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Teaserbild: Trekking in Hsipaw

Trekking in Hsipaw

Trekking in Hsipaw

Während einer dreiwöchigen Reise durch Myanmar können wir es kaum erwarten, den Tourismusströmen etwas zu entfliehen und entscheiden uns für eine zwei Tage lange Trekking-Tour nahe Hsipaw im Nordosten des Landes. Warum nicht länger? – In den Wäldern an der Grenze zu Palaung herrscht Krieg.

Warum Myanmar? Warum Hsipaw?

Myanmar verändert sich in einem rasanten Tempo. Wo gestern noch eine Militärdiktatur herrschte, nimmt heute ein Demokratisierungsprozess langsam, aber sicher Fahrt auf. Allerdings auch: Wo die Menschen gestern noch abgeschieden als Selbstversorger lebten, drohen sie heute vom wirtschaftlichen Aufschwung des Landes abgehängt zu werden. Um diesen Umbruch aus nächster Nähe zu erleben, mit den Menschen zu sprechen und die Schönheit der Natur zu genießen, reisen wir in die Nähe der chinesischen Grenze – nach Hsipaw im Shan-Staat.

Der Blick über Pan KamEin uralter Baum begrüßt uns im Palaung-Village Pan Kam.Der kleine Shop, wo wir geschlafen haben.

Was Sie schon immer über diese TREKKING IN HSIPAW wissen wollten…

Kämpfe zwischen Shan und Palaung
'Tun' ist das birmanische Wort für Sonne, Tuntun der Name unseres Trekking-Guides. Er sei als Säugling dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen und deshalb die zweifache Sonne, da er zweimal das Licht der Welt erblickt hat. Tuntun ist selbstständiger Guide; er gehört nicht zu einer Agentur oder einem Hotel. Das bedeutet: Wir sind nicht Teil einer großen Gruppe, sondern starten unsere Tour von Hsipaw aus zu zweit mit ihm.
Wir wollen wissen, warum wir keine längere Tour machen können. Die Antwort kommt mit einem beschämten Lächeln: „Nein, das geht nicht. Wenn wir weiter rauslaufen, befinden wir uns im Kriegsgebiet!“ Kriegsgebiet? Hier? Dabei ist alles so friedlich. Wir wandern zwischen Reis- und Senffeldern umher, durchqueren Teeplantagen und steigen in das beeindruckende Gebirge über Hsipaw hinauf – von Kämpfen zweier verfeindeter Volksstämme keine Spur.
Wir lernen viel dazu. Tuntun bringt uns einige Worte auf birmanisch und der Sprache der Palaung bei; er erklärt uns, welches Getreide, Obst oder Gemüse angepflanzt wird, wie es geerntet wird und wie man es am besten zubereitet – die Kulinarik-Nachhilfe ist gratis.
Während der Pausen trinken wir Tee, essen den birmanischen Teeblätter-Salat mit gerösteten Erdnüssen und erfahren, dass die Straße, die wir erst kurz zuvor überquert haben, die Straße nach China ist. Eine schmale, löchrige Asphaltpiste mit lauter Kurven und vielen Höhenmetern verbindet Myanmar also mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt.

Das Wetter ist traumhaft, nur nachts wird es kalt
Wir haben Glück, das Wetter hält sich. Was morgens noch eine dichte Wand aus Nebel ist, verwandelt sich im Laufe des Vormittags in einen strahlend blauen Himmel. Es wird heiß auf den letzten Metern. Etwa vier Stunden dauert die Wanderung in das kleine Dorf Pan Kam kurz hinter der Grenze des Palaung-Staates, wo wir übernachten wollen. Kaum zu fassen, dass hier eine eigene Sprache gesprochen und eine eigne Schrift verwendet wird. Ansonsten bekommen wir von der Grenze gar nichts mit. Die Häuser bestehen beinahe ausnahmslos aus Teakholz und Dächern aus Wellblech. Inmitten des Dorfes ist ein buddhistisches Kloster und ein uralter, riesengroßer Bodhi-Baum. Ein überwältigender Anblick.
Vor dem Sonnenuntergang wollen wir noch die Landschaft um das Dorf herum erkunden und so führt uns Tuntun noch ein wenig tiefer in den Palaung-Staat hinein. Doch kurz vor einem weiteren Dorf hält er an. Er sagt, kurz dahinter, etwa acht Kilometer entfernt, beginnen die Kämpfe. Viele Menschen seien geflohen nach Hsipaw oder gar nach Mandalay. Auf dem Rückweg zu dem Dorf, in dem wir auch übernachten, erzählt er uns, dass auch die Hausherren unserer Unterkunft geflohen seien und dass nur noch die beiden Töchter dort leben, um einen kleinen Shop zu betreiben. Bei der Unterkunft handelt es sich keineswegs um ein Hotel oder ein Guesthouse – es ist vielmehr ein kleines Privathaus, auf dessen Dachboden wir unterkommen.

Keine spektakuläre, aber eine wirklich schöne LandschaftDuschen unterm Wasserfall.Wer braucht schon Brücken?!

Lagerfeuer und Sternenhimmel
Nach dem Abendessen kommt Tuntun aufgeregt zu uns. Er hat Holzscheite auf dem Arm und möchte vor dem Haus ein Feuer machen. Eine tolle Idee, da ein kleines Feuerchen die Dorfbewohner anzieht und wir so manche neue Bekanntschaft machen können. Doch bei all der Aufregung vergessen wir nicht, auch mal nach oben zu schauen. Weit und breit keine Lichtverschmutzung und keine einzige Wolke am Himmel – das Sternenmeer der Milchstraße zeigt sich in seiner ganzen Pracht.

Duschen unterm Wasserfall
Der nächste Morgen wird anstrengend, da wir einen anderen Weg zurück nach Hsipaw einschlagen, der abwechselnd auf und ab geht. Statt durch Reisfelder und Teeplantagen laufen wir heute durch Maisfelder und Bananenplantagen. Das Ziel ist ein Wasserfall – zum Duschen, nicht zum baden. Zunächst wissen wir noch nicht so ganz, wie Tuntun das meint. Doch kurz darauf sehen wir ihn. Ein kleiner Fluss schießt über die Klippe hinaus und ergießt sich auf ein Felsplateau 30 Meter tiefer – und genau dort stehen wir nur kurze Zeit später. Ein gelungener Abschluss einer aufregenden Trekkingtour.

Fazit
Es ist keine einzigartige Landschaft, keine dramatische Bergkulisse und auch kein hochalpines Erlebnis, was einen in der Region um Hsipaw erwartet. Es handelt sich vielmehr um einen ausgedehnten Spaziergang. Und dennoch: Die Tour lohnt sich! Innerhalb kürzester Zeit haben wir enorm viel über Land und Leute erfahren und mit eigenen Augen sehen können. Das ist viel mehr wert als eine schöne Aussicht.

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