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Teaserbild: Die Westküste Afrikas mit dem Moped

Die Westküste Afrikas mit dem Moped

Die Westküste Afrikas mit dem Moped

Nachdem ich in Deutschland gearbeitet und erneut etwas Geld verdient hatte, zog es mich wieder nach Afrika. Ich wollte mein Motorrad Honda XL 600V Transalp, das immer noch unten in Kapstadt stand, entlang der Westküste zurück nach Europa bringen. Von Südafrika aus ging es weiter nach Namibia, Angola, Congo DRC, Congo
 Rep, Gabun, Kamerun, Nigeria, Benin, Togo, Burkina Faso, Mali, 
Mauretanien, Marokko, Spanien, Frankreich und letztendlich nach Deutschland.

Warum Afrikas Westküste

Warum ich die Reise entlang der 
Westküste zurück nach Europa gemacht habe? Weil das Verschiffen meines 
Motorrades nicht funktioniert hat und mir eine Beschlagnahmung der
 Maschine und hohe Import-Zollforderungen aus Südafrika drohten.

 Besonders 
reizvoll an der Westküste ist das 'Nicht-Vorhanden-Sein' von 
Zivilisation. Keine Campingplätze, keine Touristen, ja teilweise
 nicht einmal Asphaltstraßen :)




Lehmhüttendorf in Burkina FasoSchöne Kleidung ohne Strom oder fließend WasserBrücke in Angola

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Es dauerte Monate, bis ich schließlich mein 4 Tage Transitvisum für Angola erhielt. Anschließend musste ich mich sputen, da meine zuvor beantragten Congo Visa schon fast wieder abgelaufen waren. So unfreundlich und verlogen die Beamten in Angola waren, so freundlich war die Bevölkerung auf dem Land. Da in Angola immer noch zahlreiche Landmienen im Sand schlummern, verzichtete ich auf wildes Zelten, sondern fragte in kleinen Dörfchen nach, ob ich mein Zelt neben der Lehmhütte des Dorfältesten aufbauen darf.
Ich wurde immer freundlich und erstaunt eingeladen und bedankte mich mit einer Taschenlampe, einem T-Shirt oder anderen Dingen, die von Chinesischen Läden in allen großen Städten für wenige Euros angeboten wurden. Angola ist eines der reichsten Länder Afrikas. Es besitzt riesige Erdölvorkommen. Auf Grund von Korruption ist die Bevölkerung jedoch bitter arm und die Straßen und Brücken sind in einem jämmerlichen Zustand. Oft sind sie so schlecht, dass man lieber die Bahnschienen entlang hoppelt.
Entgegen vielen Warnungen wurde ich im Congo weder ausgeraubt noch ermordet. Viel mehr versuchte mir die Bevölkerung zu helfen, wo es nur ging. Auf der Fähre von Kinshasah nach Brazaville lernte ich einen Mann kennen, der etwas Englisch sprach. Ich angagierte ihn für einige Tage als Übersetzer. Er half mir dabei die Visa für Gaboun, Kamerun und Nigeria zu besorgen und ließ mich bei seinem Bruder übernachten.
Gaboun war eines der schönsten Länder, die ich bisher bereist hatte. Hier gab es noch richtigen Regenwald. Freundliche Menschen winkten mir im Vorbeifahren zu. Ich legte viele Pausen ein, um für ein paar Tage in eingen kleinen Lehmhüttendörfchen zu leben. Kamerun war dagegen schon viel zivilisierter. Es gab riesige Bananenplantagen. Trotzdem waren die Straßen nach Nigeria unasphaltiert und hatten sich auf Grund der Regenzeit in regelrechte Matschpisten verwandelt.

Tankstelle im erdölreichsten Land Afrikas: AngolaGabun: Leben mit der NaturHauptstraße in Kamerun

Da ich wusste, dass in Nigeria die Straßen wieder asphaltiert sein würden, freute ich mich auf dieses Land. Meine Freude währte jedoch nicht lange. Als ich meine Geschwindigkeit kurz nach der Einreise an einem großen Schlagloch verringern musste, sprangen plötzlich 5 Männer auf mich zu, packten mich und versuchten mein Motorrad anzuhalten. Ich gab Vollgas und entkam dem Überfall nur knapp. Geschockt und zitternd raste ich davon, als ich am Horizont einen Stern sah. Ich folgte ihm zur nächsten Niederlassung von Mercedes. Hier durfte ich mich einige Tage sicher geborgen hinter hohen Elektrozäunen erholen. Das war knapp.
Die Reise durch Benin und Togo war dagegen wieder recht entspannt. Ich erhielt meine Visa an der Grenze und konnte entspannt Richtung Norden fahren. Das Visum für Burkina Faso war mit 100 Euro recht teuer. Das Land war jedoch jeden Euro wert. Hier fühlte ich mich wieder richtig wie in Afrika. Es gab kaum Autos aber viele schöne Lehmhüttendörfchen. Überall wurde ich freundlich willkommen geheißen. Einmal durfte ich sogar ein Foto vom Dorfältesten zusammen mit dem Medizinmann machen, nachdem ich bereits einige schöne Bilder der dort lebenden Frauen gemacht hatte. Zu bedenken ist dabei, dass die Leute hier weder Strom noch fließendes Wasser hatten. Trotzdem waren alle sauber und schön gekleidet.
Mali war ebenfalls ein recht afrikanisches Land. Hier gab es sogar einen Campingplatz mit Internet, auf dem ich einige Tage verbringen konnte. Nach der Einreise nach Mauretanien änderte sich die Welt wieder komplett. Hier begann die Wüste. Es war nicht mehr so grün. Außerdem war ich hier wieder in der arabischen Welt. Da in Mauretanien kaum Benzin verkauft wird, musste ich viele Liter Reservesprit auf meinem Motorrad transportieren. Ich hatte mich jedoch bewusst dazu entschieden, nicht durch den Senegal zu fahren, da ich über die Grenze zwischen dem Senegal und Mauretanien bisher nichts Gutes gehört hatte. In Mauretanien fühlte ich mich jedoch sicher. Die Menschen waren freundlich… das Einzige das nervte, war, dass jeden Morgen um 5 Uhr die Megaphone der umliegenden Moscheen einen furchtbaren Krach veranstalteten. Zum Glück gab es Richtung Norden und entlang der Westsahara wenig Moscheen, so dass ich trotzdem ausschlafen und Kräfte für die Reise sammeln konnte.
In Marokko war ich bereits mehrfach gewesen und so kannte ich bereits einige schöne Orte, die ich erneut anfuhr. Während mir früher die Menschen hier als sehr aufdringlich aufgefallen waren, empfand ich sie nun, nachdem ich Afrika mit dem Motorrad umrundet hatte, als total unaufdringlich. So schnell kann man sich an gewisse Dinge gewöhnen *lach*
Von Marokko aus nahm ich die Fähre nach Spanien und war nach gut 8 Monaten wieder zurück in Deutschland… bis zur nächsten Reise…

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