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tapir im Außendienst: Clara berichtet aus Nepal

Nach einer intensiven, aber auch sehr interessanten Arbeitswoche sitze ich gerade in einem kleinen, sehr süßen Café irgendwo Kathmandu und genieße meinen Feierabend. Draußen wird es hier kurz nach 18:00 Uhr bereits dunkel und der Feierabendverkehr ist, dank des vielen Gehupes, nicht zu überhören. Mein frisch gepresster Fruchtsaft ist mittlerweile leer und so langsam werde wohl auch ich nach Hause gehen.

Aber fangen wir am Anfang an: Ich habe für acht Wochen mein tapir-Dasein im Laden in Leipzig aufgegeben und bin zur Zeit in Kathmandu (Nepal) für ein Praktikum in der deutschen Botschaft. Dadurch verpasse ich auf der einen Seite leider die Neuvorstellungen der Winterkollektion 2020, auf der anderen Seite ergibt sich aber auch die Möglichkeit, als „tapir im Außendienst“ ein wenig von meinen Erlebnissen hier vor Ort zu berichten. Schließlich bin ich im Land der höchsten Berge der Erde gelandet und was bietet sich da besser an, als darüber auf dem tapir-Blog zu berichten?!.

Um die einzelnen Beiträge nicht super lang werden zu lassen, habe ich mir überlegt, immer von einem bestimmten Thema zu erzählen. Natürlich werde ich so oft wie möglich auch von praktischen Tipps und Tricks für das Outdoor-Leben berichten und von meinem Lieblingsequipment erzählen. Wenn jemanden ein Thema jedoch besonders interessiert, meldet euch gerne.

Vorab ist es mir jedoch wichtig zu betonen, dass dies meine ganz persönlichen Eindrücke sind – andere Reisende können Dinge natürlich völlig anders wahrnehmen. Es sind alles Erfahrungen, die letztendlich jede*r selbst machen muss.

In dem heutigen Beitrag soll es zuerst einmal eine kleine Einführung in Land und Leute geben, damit ihr euch eine Vorstellung von diesem Ort machen könnt.

In Nepal leben knapp 29 Mio. Menschen, von denen ca. 1,3 Mio. in der Hauptstadt Kathmandu zu Hause sind, was damit die größte Stadt des Landes ist, die täglich weiter anwächst. Das fällt mir vor allem nachmittags an dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Straße auf. Der Arbeitsweg, für den wir morgens mit dem Auto ungefähr 20 Minuten brauchen, kann auf dem Rückweg schon mal locker doppelt so lange dauern. Ich habe das Gefühl, zu diesem Zeitpunkt befindet sich ganz Kathmandu in irgendeiner Weise auf der Straße: zu Fuß, auf dem Fahrrad oder Scooty, im Auto oder im Bus, als verkehrsregelnder Straßenpolizist oder als Gemüseverkäufer*in, den Gemüsewagen vor sich herschiebend. Aber auch an der engen Bebauung wird deutlich, dass es immer mehr Menschen in die Stadt zieht. Dem weisen Ratschlag des Auswärtigen Amts zu folgen und sich bei einem Erdbeben auf eine freie Fläche zu begeben, wird hier eher schwierig. Apropos Erdbeben: Im April 2015 wurde Nepal von einem schweren Erdbeben getroffen, von dem sich das Land immer noch zu erholen hat. Damals kamen ca. 9.000 Menschen ums Leben und tausende Häuser und Gebäude wurden zerstört. Auch hier in der Stadt kann man noch überall die Wiederaufbauarbeiten beobachten. Auch die jahrhundertealten Stadtkönigreiche von Kathmandu, Bhaktapur und Patan hat es schwer erwischt. Trotzdem ist auch einiges erhalten geblieben bzw. wiedererrichtet worden und die schönen Tempelanlagen und engen Straßen in diesen Stadtvierteln sind wirklich beeindruckend. Ich wohne hier ganz in der Nähe von Patan und bin dort selbst nun schon einige Male unterwegs gewesen.

Als Politik-Studentin muss ich hier natürlich auch noch kurz ein Wort zu der politischen Lage in Nepal verlieren. Diese ist nämlich keineswegs uninteressant. Erst seit 2008 bezeichnet sich Nepal offiziell als demokratische Republik und steckt daher in vielen politischen Aspekten noch in den Kinderschuhen. Die Namen und Hauptstädte der einzelnen Distrikte sind beispielsweise immer noch nicht final festgelegt. Bis 2006 herrschte ein grausamer Bürgerkrieg zwischen dem König und den Maoisten, mit dessen Aufarbeitung das Land heute noch beschäftigt ist – und wahrscheinlich noch viele weitere Jahre sein wird. Dennoch scheint sich ein Großteil der Bevölkerung hier in der Stadt mittlerweile ganz gut davon erholt zu haben. Ich bin bisher fast ausschließlich freundlichen und wirklich lieben Menschen begegnet. Viele Nepalesen*innen sind Hindus oder Buddhisten, aber es gibt auch zahlreiche andere ethnische Gruppen, wodurch Nepal ein kulturell sehr vielfältiger Staat ist.
Geographisch liegt das verhältnismäßig kleine Land zwischen den beiden Megamächten China und Indien, wodurch Nepal außenpolitisch einen durchaus nicht einfachen Balanceakt zwischen diesen beiden Giganten zu meistern hat.

Die Hauptstadt liegt auf 1300 m recht niedrig in einem Tal und dadurch sind jetzt in der Regenzeit die Gipfel des Himalaya von einer dicken Wolkenschicht verdeckt. Aber ein paar Mal konnte ich schon einen Blick auf diese gigantischen Berge erhaschen. Wirklich wunderschön! So langsam hört die Regenzeit nun auf und damit sollte auch die Sicht besser werden. Ich kann es kaum erwarten. Dann wird es auch mal richtig in die Berge gehen, raus aus der Stadt und rein ins wirkliche Outdoorleben.

Abschließen möchte ich diesen ersten Reisebericht mit einem kleinen Fun-Fact zu Kathmandu: Soweit ich das beurteilen kann, ist sie nämlich eine der wenigen Hauptstädte weltweit, in der es kein McDonald’s gibt. Das ist mal ein Superlativ, der mir gefällt!

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