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Teaserbild: Die Malediven auf eigene Faust!

Die Malediven auf eigene Faust!

Die Malediven auf eigene Faust!

Die Malediven auf eigene Faust! Gut 200km im Faltboot als inselhüpfende Paddler mit Zelt, ohne Schlafsack, etwas Proviant und viel Alltag der Einheimischen aus nächster Nähe. Wir entschieden uns für eine Rundtour im Huvadhoo-Atoll, dem größten Atoll der Erde ganz im Süden der Malediven direkt am Äquator. Die Tour führt zunächst am südlichen Riff entlang (~140 km) und dann einmal quer durch die Lagune (~60 km), was eine detaillierte und intensive Planung im Vorfeld erforderte (dazu später mehr). Unbewohnte Inseln dienten als Pausenplätze in der Hängematte, Badestrände, Kokosnuss-Ernteplätze und „Indiviualressorts“. Bewohnte Inseln sind eine willkommene und interessante Begegnung mit der Gastfreundschaft der Malediver. Die Durchquerung des Atolls in der zweiten Hälfte bekommt durch den Hochsee-Charakter eine ganz andere Qualität. Vorbei ist das Schippern entlang der Inselketten, jetzt halten wir zielstrebig Kurs auf die max. 10km entfernten Inseln, die wir aber auch zwangsläufig erreichen müssen (das stellte sich mit unterschiedlichen Windbedingungen und Wellengang recht abwechslungsreich dar).

Warum die MALEDIVEN

Diese Frage erübrigt sich. Wer will nicht auf die Malediven? Es gibt kaum jemanden, der sich dem Reiz der Reduzierung auf Wasser und türkisblau entziehen kann. Nur wirkte auf uns persönlich der High-End Luxustourismus, der auf den Atollen im indischen Ozean ausschließlich möglich war, noch nie besonders anziehend. Wir träumten eher von individuellem Reisen in den Atollen und dem Entdecken der reellen Welt der Malediven und ihrer Bewohner.
2009 wurde das diktatorische Regime um Gayoom von einer demokratischen Regierung unter dem neuem Präsidenten Mohamed Nasheed abgelöst. Die Einreisebeschränkungen bzw. Trennung zwischen für den Tourismus erschlossenen Atollen und Inseln (in Form von abschlossen Ressorts) und einheimischer Bevölkerung bzw. dem Land an sich wurden aufgehoben. Die Öffnung für den Individualtourismus ist Chance für die Bevölkerung und für Besucher, was dieser entscheidende Artikel auf Spiegel online im Oktober 2010 überraschend darlegte.

Postkartenmotiv in EchtEinheimischer an DorfstraßeLageridyll am Strand

Was Sie schon immer über die MALEDIVEN wissen wollten…

Was ist so außergewöhnlich an diesem Land?
Dass es mehr Wasser als Land ist ☺ ! Von 300.000 qkm Staatsfläche sind nur 300 Land (1%). Die 1200 Inseln sind jeweils nur ein paar hundert Meter groß und ragen auch nur 2m über den Meeresspiegel. 300.000 Einwohner beherbergen alle Inseln zusammen. Auch sonst herrschen paradiesische Bedingungen: keine typischen tropischen Krankheiten (z.B. Malaria), keine gefährlichen Tiere (z.B. Haie), kaum Mosquitos, keine politischen Unruhen!

Was ist typisch „maledivisch“ ?
Jede Insel/Gemeinde lebt infrastrukturell autark (Größe durchschnittl. bis zu 2000 Einwohner). Die Häuser werden traditionell aus Korallenstein gebaut. Auf allen bewohnten Inseln findet man Hängesitzgestelle (Udoli/Joli), die für Jedermann zur Verfügung stehen und ausgiebig zum „Abmatten“ in der Hitze genutzt werden. Die Einheimischen bewegen sich gern motorisiert. Ob in Motorbooten quer durchs Atoll oder auf dem Moped über die Insel – an viel eigene körperliche Ertüchtigung denkt hier Niemand gern.
Wir werden ungläubig beäugt, als wir von unserer unabhängigen Reiseform im Faltboot berichten. Es ist ungewohnt für die Einheimischen, Individualreisende zu treffen. Nicht zu vergessen ist hierbei auch, dass der Urlaubsbetrieb ausgewählter Inseln neben dem Fischfang einen großen Teil der Arbeitsplätze für Malediver sicherstellt.
Was den Gaumenschmaus angeht, muss man sich auf scharfes Essen einstellen (nichts wird hier ohne eine ordentliche Portion Chili gekocht). Typisch sind sogenannte „Short eats“ oder „Heddika“ (Divehi). Diese kleinen frittierte Snacks aus wahlweise Teig/Reis mit verschiedenen Füllungen (meist Thunfisch oder Hühnchen) gibt es neben der herzhaft scharfen Variante auch „in Süß“. Kokosnuss und Papaya wächst hier wild, benötigt allerdings einige Tricks und Kniffe beim Selberernten…

Unsere schönsten Erlebnisse?
Neben der Postkarten-Südseelandschaft hat uns die Gastfreundschaft am Meisten beeindruckt! Zugegeben wäre es sicher ohne die nette Gesellschaft von (meist überwiegend männlichen) Einheimischen hin und wieder etwas langweilig geworden. Junge Malediver zeigten uns wie man Krabben fängt, mit Schnorchel und Flossen das eigene Abendbrot harpuniert, wie man Bethelnuss kaut, dass zum Nachtfischen ein kleines Stück gefrorener Thunfisch reicht, um einen 3kg schweren Red Snapper zu angeln und, dass das Kennenlernen fremder Kulturen für beide Seiten sehr bereichernd sein kann!
Wir schnorchelten überm Korallenriff, wurden zum ersten Tauchgang eingeladen und erfahren neben der Tradition auch junges demokratisches und fortschrittliches Denken (es kommt Hoffnung auf bei der Bearbeitung der aktuellen Probleme Müll und Arbeitslosigkeit …). Als tiefer Eindruck bleiben auch die einsamen Passagen auf dem Wasser, wo die Gedanken zwischen seichten Wellen und einer stetigen Brise ihren Lauf nehmen können.

Paddeln in den SonnenuntergangGleiten über Korallenkeine Haie aber angriffslustige Kinder ;-)Lichterspiel im WasserLager in der Lagunenahrhafter Snack und Wasserspender

Schwierigkeiten in Planung und Reisevorbereitung:
1. Entscheidung für (ein) Atoll:
Die Malediven bestehen aus einer 900 km langen Kette von 23 Atollen aus über 1200 Inseln. Die Hauptstadt Male (dicht besiedeltste Insel der Welt) liegt genau im Zentrum. Mit gut zwei Wochen Zeit im Gepäck und logistischen Einschränkungen (kein Landtransport) will eine mögliche Route gut überlegt sein!

2. Größe des Atolls und mögliche Transportbedingungen:
Nicht zu groß und nicht zu klein, ausreichend dicht beieinander liegende Inseln und eine ausgewogene Besiedlung (also auch unbewohnte Inseln) waren Voraussetzung. Schwierig gestaltet sich der Inlandstransport, ein öffentliches Transportsystem ist nämlich so gut wie nicht vorhanden! Es gibt auf den Malediven allerdings einen sehr zuverlässigen Inlandflugverkehr mit überraschend günstigen Übergepäckpreisen (80ct/kg) – entscheidend für eine Reise mit zwei Booten im Gepäck.

3. Karten zur genauen Tourenplanung
Übersichtskarten liefern die bekannten Händler Mapfox, Amazon oder der Geo Katalog. Nützlichere Angaben zur relativen, jahreszeitlichen Windverteilung und Oberflächenströmung (innerhalb der Atolle nicht relevant) liefern (wenn auch großräumlich) die sog. Monatskarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (Bibliothek versendet gern Kopien:) sowie ergänzend die Gezeitenberechungen von Programmen im Netz. Die beste Kartenquelle waren jedoch letztlich die sehr detaillierten Sattelitenbilder von Google Earth. Ein GPS-Gerät zur Reisevorbereitung und –durchführung ist wärmstens zu empfehlen! Wind und Wellengang können die gefahrene Linie deutlich beeinflussen!

4. Ebbe und Flut
Besondere Konzentration erfordert neben der Navigation auch das Einstellen auf die Gezeiten, die bei Ebbe schon mal große Flächen scharfkantiges Riff der Inseln freilegen (eine Faltboothaut verzeiht da keine Fehler). Selten begegnet man Schiffsverkehr (Einheimische nutzen motorisiert kurze Strecken quer durchs Atoll). Wir lernen abzuschätzen, wie weit wir täglich paddeln können, ohne dass uns die Naturgewalten einen Strich durch die Rechnung machen. Dabei hilft uns ungemein der ebenfalls ausgedruckt und laminierte Tidenkalender. Wichtig zu beachten sind die Gezeiten nicht nur beim Paddeln, auch die Auswahl des Schlafplatzes sollte auf Boden erfolgen, der immer trocken bleibt… (eines Nachts zelteten wir nah an einem Kanal zum Außenriff zwischen 2 nahen Inseln, dort strömte am Fluthochstand richtig Wildwasser 20cm vorm Zelt vorbei!).

Fazit:
Wir würden diese Tour jederzeit uneingeschränkt wieder machen! Dieses Land zu bereisen war durch das Klima und die Vegetation etc. einerseits unglaublich exotisch und fremd, andererseits erleichterte die Kommunikation in Englisch das Zurechtfinden und die Kontaktaufnahme zu Einheimischen ungemein. Den wahren Charakter des Landes und der Leute kennen gelernt zu haben, die Einsamkeit sagenhafter Landschaften, dramatische Sonnenauf- und untergänge genießen zu dürfen, hat uns beeindruckt!
Wichtig bleibt für uns zu sagen: diese Destination individuell zu bereisen, sollte im Vorfeld gut durchdacht und exakt geplant werden, da es die genannten Einflussfaktoren in punkto Sicherheit in sich haben können!

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