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Teaserbild: Das Black Yak Hariana Jacket im Test: Weniger Dampf braucht der Körper!

Das Black Yak Hariana Jacket im Test: Weniger Dampf braucht der Körper!

Das Hariana Jacket steht beim Hersteller Black Yak für maximale Atmungsaktivität. Wie bei allen Produkttests stelle ich mir auch hier dieselbe Frage: Braucht die Welt dieses Ding wirklich? Ist nicht vor allem im Bereich der 3-Lagen-Jacken schon jeder Halm abgegrast? Werfen nicht die Firmen nur noch leicht modifizierte Kopien von bereits Vorhandenem auf den Markt und verkaufen es als Innovation? Ich durfte mich über 2 Monate mit dem Black Yak Hariana Jacket auf Antwortsuche begeben und wurde trotz meiner Skepsis positiv überrascht. Um das Hariana zu testen, habe ich die Hardshell-Jacke auf Kletter- und Wandertouren durch die Fränkische Schweiz, den Schwarzwald und den Thüringer Wald mitgenommen und hatte sie anschließend noch einen Monat lang im feuchten Leipziger Herbst und Winter bei allen täglichen Fahrradfahrten an.

Bevor ich in meine konkreten Erfahrungen mit dem Hariana Jacket starte, hier erstmal etwas über den Aufbau und das Einsatzgebiet der 3-Lagen-Jacke. Black Yak baut das Hariana vor allem für den sehr aktiven Einsatz. Sie selbst beschreiben sie als Midlayer-Jacke, die besonders dafür verantwortlich ist, den Wind draußen zu halten und dennoch sehr stark atmungsaktiv zu sein. Kennerin und Kenner werden mir jetzt sicher zurufen, dass es doch genau für diesen Zweck schon Softshelljacken gibt! Und die halten mit ihrer Imprägnierung auch ganz gut mal einen Regen aus. Was macht das Hariana Jacket also so besonders und was grenzt es von einer normalen Softshell ab?

Ganz einfach: Die Wasserdichte. Jede Softshell ist nach einer Stunde Starkregen durch und ist somit als pure Regenjacke nur sehr bedingt zu gebrauchen. Deswegen hat Black Yak nach einer Lösung gesucht, um eine extrem atmungsaktive und leichte Jacke zu bauen, die aber trotzdem als Bollwerk gegen Regen und Unwetter bestehen kann. Hinbekommen hat es der Hersteller, indem er ein 3-Lagen-Laminat mit einer GoreⓇ-WindstopperⓇ-Membran und einem Rain-Resistance-Außenmaterial hergestellt hat. Die von Black Yak verbaute Gore-Variante wird ab 2019 als GORE-TEXⓇ Infinium™ in Umlauf kommen, ist aber im Grunde dasselbe. Der Unterschied zu einer „normalen“ GORE-TEXⓇ-Membran ist hierbei, dass bei der GoreⓇ-WindstopperⓇ-Membran (= GORE-TEXⓇ Infinium™) auf die körperseitig anliegende Polyurethan-Schicht verzichtet wird. Diese dient bei anderen 3-Lagen-Jacken als Schutzschicht, um die Membran vor Verschmutzung zu schützen. Allerdings schränkt sie auch die Atmungsaktivität des Laminats ein. Aus der verbauten Membran GORE-TEXⓇ Infinium™ resultiert bei dem Hariana Jacket also die stark erhöhte Atmungsaktivität, allerdings ist es bei der Membran auch besonders wichtig, die Jacke regelmäßig zu waschen, um die Funktionsweise aufrecht zu erhalten. Sprich: Die Jacke sollte noch öfter gewaschen werden als eine gewöhnliche Hardshell.
Ein weiterer Kniff ist die YAK-SEAL™-Technologie. Hierbei wird ein bestimmtes Futter an dem Kapuzen-, Ärmel- und Jackensaum verarbeitet, das ein Eindringen von Nässe verhindert.

Auch der restliche Aufbau des Hariana Jacket ist gut durchdacht und auf einen sehr aktiven Gebrauch beim  Wandern, Trekken, Skifahren und alpinen Klettern abgestimmt. Die Hardshell besitzt zwei Unterarmreißverschlüsse, um die Luftzirkulation innerhalb der Jacke noch weiter zu unterstützen. Die Kapuze ist helmtauglich und auch die Anordnung der Taschen ist auf den alpinen Gebrauch gemünzt. Die Jacke besitzt zwei sehr üppige Brusttaschen und keine klassischen Seitentaschen – eine Bauweise, die mir bei Black Yak sehr gefällt, denn so kann man die Jacke ohne Probleme mit Klettergurt oder Rucksack mit Hüftgurt tragen und kommt trotzdem an alle Taschen ohne Einschränkung ran. Für die Wintersportler sind vor allem der herausnehmbare Schneefang und die Skipasstasche am linken Oberarm erwähnenswert. Aber nun genug zur Theorie! Wie verhält sich denn nun das Ganze im richtigen Leben?

Leider und glücklicherweise wurde ich auf den Wander- und Klettertouren mit nur sehr, sehr wenig Regen gesegnet, weshalb es zunächst schwierig war, wirklich stichhaltige Erkenntnisse zur Wasserdichtheit zu bekommen. Wind und Aktivität gab es aber natürlich trotzdem, weshalb ich dann einfach meine Softshell gegen das Hariana Jacket eintauschte. Und egal, ob es nun beim Sichern am kühlen, fränkischen Felsen oder auf den Gipfeln des Schwarzwaldes war: Die Winddichtheit war in jedem Fall 100 %, was allerdings bei einer GoreⓇ-WindstopperⓇ-Membran auch zu erwarten ist. Der interessante Teil ist tatsächlich die hohe Dampfdurchlässigkeit. Hier liegt das Hariana Jacket Längen vor anderen 3-Lagen-Regenjacken, die ich bislang verwendete. Und auch wenn ich die Regendichtigkeit auf dieser Tour zunächst nicht testen konnte, bot die glühende Sonne gute Bedingungen, um den Dampfdurchlass auf eine harte Probe zu stellen. Selbst bei sonnigen, steilen Aufstiegen – von denen es im Schwarzwald so einige gab – konnte ich das Hariana Jacket tragen, ohne unendlich zu schwitzen. Wenn es dann trotz des sonnigen Wetters doch mal zu warm wurde, öffnete ich einfach die Unterarmreißverschlüsse. In diesem Punkt konnte ich also schon einmal ein sehr positives Zwischenfazit ziehen, denn im Vergleich zu herkömmlichen 3-Lagen-Jacken hat diese hier im Bereich Atmungsfreudigkeit bei weitem die Nase vorn.

Aber wie sieht es denn nun mit der Wasserdichtigkeit aus, die ich leider auf meiner Tour zunächst nicht testen konnte? Da ich in Leipzig ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs bin und sich das Wetter gegen Jahresende dann doch einmal Richtung „nass und eklig“ wandelte, waren dann endlich doch geeignete Testbedingungen gegeben. Und auch hier überzeugt das Hariana Jacket auf allen Kanälen. Auch bei sehr starkem Regen im Leipziger Fahrrad-Alltag erfüllte die Regenjacke die Anforderungen wie eine normale 3-Lagen-Jacke. Alles war komplett dicht und durch die YAK-SEAL-Technologie™ kommt tatsächlich weniger Feuchtigkeit über die Handgelenken in das Innere der Jacke – ein Fakt, der mich vor allem beim Fahrradfahren absolut überzeugt hat. Und auch hier muss man die Atmungsaktivität erwähnen: Selbst bei sehr schweißtreibenden Fahrten bei hohem Tempo transportierte das Hariana Jacket den Dampf zuverlässig von innen nach außen und verschaffte dem Körper im Test ein angenehmes Klima.

Das Hariana Jacket von Black Yak überzeugte mich im Test durch überragende Atmungsaktivität und verlässliche Wasserdichtigkeit. Auf dem Markt der 3-Lagen-Jacken scheint also doch noch nicht jeder Apfel gepflückt zu sein. Black Yak hat noch eine Nische gefunden, um ein bestehendes Konzept zu verbessern und verschiedene Anwendungsgebiete miteinander zu verbinden. Die Jacke ist für all jene, die sehr aktiv unterwegs sind – egal, ob am Berg, auf Wanderwegen oder in der Stadt – hervorragend geeignet

Pro
+ überragende Atmungsaktivität (!)
+ komplett wasserdicht
+ sehr angenehme Passform
+ herausnehmbarer Schneefang

Contra
– die PTFE-Membran ist nicht gerade umweltfreundlich
– die Membran GORE-TEXⓇ Infinium™ (ehemals GoreⓇ-WindstopperⓇ)  erfordert gewissenhafte, regelmäßige Pflege

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