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Teaserbild: Auf und ab im Mangfallgebirge

Auf und ab im Mangfallgebirge

Auf und ab im Mangfallgebirge

Im Spätsommer verbrachte ich drei wunderbare Wandertage im Mangfallgebirge– einem Teil der Bayrischen Voralpen. Wir starteten am Spitzingsattel und besuchten die urige Jägerbauernalm und die quirlige Wirtin Elke, genossen eine herrliche Brotzeit und weiter über Gipfel Richtung Hochmiersing. Auf dem Hochmiersingplateau übernachteten wir im Freien und am nächsten Morgen ging es weiter zur Rotwand, den Pfannengraben entlang- mit ausgiebiger Badepause -weiter zum Forsthaus Valepp (hatte leider wegen Umbau geschlossen) und von da aus einen nächsten Aufstieg zur fast schon historischen Trausnitzalm. Angekommen mit müden Beinen, legten wir eine Rast bis zum nächsten Morgen ein, verbrachten viel Zeit mit Kuh, Käse und Katze und machten uns auf zum letzten Gipfel- dem Schinder (der Berg wird seinem Namen alle Ehre) und zurück zur Trausnitzalm.

Warum das Mangfallgebirge

Mich zog es schon öfter in die Bayrischen Berge, jedoch meist nur für Tagestouren oder Wanderungen, welche immer vom gleichen Punkt starteten. Ich und meine Begleitung hatten Lust, auf eine Mehrtagestour mit Übernachtung im Freien und überwiegender Selbstverpflegung. Da uns die Jägerbauernalm und die Trausnitzalm ans Herz gelegt worden, war klar, dass wir diese Etappen in unsere Route einbauen werden. Es war Sommer und ich wollte die Nähe zum Wasser nicht missen. Das Mangfallgebirge eignet sich durch seine Seen und kleinen Flüsse (Soinsee, Pfannengraben) meiner Meinung nach hervorragend für Sommerwanderungen.

Hoch oben auf dem schindenden Schinder- hier solltet ihr trittsicher sein.In direkter Nähe zur Jägerbauernalm mit Blick zum SchlierseeDas Erwachen des Mangfallgebirges um die fünfte Stunde vom Hochmiersing aus.

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Was Ihr schon immer über das Mangfallgebirge wissen solltet: 
Das Gebirge in der Nähe der Mangfall ist nicht unbedingt das größte High-Level Gebiet. Es bietet sich an sowohl für Tages-, als auch Mehrtageswanderungen. Der höchste Berg liegt bei knapp 2000m. Im ganzen Gebiet befinden sich reichlich bewirtschaftete Hütten und gute Anschlüsse für Bus und sogar die BOB (Bayrische Oberlandbahn). Wanderwege und Hütten sind super gekennzeichnet. Falls ihr mehrere Tage unterwegs sein wollt, aber nicht im Freien übernachten möchtet, dann bietet es sich an, in den DAV einzutreten. Ihr bekommt meist nicht nur bessere Tarife, sondern auch leichter einen Schlafplatz.
Ohne Mitgliedschaft im DAV müsst ihr bei größerem Andrang den DAV-Menschen den Vortritt überlassen.

Jägerbauernalm, Jägerkamp, Taubensteinhaus
Von der Spitzingstraße startete die Tour 1,5h aufwärts zur Jägerbauernalm. Eine gemütliche, urige Alm welche von der Wirtin Elke betrieben wird. Alles läuft auf Spendenbasis und alles was ihr da angeboten bekommt, muss entweder nach oben getragen oder auf der Alm produziert/hergestellt werden. Falls ihr vom unteren Parkplatz loslauft und Platz im Rucksack habt, dann achtet auf die Holzkiste. Da befinden sich Getränke für die Alm drin und die Wirtin ist über jede Flasche dankbar, die die WanderInnen mit nach oben bringen. Auf der Alm gibt es Schweine, Kühe, Katzen und Hunde. Außerdem könnt ihr euch mit einer herrlichen Brotzeit stärken, die ausschließlich selber hergestellten Käse, Schinken, Butter und andere Leckereien enthält. Dazu gibt es wahlweise Radler, Schorle, Buttermilch oder Ayran, die letzten beiden natürlich hergestellt mit der Milch der Kühe.
Nach einer zweistündigen Pause ging es für uns weiter zum Jägerkampgipfel (wenn Platz, ins Gipfelbüchlein eintragen). Von der Jägerbauenalm bis dahin benötigt ihr bei gemütlichem Schritt etwa 1h. Vom Gipfel aus sind wir ca. eine weitere reichliche Stunde am Taubensteinhaus vorbei (eine größere Wirtschaft), schnell das Wasser aufgefüllt und dann Richtung Hochmiersing.

Hochmiersing, atemberaubender Sonnenunter- und Aufgang
Kurze Verschnaufpause irgendwo vor dem letzten Viertel, neuen Kraftstoff in Form von Energieriegeln und reichlich Wasser zu uns genommen sind dann strammen Schrittes zur letzten Etappe und unserem Naturschlafplatz: Der Hochmiersing. Wir hatten uns auf Grund der Fülle des Gepäckes gegen ein komplettes Zelt und nur für die Zeltplane entschieden. Obwohl tagsüber richtig heiß, wurde es nachts verdammt kalt und feucht. Mit der Plane haben wir uns und unsere Sachen vor der Feuchtigkeit geschützt. Falls ihr im Freien übernachten wollt, denkt an eine gute Isomatte und einen warmen Schlafsack.
Der Hochmiersing hat oben auf dem Gipfel eine relativ große ebene Fläche. Pünktlich zwei Stunden vor Sonnenuntergang waren wir oben. An Proviant hatten wir Brot, Käse, Aufstriche, Gurken, Oliven, Äpfel, Trockenfrüchte, Schoki und Nüsse, Nüsse, Nüsse dabei. Der Sonnenuntergang war fast malerisch und der Sonnenaufgang vor fünf Uhr weitaus bunter und satter. Wir haben uns regelrecht von den allerersten Strahlen aufheizen und antreiben lassen. Auf dem Gipfel habt ihr einen erstaunlichen 360 Grad Blick und könnt direkt rüber zum Wendelstein schauen.

Rotwandhaus, kein Vergleich zur gemütlichen kleinen Alm
Unseren Kram packten wir zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Rotwandhaus (ziemlich touristisch und ungemütlich groß), wir brauchten dringend Wasser und mussten somit an der Wirtschaft vorbei, um unsere Flaschen aufzufüllen. Lang bleiben möchte man da nicht wirklich, es ist teuer und unfreundlich.

Die erfrischenden Die Trausnitzalm mit Kuh Enzi.<br />
Der Rückweg von der Trausnitzalm - etwa 1,5-2h benötigt man, um zur Straße zu gelangen.

Pfannengraben, Valepp, Forsthaus
Vorräte fix aufgefüllt, ging es gemütlich einige Zeit Schotterserpentinen entlang bis zum Pfannengraben. Der Pfannengraben war mein absolutes Highlight. Man läuft und läuft und plötzlich bemerkt man ein kleines Rinnsal, welches langsam an Fülle gewinnt. Irgendwann ist dieses kleine Rinnsal so groß, dass ihr darin baden könnt. Glasklares Wasser, noch dazu lecker. Über die Jahrhunderte hat dieses Flüsschen das Gestein so ausgespült, dass sich natürliche kleine Badebecken gebildet haben, die sogenannten Pfannen, deshalb auch Pfannengraben. Der Abstieg bis zum Valepp ist also fast komplett entlang des Pfannengrabens. Somit bietet es sich an, eine erfrischende Badepause einzulegen oder die verschwitzten Klamotten durchzuspülen. Nach dem Abstieg hatten wir eigentlich vor, im Forsthaus einzukehren und uns für den weiteren Anstieg zur Trausnitzalm zu stärken.
Wir mussten aber bedauerlicherweise feststellen, dass die Wirtschaft wegen Umbaus noch bis 2017 geschlossen bleibt. Also, schnell ne kleine Brotzeit gemacht und weiter des Weges.

Trausnitzalm- mehr Natur und altes Handwerk geht nicht
Die Trausnitzalm ist eine private, sehr kleine und ziemlich alte, aber wunderschöne Alm. Strom gibt es keinen, fließend Wasser draußen an einem Hahn und die Toilette ist ein uriges Plumsklo. Zu unserer Wanderzeit wurde sie von Sarah gehütet. 14 Kühe, zwei Kälber, zwei Katzen und ca. 6 Hühner. Wieder köstlicher eigens hergestellter Käse und frischer Rahm. Da wir Sarah über Umwege kannten, konnten wir die Nacht auf der Trausnitzalm im Matratzenlager auf dem Dachboden verbringen und am Abend sogar beim Melken helfen. Das Geräusch der Kuhglocken in mitten der Berge erdet total. Um halb sechs wurden wir vom Krähen des Hahns aus den Federn geschmissen. Sarah war ebenfalls wach und hat sich startklar fürs Käsen gemacht. Wir uns für die letzte Besteigung.

Der Schinder
Der Schinder hat um die 1800m, bietet euch ein fantastisches Gipfelkreuz und einen sensationellen Ausblick, unter anderem zu den Blaubergen. Von der Trausnitzalm bis hoch auf den Schinder sind es gute 1,5 Stunden straffes Gehen. Auf der einen Seite hoch und zur anderen wieder runter. Zurück zur Alm, zu Sarah und den Tieren und nach zweistündiger Verschnaufpause zum Ende unserer Tour.

Fazit:
Ich würde diese Tour so oder so ähnlich jederzeit wieder gehen, schon allein der Pfannengraben und die hausgemachte Brotzeit auf der Alm ist es wert. Sehr empfehlenswert sowohl für Wanderanfänger, als auch für Wandererfahrene. Wenn ihr keine Lust haben solltet, euch zum Großteil aus dem Rucksack zu ernähren, könnt ihr euch die Route auch so legen, dass ihr mind. 2x mal am Tag an einer Hütte vorbeikommt. Gute Schuhe sind da A und O, die Wege sind ab und an sehr schotterig, bzw steinig. Gepäck für drei Wandertage inkl. Verpflegung und Schlafutensilien ist total in Ordnung für diese Strecke.
Also, frohes Wandern! Und vergesst nie, was uns die Natur alles ermöglicht.

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