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Teaserbild: Testbericht: Kakteen, Zitronen und Yoga – Entspannt reisen mit dem Millican Fraser the Rucksack 32 L

Testbericht: Kakteen, Zitronen und Yoga – Entspannt reisen mit dem Millican Fraser the Rucksack 32 L

Mit dem Fraser the Rucksack 32 L hat Millican einen Rucksack konstruiert, der die Lücke zwischen Wander- und Alltagsrucksack schließen soll. Isabel vom tapir-Testteam hat das Retro-Modell für ihre 3-wöchige Tour nach Spanien entführt und ihm dabei deutlich auf den Zahn gefühlt. Der Test zeigt, dass Millican hier vieles – wenn auch nicht alles – richtig gemacht hat. Mehr zum Fraser the Rucksack 32 L gibt’s hier im Erfahrungsbericht!

Im Februar ist das Wetter in Leipzig ja bekanntlich eher mittelmäßig, deswegen wollte ich dieses Jahr lieber ein paar Wochen in Spanien Sonne tanken. Für meinen Aufenthalt hatte ich mir einiges vorgenommen: ein paar Tage Valencia als Städtetrip, ein paar Tage an der Costa Blanca am Meer und schließlich eine Woche Yoga und Wandern in einem kleinen Dorf im Hinterland. Zwischendurch wollte ich immer mal wieder vom Laptop aus noch ein wenig arbeiten. Mein 15“-Arbeitslaptop, normale Kleidung und Sportklamotten, Reiseführer, Yogamatte und Wanderschuhe – das alles musste mit. Und da ich außerdem mit Ryanair nach Spanien fliegen würde, sollte das alles auch noch als Handgepäck durchgehen. Da ich absolut kein Fan von Ziehköfferchen bin und außerdem Wanderungen, Radtouren und Stadtausflüge plante, kam mir der Millican Fraser the Rucksack 32 L gerade recht.

Mit seinen Maßen von 55 x 28 x 23 cm (H x B x T) geht Millicans Fraser the Rucksack 32 L noch als Handgepäck durch, verschenkt dabei kaum Volumen und ist mit ca. 1.300 g auch verhältnissmäßig leicht. Besonderheiten des als Allzweckrucksack beworbenen Rucksacks sind sicherlich sein Look und die verwendete Materialien. Das im Hauptmaterial (62 %) und Futter (100 %) verarbeitete Polyester ist zu hohen Anteilen recycelt (57 % recycelt beim Hauptmaterial, 100 % beim Futter). Zusätzlich zu seinem Polyesteranteil besteht das Außenmaterial (Millican Bionic® Canvas) zu 38 % aus Baumwolle und besitzt eine Imprägnierung aus Paraffin-Wachs. Dadurch ist der Rucksack wasserabweisend und auch dem ein oder anderen Regenschauer gewachsen. Das Material verändert sich mit der Zeit und entwickelt eine Patina, was den rustikalen Look zusätzlich unterstreicht. Bei den Schnallen hat Millican statt Plastik gehärtetes Aluminium gewählt.
Neben dem durchaus geräumigen Hauptfach, das über eine Innentasche für ein großes Trinksystem oder einen Laptop mit bis zu 17‘‘ verfügt, gibt es zwei längliche Seitentaschen, die dank eines elastischen Bandes auch Platz für größere Flaschen oder Ähnliches bieten. Da diese Taschen auf den Fraser aufgesetzt sind, ergibt sich zwischen ihnen und restlichen Rucksack noch ein kleines Schubfach, auf das man von oben zugreifen kann. In der linken Seitentasche verstecken sich außerdem noch kleine Organizer-Fächer. Das große Hauptfach lässt sich mit einem Kordelzug verschließen und mit einer Klappdecke abdecken, die sich mit einem Aluminiumhaken in ein aufgenähtes Band auf der Vorderseite einhaken lässt. Auch der breite Hüftgurt lässt sich mit einer Aluminiumschnalle schließen. Auf ihm befinden sich zwei weitere Reißverschlusstaschen, in denen Handy oder Geldbörse Platz finden. Viele kleine Details machen Fraser the Rucksack 32 L allzwecktauglich – der Hüftgurt und der Brustgurt lassen sich entfernen, er verfügt über kleine, versteckbare Laschen, um Wanderstöcke einzuhängen, und über einen kleinen, versteckbaren Reflektorstreifen für bessere Sichtbarkeit beim Fahrradfahren. Zu guter Letzt gibt es seitliche Kompressionsriemen und einen verstärkten Tragegriff sowie ein kleines, verstecktes Reißverschlussfach am Rücken für Wertsachen oder Schlüssel.

Mein Gepäck (15“-Laptop, Kleidung, Sportklamotten, Yogamatte und Wanderschuhe) passte locker in das geräumige Hauptfach des Fraser. Meinen 15- Zoll-Laptop konnte ich bequem in der großen Innentasche unterbringen, die auch bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen leicht zugänglich war. Eine der länglichen Seitentaschen zweckentfremde ich für meine Reiseyogamatte, die ich zusätzlich mit einem der Kompressionsriemen fixierte. Das hat sehr gut funktioniert.
Am Flughafen bekam ich mit Blick auf die kleinen Ziehköfferchen der anderen kurz Bammel, ob der Rucksack nicht doch zu groß wäre, aber er passte problemlos in den Ryanair-Aufsteller und später ins Gepäckfach. Auf 55 cm Höhe gepackt war noch nicht das gesamte Potential des Fraser the Rucksack 32 L ausgeschöpft. Das kam mir zu Gute, als ich in Spanien aus dem Flieger stieg und erstmal eine Jacke ausziehen musste, die dann noch problemlos ins Hauptfach passte.
Positiv fiel mir beim Reisen direkt der Tragegriff mit Lederverstärkung auf, der sich immer wieder als praktisch erwies, wenn es galt, den Rucksack in Gepäckfächer von Zügen oder Flugzeugen oder überhaupt irgendwohin zu hieven.

Der gepolsterte und abnehmbare Hüftgurt des Fraser the Rucksack 32 L saß gut und fühlte sich angenehm an. Die kleinen Taschen auf dem Hüftgurt waren sehr praktisch und haben eine gute Größe für Kleinkram wie Boardingpass, Fahrkarten, Smartphone oder Geldbeutel. Erstmal gewöhnen musste ich mich allerdings an den Mechanismus der Aluminiumschnallen und bei den ersten paar Malen dauerte es noch ein bisschen, bis ich ihn beherrschte. Etwas später gelang mir das Lösen lässig mit einer Hand und auch für das Verschließen benötigte ich nicht mehr Zeit als für eine vergleichbare Steckschließe aus Plastik.
Auch an den Mechanismus der Schnalle, die das Hauptfach verschließt (nicht ganz stufenlos), gewöhnte ich mich bald. Ein bisschen größere Probleme bereiteten mir die zwei anderen Aluminium-Schnallen, die die Seitenfächer verschließen. Da es mir dann irgendwie doch zu doof war, sie ständig zu bedienen, ließ ich sie einfach offen. Das vereinfachte den Zugriff auf meine Wasserflaschen deutlich. Die Gurte des Fraser the Rucksack 32 L sind gut vernäht und mit einem Band fixiert, sodass trotzdem nichts nach unten baumelte. Auch für den Brustgurt hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht. Er lässt sich ebenso wie das Hauptfach verschließen, indem eine Aluminiumschnalle in ein stufenweise abgenähtes Band eingehakt wird. Das funktioniert soweit ganz gut, wenn man aber unterwegs die Höhe des Brustgurts verändern will, muss man den gesamten Rucksack absetzen, den Gurt entfernen und eine Stufe darunter oder darüber wieder einsetzen.
Das Bepacken des Hauptfachs ist durch die praktische, große Öffnung schnell gemacht. Der Klappdeckel ist recht großzügig bemessen; wenn man den Fraser the Rucksack 32 L aber komplett bis oben auslasten möchte, reicht er nicht ganz, um den kompletten Inhalt abzudecken.

Für meine Touren durch die Stadt nahm ich den Hüftgurt ab. Als klassisches Daypack ist Fraser the Rucksack 32 L eher groß; um sich mit Laptop und Kamera auf die Suche nach einem Café zum Arbeiten zu machen, leistete er aber gute Dienste und sah schick aus (dass diese Cafés dann in Spanien zwischendrin mal drei, vier Stunden schließen, ist eine andere Geschichte …). Dank Hüftgurt und Rückenpolsterung saß der Rucksack auch bei Wanderungen im Vall de Gallinera, beim Fahrradfahren oder bei voller Beladung mit um die 9-10 kg sehr gut. Da es auf meiner kurzen Reise kein einziges mal geregnet hat, kann ich leider nicht kommentieren, wie sich das gewachste Material bei schwierigen Witterungsbedingungen verhält. Bei strahlendem Sonnenschein am Strand fühlte sich Millicans Bionic® Canvas jedenfalls ziemlich gut an. Es ist sehr wertig verarbeitet und leicht abwaschbar. Nach meinem 3-wöchigen Urlaub hatte es tatsächlich schon ein bisschen hübsche Patina angenommen, sich aber nicht wesentlich verändert.

Der Millican Fraser the Rucksack 32 L hat mit mich in Spanien zuverlässig von Flugzeug über Zug, Auto, U-Bahn, Bus und Fahrrad begleitet und in den Bergen, in der Stadt und am Strand seine Wandlungsfähigkeit bewiesen. Mit seiner Größe geht er noch gut als Handgepäck im Flugzeug durch und der verstärkte Tragegriff ist eine tolle Unterstützung bei der Handhabung. Wer an Plastiksteckschließen gewöhnt ist, wird sich erstmal umgewöhnen müssen. Wenn man von vornherein einen reinen Wander- oder Stadturlaub plant, gibt es sicherlich noch andere Lösungen – als praktisches Zwischending war dieser Allrounder aber unschlagbar und sah dabei auch noch verdammt schick aus!

Das hat mir gefallen:

  • geht als Handgepäck durch
  • ist beim Tragen bequem und gut zu befüllen
  • Tragegriff ist sehr praktisch und verbessert die Handhabung
  • abnehmbarer Hüftgurt mit hilfreichen Fächern macht den Fraser wandelbar
  • bei Bedarf schneller Zugriff auf Laptop (z. B. bei Sicherheitskontrollen am Flughafen)
  • Seitentaschen sind geräumig, z. B. groß genug für eine dünne Yogamatte
  • hoher Anteil an recyceltem Polyester
  • sieht wirklich sehr schick aus

 

Das fand ich nicht so optimal:

  • eine zusätzliche Tasche im Deckel hat mir gefehlt
  • die Aluminium-Schnallen der Seitentaschen sind umständlich zu bedienen
  • ebenso beim Brustgurt – das Verstellen könnte hier einfacher gelöst sein

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