Innsbruck auf den Brenner führt ein gut ausgebauter und beschilderter Radweg 200 km lang stetig bergabgehend bis zum Gardasee. Ein angenehmer und idealer Einstieg für meine Reise. Der weitere Weg die italienische, französische und spanische Küste entlang nach Barcelona wird durchgehend von der Bahn begleitet. Dies gab mir ein großes Sicherheitsgefühl – konnte ich doch jederzeit in den Zug steigen und heimfahren. Italien und Frankreich haben den weiteren Vorteil, dass man nicht lange nach einem Campingplatz suchen muss. Wildcampen war mir als Alleinreisendem doch etwas zu gefährlich. Zwischen Marseille und der spanischen Grenze gibt es jedoch viele Felder und Wiesen, welche ein freies Stehenbleiben problemlos ermöglichen würden. Den Höhepunkt liefert hier sicherlich die Camargue. Zwischen Sanddünen und auf rissigem und knochentrockenem Boden geht es durch den Nationalpark. In Salzseen fischen hunderte Flamingos und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Barcelona bildet mit seinen kulturellen Sehenswürdigkeiten und der Möglichkeit, sich am Strand zu erholen, einen würdigen Abschluss jeder Reise.

Arc de Triomf in BarcelonaAusgetrockneter Salzsee in der CamargueBadepause

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Die genaue Route
Meine Route führte mich von Innsbruck über den Brenner nach Südtirol. Hier hat die älteste Stadt Südtirols – Brixen – einiges an Kultur zu bieten. Außerdem gibt es hier mit einer Jugendherberge eine trockene Unterkunft für schlechtes Wetter. Über Bozen führt der Radweg weiter bis nach Torbole, den ersten Ort am Gardasee. Wer nicht die teilweise stark befahrene, aber doch charmante Straße am Seeufer entlangfahren möchte, kann sich mit dem Boot nach Peschiera bringen lassen und nach Cremona weiterradeln. Zwischen Cremona und Genua ist die härteste Etappe der Reise zu bewältigen – etwa 180 km, viele Höhenmeter und kaum Möglichkeiten auf einen Zeltplatz. Ab Genua folgte ich der Via Aurelia über Savona, Alassio, Laigueglia und San Remo entlang der italienischen Riviera bis zur französischen Grenze.
Die Grenze lässt sich ohne weiteres passieren (Schengenraum). Nach einem kurzen Abstecher nach Montecarlo folgen Nizza, Cannes, St.Tropez, Toulon, Aubagne, Marseille und Montpellier, wobei Nizza die einzige Großstadt ist, die es schafft, mich zu begeistern.
Besonders enttäuscht war ich von Montecarlo und St.Tropez: Fahrradfahrer sind hier auf den mit Luxusautos gespickten Straßen nicht sehr willkommen. Kurz vor der spanischen Grenze liegt Collioure – ein malerisch schönes Fischerdorf, dem Hafen und Burg einigen Charme verleihen. Bevor die Reise in Barcelona ausklingt, ist Figueres, die Heimatstadt Salvador Dalis, noch einen kleinen Abstecher wert.

Und warum mit dem Rad?
Neben den offensichtlichen Pluspunkten, dass stundenlanges Radfahren die eigene Fitness fördert und die Umwelt schont, gibt es noch zahlreiche andere Gründe, sich auf den Drahtesel zu setzen. Durch das im Vergleich langsamere Tempo entdeckt man Kleinigkeiten – einen charmanten, kleinen Ort abseits der Hauptstraße, ungewöhnliche Landschaftsformationen, scheue Tiere,… -, denen man bei schnellerem Vorbeifahren keinen Blick gegönnt hätte. Der Zuspruch der Menschen, die ich auf meinem Weg kennengelernt habe, war enorm! Die fahrenden Autos winken einem zu, an der Ampel wird das Fenster heruntergelassen und man möchte wissen, wohin ich denn unterwegs sei. Aufmunternde und motivierende Zurufe vom Straßenrand stehen an der Tagesordnung.
Ich finde es einen schönen Gedanken, dass ich durch meine Reise vielleicht mir völlig unbekannte Menschen dazu inspiriert habe, etwas Ähnliches zu unternehmen. Und das Gefühl, sich jeden Anblick selbst erarbeitet zu haben, ist unbeschreiblich!

Bei Sonnenaufgang bereits UnterwegsFigueres, Heimatstadt Salvador DalisFlamingosFranzösische Küstenstraße 1MarseilleSüdtirolFranzösische Küstenstraße 2Tunnel sind keine SeltenheitZeltplatz

Worauf man achten sollte!
Jedes Kilogramm Gepäck muss mitgeschleppt werden. Dafür empfehle ich, Gepäckstaschen und keinen Anhänger zu verwenden. Mit Anhänger ist das Rad in den Städten schwieriger abzustellen und das Fahrverhalten ist bei weitem nicht so angenehm wie mit Gepäckstaschen. Um Gewicht zu sparen, sollte nur das Allernötigste eingepackt werden. So sollte statt mehrerer Gewandgarnituren lieber eine kleine Tube Reisewaschmittel mitgenommen werden. Für den Fall, dass ihr zu wenig zusammengepackt habt, gibt es genug Möglichkeiten während der Reise einzukaufen.
Geldabheben ist mittlerweile in jedem Ort möglich. Rennreifen (Slicks) erfordern durch ihren geringeren Rollwiderstand weniger Kraftaufwand, sind aber anfälliger für Pannen. Auf meinem Weg traf ich ein paar Burschen aus England, die mit Slicks gefahren sind. An dem einen Tag, an dem wir gemeinsam unterwegs waren, hatten sie 5 mal einen Platten. Ich rate dazu, Trekking- oder Mountainbikereifen zu verwenden und 2 Ersatzschläuche sowie Flickzeug einzupacken.
Meine Rückreise per Zug habe ich als sehr beschwerlich empfunden. Nur in wenigen Zügen ist eine Fahrradmitnahme möglich – bei diesen handelt es sich ausschließlich um Bummelzüge, welche einen zwar zu jedem Ziel bringen, aber einen großen Zeitaufwand erfordern. In Spanien und Frankreich konnte ich nur Züge bis zur jeweiligen Grenze buchen und musste dort schauen, wie ich weiterkomme. Insgesamt hat es 2 ½ Tage gedauert, bis ich daheim angekommen bin! Von meiner nächsten Radreise werde ich sicherlich zurückfliegen. Finanziell besteht kaum ein Unterschied und es ist um einiges angenehmer.

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