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Lastenschlepper & Arbeitstier – Der Mystery Ranch Terraframe 3-Zip 50 im Test

Der Terraframe 3-Zip 50 ist das stolze Flaggschiff der amerikanischen Innovations-Schmiede Mystery Ranch. Der Trekkingrucksack unterscheidet sich durch ein ausgeklügeltes, wandelbares Tragesystem maßgeblich von allen anderen Modellen auf dem Markt. Leo vom tapir-Testteam hat sich das Schmuckstück näher angeschaut und es auf mehrere kleine Touren in den Wald entführt. Wer sich für Innovationen aus dem Outdoor-Markt interessiert: Bitte sehr!

Der Terraframe 3-Zip 50 von Mystery Ranch ist kein unauffälliger Rucksack. Ursprünglich für’s Militär, Rettungseinsätze und die Jagd entwickelt, bringen die Spezialisten von Mystery Ranch ihr OVERLOAD-Feature jetzt auch auf den Outdoor-Markt. Somit ist der Zugang frei für alle, die große und vor allem sperrige Lasten durch unwegsames Gelände oder auf weiten Strecken transportieren wollen oder müssen.

Mit 2.300 g bringt der Terraframe 3-Zip 50 schon ein stattliches Eigengewicht mit, was dem robusten 330 D Lite Plus CORDURA®-Material geschuldet ist. Das sollte aber keinen abschrecken, der nach einer Möglichkeit sucht, seine Grundausrüstung plus weiteres Material bequem über lange Strecken zu transportieren. Ich fand im 50 Liter großen Hauptfach genügend Platz, um das Notwendigste für mindestens 5 Tage mitzunehmen. Leider bietet der Terraframe 3-Zip 50 drinnen nur eine Einschubtasche für Trinkblasen, aber keine weiteren Organisationshilfen, was das Packen etwas erschwert. Hier könnten ein paar zusätzliche Unterteilungshilfen wie etwa die Pack-It Packbeutel von Eagle Creek hilfreich sein.

Seitlich befinden sich zwei Einschubtaschen für Flaschen oder Teleskopstöcke, welche durch die Kompressionsriemen auch fest verstaut werden können. Weitere Kompressionsriemen an der Front ermöglichen es, auch sehr lange Gegenstände außen am Rucksack zu befestigen. Die Kompressionsriemen unten sind auch lang genug, damit sich große Isomatten festzurren lassen. Was ich etwas vermisst habe, war eine Regenhülle, auch wenn die PU-Beschichtung in Kombination mit dem festen CORDURA®-Material den Rucksack schon ziemlich wasserabweisend macht. Ist aber natürlich trotzdem nichts für einen Dauerregen.

Der Terraframe 3-Zip 50 fällt vor allem durch den hauseigenen Y-förmigen 3-Zip-Reißverschluß auf. Dieser erstreckt sich vom Deckelfaches bis zum Boden des Rucksacks und ermöglicht einen komfortablen Zugriff auf den kompletten Rucksackinhalt. So kommt man wirklich überall schnell ran, sollte aber auch eine gute Ordnung im Rucksack haben, damit nicht alles durcheinander fliegt und sich beim Öffnen die Ausrüstung selbstständig macht. „Frontzugriff“ ist beim Terraframe 3-Zip 50 also fast noch eine Untertreibung, da er sich vollständig öffnen lässt. Will man nur von oben auf den Rucksack zugreifen, geht das auch, indem man nur die beiden oberen Reißverschlüsse des Ypsilons öffnet. Beim Testen liefen die grobzahnigen YYK-Reißverschlüsse sehr flüssig und machten obendrein einen extrem robusten Eindruck.

Auch wenn das 3-Zip-Reißverschluss-System spannend ist, ist das OVERLOAD-Feature des Terraframe 3-Zip 50 das Herzstück des Rucksacks. Mit diesem verwandelt er sich in ein echtes Lastenmonster. Das OVERLOAD-Frame liegt zwischen dem Hauptfach und dem Tragesystem: Mit wenigen Handgriffen lässt es sich ausklappen und bietet Platz für so ziemlich alles, egal ob Werkzeuge für die Waldarbeit, Kamera-Equipment oder Feuerholz fürs Lager. Auch längliche, sperrige Teile wie z. B. Holzstäbe zum Unterstandbau lassen sich hier unterbringen. Das Frame ist dabei aus gewundenem Carbon gearbeitet und wirkt nahezu unkaputtbar.
Bei der Bedienung hat das OVERLOAD-Feature gut funktioniert, es hat allerdings auch eine Weile gedauert, bis ich mir gemerkt habe, welche Steckschließen ich jetzt genau öffnen muss, um das Frame abklappen zu können (auf den Bildern seht ihr, welche!). Hat man den Rucksack eine Weile, geht der Umbau allerdings schnell und ziemlich einfach von der Hand.

Im Tragegestell des Terraframe 3-Zip 50 verbirgt sich eine kleine Plastikschaufel, die Teil des Tragesystems ist. Spannend hieran ist, dass sie sich herausnehmen lässt und man mit ihr das Klettband lösen kann (ähnlich wie bei Osprey-Rucksäcken), um die Rücklenlänge zu verstellen. Es ist auch möglich, dass jemand anderes die „Schaufel“ herausnimmt und mit ihr die Einstellungen vornimmt, während man den Rucksack trägt. Wirklich gebraucht habe ich dieses Feature nicht, aber es kann helfen, wenn man den Rucksack mit Hilfe eines Freundes nachjustieren möchte, ohne das Lastentier extra absetzen zu müssen.

Beim Aufsetzen merkt man direkt: Mystery Ranch sich bei der Gewichtsverteilung und den Riemen große Mühe gegeben hat. Die Hauptlast sitzt merklich auf der Hüfte, während die Schultergurte vor allem zur Sicherung dienen. Durch die Schaumpolsterung wird ein Einschneiden im Schulter- oder Hüftbereich verhindert. Das Tragesystem liegt am Rücken direkt an und lässt so verhältnismäßig wenig Luftzirkulation zu, wodurch entstehender Schweiß nicht so leicht entweichen kann. Hat man das OVERLOAD-Feature ausgeklappt, verlagert sich der Schwerpunkt etwas nach hinten. Durch umsichtiges Packen und Dank der langen Kompressionsriemen habe ich es allerdings geschafft, dass sich am Ende alles angenehm getragen hat. Wichtig war hierbei vor allem ein effektives Packen im Hauptteil des Rucksacks – hier habe ich alle schweren Teile nahe an den Rücken gepackt, damit sie mich nicht nach hinten ziehen.

Der Terraframe 3-Zip 50 ist ein ungewöhnlicher Rucksack und sicher nicht für jeden Geschmack. Er ist ein Arbeitstier und dürfte vor allem für Waldarbeiter, Trailbauer, Rettungskräfte oder Jäger relevant sein. Die Verarbeitung ist klasse und der Y-Reißverschluss funktioniert hervorragend. Das OVERLOAD-Feature ermöglicht das Tragen von sperriger und voluminöser Ausrüstung. Für den praktischen Nutzen hätte ich mir mehr Taschen im Packsack gewünscht und auch eine Regenhülle wäre gut gewesen. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau: Wer einen robusten, innovativen Rucksack sucht, ist beim Terraframe 3-Zip 50 an der richtigen Adresse.

+ sehr gute Tragfähigkeit von schwerem und sperrigem Material
+ hervorragende Lastübertragung
+ Kompressionsriemen arbeiten effizient
+ robustes, sauber verarbeitetes CORDURA®-Material
+ Y-Zip funktioniert prächtig und ermöglicht ein komplettes Öffnen
+ OVERLOAD-Feature funktioniert gut …
– … ist aber etwas gewöhnungsbedürftig
– hat nur wenige kleinere Taschen
– bei der Preisklasse wäre ein Raincover wünschenswert

Terraframe 3-Zip 50

Terraframe 3-Zip 50

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