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Teaserbild: East London – Coffee Bay – Port St. Johns

East London – Coffee Bay – Port St. Johns

East London – Coffee Bay – Port St. Johns

Nachdem am nächsten Morgen mit unserem Auto wieder „Tetrisspielen“ angesagt war, machten wir uns auf zu unserem kulturellem Abstecher, Grahamstown. Nicht weit vom Addo sowie PE (Port Elizabeth), war sie einst die zweitgrößte Stadt Südafrikas. Heute kann man die eher als die große Kultur- und Studentenstadt bezeichnen. Im Juli jedes Jahres findet hier das National Arts Festival statt, bei dem innerhalb von zehn Tagen die besten Künstler des Landes auftreten. Für alle Musikfans unter euch ist dies sehr zu empfehlen. Auf dem direkten Wege von Addo sind wir allerdings nicht hingekommen, der Weg war nur eine befestigte Schotterpiste und hätte für uns länger gedauert als mit dem kleinen Umweg über PE. Im Dezember ist die Stadt eher leer, da die meisten Studenten von außerhalb kommen und über Weihnachten zurück zu ihren Familien fahren. Für einen kleinen Abstecher lohnt sich die Stadt allemal und auch hier erkennt man die Spuren des viktorianischen Zeitalters. Besonders in Erinnerung ist mir eine der beiden Stadtkirchen geblieben. Sie stammt aus der Mitte des 19 Jahrhunderts, wie der deutsche (!) Flyer uns verriet. Die Kirche erinnerte mich vor allem von innen an eine typisch europäische Kirche aus dem Mittelalter. Wir machten aber auch einen Abstecher zur Universität und bewunderten die wunderschönen Fassaden der Gebäude. Nach einer kleinen Stärkung war unsere kleine Kultureinheit auch schon vorüber und weiter ging es nach East London.

Warum Südafrika

Nach knapp drei Monaten als Freiwillige in Südafrika stand nun der erste Urlaub an. Das Büro der NGO hatte für vier Wochen über Weihnachten und Neujahr geschlossen. Das bedeutete für mich und meinen Mitfreiwilligen, vier Wochen lang die andere Seiten von Südafrika zu erkunden! In der dritten Woche unseres Urlaubs ging es Richtung East London.

Das HoleDer Strand von East LondonAuf dem Weg nach Coffee Bay

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

East London bietet im Gegensatz zu Grahamstown und Port Elizabeth eher weniger an, daher entschieden wir uns dazu, hier nur eine Nacht zu verweilen. East London kann daher nicht mit seinem nördlichen Namesvetter mithalten, sondern bietet nur Industrie an. Das Sugar Shack war trotzdem eien schöne Backpacker-Unterkunft direkt an der Küste. Man musste wirklich nur einmal die Straße überqueren, war schon Strand und gleich darauf im Indik. Sogar ein eigener kleiner Turm wurde zum Beobachten von Walen oder dem Sonnenaufgang gebaut.
Leider haben wir die Zeit etwas aus den Augen verloren, so dass wir kurz vor Ladenschluss nur noch unser Frühstück und Abendbrot kaufen konnten. Und schon hatte man alles Sehenswerte von East London gesehen.
Nach Coffee Bay, und damit zu unserer ersten Station an der Wild Coastging es am nächsten Tag. Dort sind wir im CoffeeShack untergekommen. Kurzfristig und zum Glück rechtzeitig, hatten wir erkannt, dass East London nicht viel für uns zu bieten hat und wir haben uns für zwei Nächte Plätze in Coffee Bay gesichert.

Die Wild Coast ist, wie der Name bereits verrät, eher wild und noch nicht so extrem touristisch erschlossen. Das sehr grüne und hügelreiche Land ist übersät mit kleinen Häusern und ihren „Maisgärten“.
Bei
Coffee Bay konnte man allerdings das Gegenteil behaupten: Das Dorf erscheint einem sehr groß und besteht fast nur aus Backpackern und Campingplätzen. Der Weg dorthin war aber ein großer Spaß! Nicht nur, dass die Straße mit vielen Schlaglöchern versehen ist, nein, man muss immer wieder auf die frei umherlaufenden Kühe, Ziegen und Schafe aufpassen. Wie gut, dass ich kein Fahrer war. InCoffee Bay aber dann heil und sicher angekommen, wurde zunächst einmal unser Willkommensbierchen getrunken.
Doch es gab noch mehr Erfreuliches an dem Tag. Wir sind an einem Sonntag angereist und Sonntag bedeutet im
CoffeeShack: Potjie-Sunday! Dann gibt es Potjie mit einer Scheibe Xhosa Brot für lau. Der Regen weckte uns leider am nächsten Tag. Für den ersten Moment schien es so, als würde unserer Ausflug zum Hole in the Wale ins Wasser fallen. Im Grunde fiel für uns aber nur die Wanderung ins Wasser. Uns wurde ein Shuttle dorthin angeboten und da ich keine Führung durch ein Xhosa-Dorf mitmachen wollte, entschied ich mich dafür. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, denn es hatte etwas von einer kleinen Safarifahrt, vorbei an all den kleinen Häusern und über Stock und Stein zu rasen. Und unser Fahrer hatte scheinbar auch seinen Spaß, so dass ich auch mal den ein oder anderen Schlammspritzer abbekommen haben. Zurück war man dann auch rechtzeitig, um die kostenlose Surfstunde mitzumachen, was hier an Regentagen meist üblich ist.
Ich hatte schon einmal die Gelegenheit gehabt, Surfstunden zu nehmen, allerdings waren die etwas her und meine Technik ist in der Zeit etwas eingerostet. Nach kurzer Zeit war das schnell
aufgeholt, so dass ich die ein oder andere gute Welle erhaschen konnte. Die Abende in Coffee Bay werden dank einer guten Bar, wo man alles zu sehr günstigen Preisen erstehen kann, einem kostenlosen Pooltable und vielen netten Leuten nie langweilig.
Da fiel der Abschied am nächsten Tag schon recht schwer. Bevor wir uns auf nach Port St. Johns machten, ging es für die Surfbegeisterten am Morgen nochmal in die Wellen. In Port St. Johns war das für uns leider nicht möglich, da der Wassersport auf Grund der gehäuften Haiattacken nicht mehr angeboten wird. Die Surfstunde kostete uns nur 50 Rand und obendrauf gab es nach der Stunde noch ein paar gute Sandwiches – besser kann ein Tag nicht beginnen. Aber das
CoffeeShack kann noch viel mehr vorweisen: So ist es eines der Fair-Trade-zertifizierten Backpackers in Südafrika.
Ein Teil des Personals waren daher Ureinwohner, das konnte man nicht nur sehen, sondern auch bei den Kindern der Besitzerin hören. Die Kinder hatten das Glück, sich nicht all die schweren Klicklaute der
Xhosa-Sprache anlernen zu müssen – sie haben es einfach von dem Personal übernommen.

Vogelnester<br /><br />
Teil der Transkei Big FiveHole in the Wale

Port St. Johns ist ein etwas größerer Ort an der Wild Coast und war übrigens zum Teil Drehort von Blood Diamond“. Wer den Film gesehen hat, könnte hier den ein oder anderen Platz wiederentdecken. Das Jungle Monkey bot uns für die drei Nächte einen guten Unterschlupf. Auch hier holte uns die Regensaison Südafrikas wieder ein, so dass wir am nächsten Tag nicht viel machen konnten. Am Abend war dann die kleine Silvesterparty in unserem Hostel angesetzt. Mit einer kleinen traditionellen Band und einigen Flaschen Sekt wurde so in das neue Jahr hineingefeiert. Die große Silvesterparty haben wir leider nicht finden können, was sich für ein Mitglied meiner Reisegruppe und mich als sehr positiv herausstellte. Am 1. Januar standen wir eher ungewöhnlich früh auf, um den regenfreien Tag zu nutzen. Für uns beide ging es auf zum Blowing Hole und zu einem abgelegenen Wasserfall, während die anderen ausschliefen und sich den Leuchtturm ansahen.
Das 
Jungle Monkey bietet mehrere Wanderungen rund um Port St. Johns an. Zum Blowing Hole wurden wir geshuttelt, es befand sich nur unweit von unserem Backpackers entfernt und in der Nähe des Second Beachs. Beim Blowing Hole handelt es sich um ein Loch in einem Felsen an der Küste; bei sehr starkem Wellengang fängt dieses Loch an zu „blowen“ (dt.: blasen) und bringt so sehr hohe Wasserfontänen hervor. Allerdings sollte man die Kraft des Wassers nicht unterschätzen! Am Wegesrand fanden wir einige Kreuze und Gedenktafeln, die an zu leichtsinnige Besucher erinnern. Vom Blowing Hole hatte man aber auch einen guten Blick auf den vollkommen überfüllten Second Beach.
Am Neujahrstag gibt es für die schwarze Bevölkerung Südafrikas nur eins: den Strandbesuch. Das durften wir auch mit eigenen Augen wahrnehmen.
Vorbei ging es dort an einem wildem Partygetümmel und unglaublich vielen kleinen Braai und Verkaufsständen. Aber nach nur wenigen Minuten ließen wir all das hinter uns und befanden uns inmitten der wilden Natur.
Auf 
Grund des Regens der letzten Tage waren die Wege sehr durchnässt und rutschig. Darauf wurden wir vorher schon hingewiesen, konnten aber erst jetzt feststellen, was es bedeutet. Nach der ersten Flussüberquerung ließen wir dann auch unsere Schuhe für die komplette Wanderung aus und damit war es noch etwas anstrengender, sich nicht auf die Knie zu legen. Bevor wir allerdings unser großes Ziel, den Wasserfall, erreichten, wartete noch ein anderes Highlight auf uns: eine Tarzanschaukel! Einer unserer Führer zeigte uns kurz, wie es geht und schon war ich an der Reihe. Dabei war das Aufsteigen wie immer einfacher als das Herunterkommen. Bei dem Gedanken, mich barfuß auf die rutschigen Steine herabzulassen, wurde mir etwas unwohl. Zum Glück kam man mir zur Hilfe, so dass ich bald wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte. Eine Frage bleibt aber für mich ungeklärt: Wer sich die Mühe gemacht hatte und auf den Baum geklettert ist, um das Seil anzubringen?
Auf glitschigen Pfaden ging es dann weiter in Richtung des Wasserfalls. Unglaublich groß war er nicht, dafür hatte er es geschafft, sich tief in das Gestein hineinzufressen und hatte eine Tiefe von rund 
11 Metern. Erst wollte ich dem nicht so ganz trauen und ließ erst einmal andere vor, schließlich sollte der Sprung in den Wasserfall aus rund 6 Metern Höhe passieren. Als dann die anderen aber unversehrt wieder aus dem Wasser hervorgestiegen waren, wagte ich auch den Sprung und später noch den aus 8 Metern Höhe. Nach der langen Wanderung unter tropisch feuchten Bedingungen tat der Sprung in das kühle Nass gut, aber nicht nur das! Im Indischen Ozean hat man häufig keine Möglichkeiten, durch das Meer zu schwimmen, die Wellen machen das eher unmöglich. Vor dem Wasserfall konnte das aber nachgeholt werden. Das Wasser hatte sich nicht nur in die Tiefe des Gesteins gefressen, sondern hatte auch ein recht tiefes Becken ausgespült.
Nach einer kleinen Stärkung und ausreichend Wasser- und 
Sonnengenuss traten wir auch schon den Rückweg an. Inmitten des dicken Grüns hatte man während des ganzen Hinwegs die Zeit komplett aus den Augen verloren und so erschien einem der Rückweg recht kurz. Später als erwartet trafen wir wieder in unserem Backpackers ein und mussten feststellen, dass wir gute fünf bis sechs Stunden unterwegs gewesen waren. Der Plan für den Abend war, den Sundowner auf dem alten Flughafen von Port St. Johns mitzuerleben. Eine sehr gute Entscheidung! Wen auch immer es nach Port St. Johns verschlägt: Das muss man mitgemacht haben!
Auf der einen Seite erstreckt sich ein wunderschöner 
Sundowner und wenn man etwas weiterfährt, hat man einen wunderbaren Blick auf die Schlucht mit dem Flusslauf.
Noch vor 
Coffee Bay lag unser nächste Stopp, Wild Lubanzi. Wir hatten nur Gutes von dem Backpackers gehört und entschieden uns dazu, den Umweg zu wagen. Doch bevor wir uns auf den Weg nach Lubanzi machten, ging es für uns an den Third Beach im Nature Reserve. Aus diesem Grunde mussten wir auch einen kleinen Eintritt bezahlen, um in Genuss dieses schönen Strandes zu kommen, der sich abgelegen von den großen Massen befindet.
An dem Tag sollte aber nicht alles glatt gehen: Unsere Fahrerin hatte einen großen Stein am Wegesrand übersehen und sorgte so für einen platten Reifen. Unter all unseren 
gestapelten Taschen fanden wir im Auto jedoch einen Ersatzreifen. Nicht nur, dass wir alle uns in der Situation wiederfanden, nun zum ersten Mal einen Reifen zu wechseln – wir befanden uns zudem auch an einem Hang. Doch mit der Hilfe der Nature-Reserve-Mitarbeiter meisterten wir die Situation. Unseren Autovermieter mussten wir jedoch benachrichtigen und dieser teilte uns mit, wir müssten den Wagen noch am gleichen Tag auf dem Flughafen von Mthatha wechseln, weil der Ersatzautoreifen nur auf Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h ausgelegt war. 
Mit unserer vorher abgeschlossenen Vollkasko-Versicherung machte uns der kaputte Reifen später keine Probleme. Doch schweren Herzens mussten wir uns von unserem liebgewonnen Ford Fiesta verabschieden und einen Toyota nehmen, der für die restlichen Tage unser neue Begleiter wurde.
Zu viert ging es dann nach Wild 
Lubanzi. Was wir dort erlebten und wo wir uns danach so herumgetrieben haben, könnt ihr in meinem nächsten sowie letzten Bericht lesen.

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