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Lettland: Wander- und Kanutour durch den Gauja-Nationalpark

Nach der Besichtigung der lettischen Hauptstadt Riga fuhren wir mit dem Bus in den Gauja Nationalpark und starteten von dort mit Rucksack, Zelt und jeder Menge Proviant eine viertägige Tour. Losgewandert sind wir in dem Städtchen Valmiera, von wo aus wir zunächst drei Tage zu Fuß und im Kanu auf und entlang der Gauja bis Sigulda unterwegs gewesen sind.

Im Sommer 2016 verbrachte meine Freundin ein Semester in Sankt Petersburg. Um nicht mehrfach das teure russische Visum beantragen zu müssen, trafen wir uns in Riga. Da wir neben der schönen Stadt noch einige Tage in unberührter Natur verbringen wollten, planten wir noch eine Wanderung entlang der Gauja. Meine Freundin hatte den Park schon im Vorjahr mit dem Fahrrad durchquert und schwärmte von der schönen Natur und der Ruhe entlang der Gauja und den tollen Kanustrecken. Da Riga sowohl von Leipzig als auch von St. Petersburg gut zu erreichen ist, waren wir sofort begeistert und wurden nicht enttäuscht!

Wie muss ich mir den Gauja-Nationalpark vorstellen?
Der Gauja-Nationalpark ist der älteste und größte Nationalpark Lettlands. Von der eher mäßig interessanten Stadt Valmiera aus kann man traumhafte Wege zu Fuß und auf dem Fluss bis nach Sigulda zurücklegen. Im Zentrum des Parks stößt man auf die mittelalterliche Stadt Cēsis, die auf jeden Fall eine Besichtigung wert ist. Der namensgebende Fluss Gauja fließt einmal quer durch den Park und ist an den meisten Stellen traumhaft schön. Auf einer Kanufahrt wechselt die Natur ständig zwischen schroffen Feldern, grünen Wiesen und dichten Wäldern.

Zunächst zu Fuß durch den Park
Wir sind allerdings erstmal zu Fuß gestartet, mit dem Plan, uns an einem der vier Tage ein Kanu zu mieten. Dafür sind wir mit dem Bus von Riga nach Valmiera gefahren. Dort startet der Wanderweg direkt am Fluss und führt bald darauf in den dichten Wald, immer entlang der Gauja. Die Wege sind selten anspruchsvoll, aber immer abwechslungsreich und kurzweilig. Im Park und entlang des Wegs finden sich etliche Burgen, Kirchen, Windmühlen sowie archäologische Denkmäler. Viele Strecken führen entlang des Flusses, wo sich die Möglichkeit zum Baden ergibt. Der von uns gewählte Wanderweg von Valmiera nach Sigulda war etwa 80 km lang, was wir auch mit schwerem Gepäck gut in vier Tagen bewältigen konnten.

Wo kann man auf dem Weg schlafen und sich versorgen?
Im Nationalpark finden sich Übernachtungsmöglichkeiten nach jeder Preisklasse und Vorliebe. Es gibt Campingplätze mit Sanitäranlagen, romantische Waldhütten, schicke Hotels sowie kleine, günstige Pensionen. Wir haben uns für die rustikalste Variante entschieden, das Wildcampen. Dafür gibt es entlang des Flusses extra Lagerplätze für Wassersportler. Dort kann man legal sein Zelt aufstellen und an den meisten Spots gibt es auch Tische und eine Feuerstelle. Die genauen Stellen sind in den Karten des Parks eingetragen und man kann bequem eine Tagestour (20-30 km) nach den Entfernungen richten. Für uns waren diese Spots perfekt. Man konnte an traumhaften Orten zelten, war direkt am Wasser und durfte sogar Feuer machen!
Sofern man nicht nur auf dem Fluss unterwegs ist, führen die Wanderwege immer mal wieder durch kleinere Siedlungen, wo man sich mit Wasser und Proviant eindecken kann. Ein bisschen planen sollte man diese Stopps aber schon, denn manche Wanderwege führen auch komplett an den Versorgungsmöglichkeiten vorbei.

Wie funktioniert das mit dem Kanu?
Es gibt überall entlang des Flusses Stellen, die mit dem Auto zu erreichen sind. Dort kann man sich ein Boot bringen lassen und es abends an einer vereinbarten Stelle wieder abholen lassen. Dazu finden sich viele Hinweisschilder und Flyer entlang des Weges und in den Touristeninformationen. Am besten schreibt man sich schon vorher die Nummer von einem der zahlreichen Verleiher auf und kann dann spontan entscheiden, welchen Tag man im Kanu verbringen möchte. Der ruhige Fluss bietet viele schöne Möglichkeiten zum Anlegen und Baden.

Beste Reisezeit:

Frühjahr bis Herbst. Wir waren Ende Mai unterwegs und hatten bereits herrliches Badewetter. Gegen Anfang und Ende der Saison ist der Nationalpark ruhig und man hat die Schlafstellen für sich alleine. Im Hochsommer ist laut Touristeninformation deutlich mehr Betrieb, vor allem auf dem Wasser. Außerdem hat man auch mehr mit den Stechmücken zu kämpfen.

Anreise:

Ich bin mit dem Flugzeug angereist. Von Berlin gibt es täglich Direktflüge und Fernbusse nach Riga. Vom Busbahnhof Riga gehen fast stündlich Busse nach Valmiera, die Reisezeit beträgt ca. zwei Stunden. Von Sigulda aus verkehrt stündlich ein Regionalzug zurück nach Riga. Bus wie auch Regionalbahn kosten jeweils nur wenige Euro und können bequem vor Ort gebucht werden.

Einreise:

EU-Bürger benötigen nur einen gültigen Personalausweis.

Sprache:

Die Landessprache ist Lettisch, aufgrund der großen russischen Minderheit ist die Verständigung mit Russisch ebenfalls möglich. Ein Großteil der Letten, vor allem in städtischen und touristischen Bereichen, spricht Englisch. Die Letten sind Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen und Sprachbarrieren werden notfalls mit Hand und Fuß überwunden.

Geld:

Lettland hat 2014 den Euro eingeführt.

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Auf dieser Seite sind zahlreiche Informationen über das kulturelle Angebot sowie viele schöne Informationen über Flora und Fauna zu finden. Zusätzlich kann man sich über einen Routenplaner personalisierte Wanderkarten erstellen und ausdrucken.

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Hier gibt es eine Liste der Bootsverleiher mit den Telefonnummern. Die meisten verfügen über eine eigene Webseite, so dass man direkt Preise vergleichen kann.

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Karte mit allen kostenlosen Biwakstellen.

transport
Sehr praktisch, um sich vorab über die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen zu informieren.

  • Insektenschutzmittel und Mückenspirale: Enorm wichtig! Vor allem gegen Abend sind unglaublich viele Stechmücken unterwegs, ohne Schutz macht das Lagerfeuer keinen Spaß.
  • Warme Kleidung und Regenjacke und Regenhose: Vor allem in der Nacht kann es öfter kühl werden. Aufgrund der Nähe zum Meer kann das Wetter auch mal mehrere Tage feucht-kühl bleiben.
  • Ökologisch abbaubare Seife: Die ständige Nähe zur Gauja lädt dazu ein, sich und sein Equipment nach einem langen Tag zu waschen.
  • Hobo-Kocher: Nimmt keinen Platz weg, wiegt nix und im Handumdrehen ist ein warmes Süppchen gekocht.
  • Wassersack: Da man auch mal längere Zeit abseits von Siedlungen unterwegs sein kann, ist ein ausreichender Trinkwasservorrat wichtig.

Gaujas Nacionālais parks tūrisma Karte. 1:100000. 6. Auflage (2015). Hier erhältlich.

Riga apkārtne. 1:75000. 1. Auflage (2016)

EnterGauja: Karte und Reiseführer Nationalpark Gauja (2014). Erhältlich bei den Touristeninformationen in Valmiera und Sigulda.

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Lettland (2011).

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