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Teaserbild: Lykischer Wanderweg „Lykia Yolu“

Lykischer Wanderweg "Lykia Yolu"

Lykischer Wanderweg "Lykia Yolu"

In der Türkei gibt es neben Kaffee und Hotelburgen auch fantastische Fernwanderwege. Der bekannteste dürfte der „Lykische Weg“ an der Südwestküste des Landes sein. Er führt über mehr als 500 km von Fethiye nach Antalya, bietet dabei einen einzigartigen Wechsel von Bergen, Küste und Kulturstätten.

Warum Türkei

Und da man bekanntermaßen das schnöde Herbstwetter Leipzigs nicht immer gut ertragen kann, haben wir uns Ende Oktober für 10 Tage auf den Weg gemacht.

Felsengräber bei MyraBlick zum OlymposTheater Xanthos

Was Sie schon immer über die TÜRKEI wissen wollten…

Der Start:
Auf ging’s also mit dem Flieger nach Antalya, von dort gleich weiter mit dem Bus ganz nach Westen, nach Fetiye. Wir hatten dort ein günstiges Hostel vorbestellt, so wurde uns netterweise auch um ein Uhr nachts noch geöffnet, wir konnten schlafen und am nächsten Morgen gleich los. Mit dem Dolmus (türkische Sammeltaxis) zum Startpunkt des Weges, der mit gelben Schildern und roten Markierungen ausgeschildert ist.

Orientierung:
Für ein wenig Verwirrung sorgte bei uns noch die Tatsache, dass rote Pfeilspitzen (in etwa so was: >) nicht meinten, in Richtung der Spitze zu gehen, sondern eine Kurve, ein Abbiegen in Richtung des unteren Zeichenendes bedeuten. Und ja, der Weg ist größtenteils gut markiert, aber eben nicht immer. Dann hilft in vielen Fällen ein Blick ins Buch (unerlässlich: Kate Glow: The Lycian Way). Hier wird Etappe für Etappe beschrieben, wo es langgeht, teilweise anhand von Auffälligkeiten in der Natur oder eben der Bebauung. Die Karte im Buch ist auch gut, hilft aber nicht an jeder Kreuzung. Wenn also wirklich kein Zeichen an der Kreuzung zu finden ist, half uns nur die Trennung, bis einer von uns den Weg gefunden hatte und den anderen rufen konnte. Das hat – trotz der Tatsache, dass sich natürlich auch in der Türkei ordentlich was ändert, Straßen, Wege, Gebäude neu entstehen und Landschaften sich verändern – nie zu wirklichen Problemen geführt.

MyraDer Morgen danach - Ölü DenizLagerfeuer am Hirtenrastplatz bei Ölü Deniz

Die Tour:
Wir sind also von Fethiye aus los und wurden schon bald im „Geisterdorf Karakoy“ mit der türkisch-griechischen Geschichte konfrontiert. In den folgenden Tagen gab es einen Mix aus Bilderbuchstränden, manchmal gut besucht, manchmal fast verlassen, schroffen Bergmassiven, die zu erklimmen waren, Olivenhainen, Dörfern mit netten Menschen und nicht so netten Hunden und jede Menge Kulturerbe: die Feuer von Chimaira nahe Olympos zählten für uns ebenso zu den kulturellen Highlights wie die Felsengräber von Myra, oder der Strand und die Ausgrabungsstätte von Phaselis.
Den gesamten Weg kann man wohl in 4-5 Wochen schaffen, soviel Zeit hatten wir aber nicht. Wir haben uns auf den ersten Teil konzentriert und im zweiten Abschnitt einige Strecken mit dem Dolmus überbrückt. Und wenn man den gerade verpasst hatte (und er halt nur einmal am Tag fuhr), funktionierte auch Trampen ganz gut.
Das eigentliche Erlebnis waren für uns aber die Wanderungen in einer sagenhaften Landschaft. Die lykische Küste ist recht steil, so dass man teilweise lange An- und Abstiege in Kauf nehmen muss, man wird aber mit Ausblicken erster Klasse entlohnt, kleinen türkisblauen Buchten und beinahe unberührter Natur.
In der Türkei ist Wildcampen erlaubt, so dass wir unterwegs – bis auf eine Ausnahme in Olympos, wo es Baumhäuser und kleine Pensionen gibt – im Zelt geschlafen haben. Alte Hirtenrastplätze und Olivenhaine bieten sich hierfür super an. Es funktioniert wohl auch, die Routen so zu planen, dass man abends immer an einer Unterkunft ankommt. Das spart Gepäck und die manchmal etwas länger dauernde Suche nach einem Schlafplatz (der steinige Untergrund kann für sensible Rücken ein Hindernis sein). Da aber in der Karte Wasserstellen eingezeichnet sind und man auch fast jeden Tag an einem Dorf vorbeikommt, muss man nicht die Verpflegung für die ganze Zeit auf dem Rücken tragen.

Fazit:
Unserer Meinung nach einer der schönsten Fernwanderwege überhaupt, durch Routenoptionen und Abstecher für Sportwanderer ebenso geeignet wie für Genussmenschen. Gut ausgeschildert und im Gegensatz zu manch europäischen Fernwanderwegen kein bisschen überlaufen.

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