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Teaserbild: Testbericht Salewa Alpine Hut IV

Testbericht Salewa Alpine Hut IV

Das Salewa Alpine Hut ist ein fĂŒr vier Personen ausgelegtes, doppelwandiges Zelt in Hybridkonstuktion. Ich nenne es jedenfalls Hybrid, da es in der Konstruktion sowohl die sich im First kreuzenden 2 GestĂ€nge eines Kuppelzeltes als auch weitere sich kreuzende GestĂ€nge der GeodĂ€t-Bauweise vereint. Das GestĂ€nge besteht aus Aluminium und es sind insgesamt 5 Stangen. Das Außenzelt besteht aus stabilem Polyestergewebe mit einer Polyurethanbeschichtung. Salewa hatte uns das Alpine Hut IV vor der Saison zur VerfĂŒgung gestellt und es kam Mitte Oktober im Karwendel-Gebirge auf unserer Testtour im Einsatz.

Zum Aufbau

Der Packsack ist von seinen Maßen her ausreichend groß genug, um Zelt, Boden, Heringe und das GestĂ€nge stressfrei darin verstauen zu können. Eines kann man schon einmal vorweg nehmen: FĂŒr die komplex wirkende Konstruktion des Zeltes mit der sich mehrfach kreuzenden GestĂ€ngefĂŒhrung gestaltete sich der Aufbau extrem einfach. Nur beim ersten Mal sollte man etwas mehr Zeit einplanen, denn das Zelt kommt in seinen Einzelteilen (Außenzelt, Innenzelt, Boden) aus dem Packsack.

Das Zelt lĂ€sst sich sicherlich auch mal alleine aufbauen, aber besser fĂŒr’s GestĂ€nge (im Hinblick auf die Langelebigkeit) ist es, das Zelt zu zweit aufzustellen. Das „biegt“ die Bögen etwas gleichmĂ€ĂŸiger. Die GestĂ€nge sind zur schnellen Orientierung passend zu den KanĂ€len farbig markiert und die GestĂ€ngekanĂ€le sind durchgĂ€ngig vernĂ€ht. Das heißt: An den Kreuzungspunkten muss nicht zusĂ€tzlich gefĂ€delt werden, wie man es von anderen Zelten kennt. Außerdem sind die KanĂ€le groß genug, um das GestĂ€nge einfach und schnell und auch bei feuchten Außenbedingungen durchschieben zu können.


In der Praxis

Was gleich zu Anfang sehr positiv auffiel, war der großzĂŒgig bemessene Vorraum des Alpine Hut IV. Wir belegten das Zelt zwar nur zu zweit, aber es war offensichtlich, dass der Platz in der Apsis auch das GepĂ€ck von 4 Personen locker aufnehmen können wĂŒrde. Der Vorraum wird durch einen Boden aus robuster Nylonplane abgedeckt, die sich auch unter dem Boden des Innenzeltes fortsetzt. Somit ist man bei grobem Untergrund gut vor durchstechenden Steinen oder Zweigen geschĂŒtzt. In unserem Fall stand das Zelt auf hartem, mit Steinen durchsetzten Waldboden, wo uns der doppelte Zeltboden sehr gelegen kam. Zudem besitzt der Vorraum zwei abdeckbare Fenster, die bei Bedarf zusĂ€tzliches Licht ins Zelt lassen.

Der Eingang des Salewa Alpine Hut IV ist mir auch positiv in Erinnerung. Er wird zum Schutz vor Niederschlag noch mal durch einen Bogen vom Außenzelt ĂŒberspannt und ist dadurch ein StĂŒck zurĂŒckgesetzt. Nur, wenn der Regen sehr schrĂ€g fĂ€llt, kann hier NĂ€sse in den Vorraum gelangen. Beim Eingang an sich gibt es dann zwei Optionen: Entweder öffnet man den mittleren Reißverschluss, welcher einen schmalen und hohen Eingang zum Zelt gewĂ€hrt, oder man entscheidet sich fĂŒr die große Variante und öffnet mit dem zweiten Reißverschluss den Eingang ĂŒber die gesamte Breite des Vorraums. Diese Variante empfiehlt sich sicherlich vor allem bei schönem Wetter und gewĂ€hrt Panorama-Ausblicke aus dem Innenzelt heraus.

Das Innenzelt des Alpine Hut IV ist trapezförmig geschnitten und aus geschlossenem Polyestergewebe. Zur RĂŒckseite des Zeltes hin ist es im oberen Bereich aus Meshgewebe gestaltet, was eine bessere BelĂŒftung schafft. Was mir hier sehr gut gefallen hat, war die ĂŒberragende Kopffreiheit nach oben. Im Innenzelt konnte ich bei einer KörpergrĂ¶ĂŸe von 1,77 m in der Mitte gebĂŒckt stehen! Zum Boden hin gibt es an den Seiten großzĂŒgige Taschen fĂŒr Kleinigkeiten. FĂŒr uns zwei Personen bot das Innenzelt wĂ€hrend der zwei NĂ€chte mehr als ausreichend Platz. Auch fĂŒr 3 Personen bietet es ein großzĂŒgiges Raumangebot und nimmt auch noch AusrĂŒstung auf. Bei 4 Personen wir es im Innenzelt schon kuschliger und wenn es sich um 4 sehr lange Menschen handelt, kann es hier eng werden. Das liegt hauptsĂ€chlich an der Trapezform des Innenzeltes, welche an den Seiten eher kĂŒrzeren Personen Platz bietet, wenn die Mitte belegt ist. Meinem Eindruck nach ist das Innenzelt vom Platz her ideal fĂŒr 3 Erwachsene oder eine Familie mit zwei Kindern. 4 Erwachsene mĂŒssen beim Benutzen mit AbzĂŒgen beim Komfort rechnen.


Die BelĂŒftung erfolgt auf der RĂŒckseite des Alpine Hut IV ĂŒber eine grĂ¶ĂŸere Öffnung oben im Außenzelt. Diese wird zum Schutz vor Regen von einer extra Plane ĂŒberspannt. Hinter der Öffnung gibt es beim Innenzelt den schon erwĂ€hnten Mesheinsatz. Eine weitere, explizite BelĂŒftungsöffnung gibt es nicht. Hier muss man dann den Reißverschluss des Außenzelteingangs öffnen, um die entsprechende Zirkulation zu gewĂ€hrleisten. Wir hatten bei unserem Test nach einer Nacht mit ein paar Stunden Regen am nĂ€chsten Morgen eine vertrĂ€gliche Menge Kondensfeuchtigkeit auf den Innenseite des Außenzeltes, die auch nach dem Aufstehen schnell wieder trocknete. In der anderen Nacht hatten wir einen warmen Föhnwind und somit am nĂ€chsten Morgen auch kaum Kondensation. Über die Feuchtigkeitsentwicklung mit mehr als zwei Personen im Zelt und bei lĂ€ngerem Regen kann ich leider keine Aussage treffen.

Eine Besonderheit des Alpine Hut IV ist die doppelte Bodenlösung aus Polyethylen. Einer der beiden Böden ist als reine Zeltunterlage in den Maßen des Vorzeltes geschnitten und an einer Seite am Innenzelt angenĂ€ht. Kein Problem beim Aufbauen. Außerdem lĂ€sst sich der Zeltboden im Eingangsbereich im Vorzelt zurĂŒckschlagen und stolperfrei zusammenrollen. Das durchgehende Groundsheet, ebenfalls aus Polyethylen, passt komplett unter das Innen- und das Vorzelt und kann mittels Knebelknöpfen am Zelt befestigt werden. Das ist nicht kompliziert und wenn man will, könnte man das Groundsheet auch zu Hause lassen und somit Gewicht einsparen.

 

Fazit

Das Salewa Alpine Hut IV ist ein gerĂ€umiges Zelt fĂŒr 3 Personen mit komfortablen Isomatten oder kleine Familien mit einigem GepĂ€ck. 4 Personen mĂŒssen halt mehr kuscheln und dĂŒrfen nicht alle „lange Kerls“ sein! Ideal als mobiles Heim fĂŒr Bootstouren oder als Basecampzelt fĂŒr Bergtouren. Durch die Hybrid-Konstruktion ist es sehr stabil und trotzt (vermutlich) auch stĂŒrmischem Wetter (war unter den Testbedingungen nicht wirklich auszuprobieren). Der durchgehende Unterboden schĂŒtzt das Innenzelt effektiv auf schlechteren UntergrĂŒnden.

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